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Mega-Trends ACHEMA 2012

Diese Mega-Trends zur Prozessindustrie sollten Sie kennen

| Autor / Redakteur: Anke Geipel-Kern / Matthias Back

Von modularem Anlagenbau bis Operational Excellence - Lesen Sie, was die Prozessindustrie zur ACHEMA bewegt.
Von modularem Anlagenbau bis Operational Excellence - Lesen Sie, was die Prozessindustrie zur ACHEMA bewegt. (Bild: Fotolia)

Momentan ist viel die Rede von Mega-Trends, wie Globalisierung oder demographischer Wandel. Ganz so groß wollen wir unsere Trendschau nicht aufhängen. Lesen Sie, was die Prozessindustrie zur ACHEMA bewegt.

Megaanlagen: Die Welt des Anlagenbaus schwankt momentan zwischen den Extremen: In China, Indien und auf der arabischen Halbinsel wachsen World Scale-Anlagen aus dem Boden, und in Europa tüfteln Verfahrenstechniker an Chemie-Containern und modularen Anlagenkonzepten. Hersteller von Bulk-Chemikalien (Commodities) wie Dünger oder Primärkunststoffen, darunter die Folien-Grundmaterialien Polyethylen und Polypropylen zieht es in Regionen mit Rohstoffquellen, wie dem Mittleren Osten, wo gerade riesige integrierte Chemiekomplexe entstehen. Beispiel Saudi-Arabien, Standort Jubail. Hier stampft Dow in einem Joint-Venture mit Saudi-Aramco für 20 Milliarden US-Dollar eine Fabrik aus dem Wüstensand, die ab 2016 jährlich drei Millionen Tonnen Chemieprodukte ausspucken soll.

Modulaler Anlagenbau: Größer, höher, weiter ist die Devise im Großanlagenbau, der sich mehr und mehr in die Emerging Markets verlagert. Schneller, billiger und flexibler dagegen lauten die Stichworte, wenn von der Fein- und Spezialchemie die Rede ist. Ob modularer Anlagenbau und Chemie-Container wirklich das Heil bringen, wird die Zukunft zeigen müssen. Momentan beschäftigt sich jedenfalls alles was in der Branche Rang und Namen hat mit Ideen, die die deutsche und europäische Chemie auf Vordermann bringen sollen. All das läuft unter dem Stichwort 50-Prozent-Idee und verbindet Projekte wie F3 Copiride oder den Evotrainer von Evonik.

Die digitale Anlage: Eine andere Facette der 50-Prozent-Idee ist die digitale Anlage. Dr. Jürgen S. Kussi, Head of Plant Layout and Piping bei Bayer Technology Services ist jedenfalls überzeugt davon, dass damit ein Turbo gezündet wird, der die Projektierungzeit von der Idee bis zur fertigen Anlage um die Hälfte verkürzt. Trendsetter ist hier der Chemieriese BASF, der 2010 ein ambitioniertes Projekt mit dem sprechenden Namen Digital Plant @ BASF2020 gestartet hat. Das Ziel dahinter: Für jede reale Anlage soll auch eine digitale Anlage existieren. Bis es soweit ist, müssen noch ein paar Hausaufgaben gemacht werden: Nötig sind Standards und objektorientierte integrierte CAE-Systeme, die werkzeug- und gewerkeübergreifend 2D- und 3D-Planung vernetzen. Außerdem: Software, die es möglich macht, auf der Basis der Planungsdaten Anlagen in Betrieb zu nehmen und Instand zu halten.

Prozessanalysentechnik: Der PAT-Klassiker NIR ist mittlerweile Standard in der Chemie – Beispiel die NIR-Sonde in Kolonnensumpf der Destillationsanlage. Aber jetzt reüssiert PAT unter dem Schlagwort wissensbasierte Produktion und soll nicht nur Licht in das Geschehen im Reaktor bringen, sondern auch helfen, Anlagen „hart am Wind“, also im verfahrenstechnischen – und wirtschaftlichen – Optimum zu fahren. Außerdem gilt es für eine wirklich vorausschauende Fahrweise, Daten „prozesswarm“ zu analysieren und in einen Regelkreis einzuspeisen, der wiederum das Prozessleitsystem füttert.

Prozessintensivierung: Experten können trefflich darüber streiten, ob Prozessintensivierung neu ist oder lediglich alter Wein in neuen Schläuchen. Fakt ist jedenfalls, dass in den letzten Jahren clevere Apparate entwickelt wurden, die verfahrenstechnische Grundoperationen wie beispielweise Mischen und Trennen kombinieren. Am bekanntesten ist die Reaktivdestillation, die unter dem Stichwort Prozessintegration firmiert. Aber Prozessintensivierung ist weit mehr als hybride Maschinen, es geht darum, Wärme- und Stoffaustausch zu verbessern und auf diese Weise neue Prozessfenster zu öffnen und Produkte mit neuen z.B. nanoskaligen Eigenschaften zu entwickeln, wie Dr. Volker Hessel, Direktor des IMM und Mitstreiter beim Copiride-Projekt, erläutert.

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