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Alternative Kautschukquelle Die Pusteblume macht Karriere als Kautschukproduzent

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Der Gummibaum ist bislang die einzige Quelle für Naturkautschuk. Doch auch auf Deutschlands Wiesen gibt es Latexquellen. Löwenzahn ist nicht nur Kaninchen- und Kuhfutter sondern auch eine Quelle für Naturkautschuk.

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Aus dem Anschnitt der Löwenzahnwurzel quilllt weißer Milchsaft: Eine vielversprechende Latexquelle zur Herstellung von Naturkautschuk.
Aus dem Anschnitt der Löwenzahnwurzel quilllt weißer Milchsaft: Eine vielversprechende Latexquelle zur Herstellung von Naturkautschuk.
(Bild: Fraunhofer)

Entwickler von Contitech Vibration Control testen derzeit, ob sich der Naturkautschuk aus Löwenzahn einsetzen lässt, um Motorschwingungen zu reduzieren.

Schon seit einigen Jahren arbeiten Wissenschaftler von Continental und Fraunhofer IME an der Entwicklung eines umwelt- und ressourcenschonenden Verfahrens zur Produktion von Naturkautschuk im industriellen Maßstab

Bessere CO2-Bilanz,

größere Unabhängigkeit von Marktpreisen

Professor Dirk Prüfer und Dr. Christian Schulze Gronover vom Fraunhofer IME und dem Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Uni Münster: „Der anspruchslose Löwenzahn wächst in gemäßigtem Klima und selbst auf Böden, die für die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln nicht geeignet sind. Transporte aus tropischen Ländern entfallen damit. Das verbessert die CO2-Bilanz des Rohstoffs beträchtlich.“

Auch die größere Unabhängigkeit von traditionellen Rohstoffen mit teilweise stark schwankenden Marktpreisen bietet Vorteile für die Industrie.

Dem Ziel der industriellen Produktion ist man bereits ein ganzes Stück näher gekommen mit der Entwicklung einer Pilotanlage zur Extraktion von Naturkautschuk aus den Wurzeln des russischen Löwenzahns – und mit der Herstellung entsprechender Reifen-Prototypen, die im Test genauso gut abschnitten wie Reifen auf Basis des Kautschukbaums.

Dafür wurden die beteiligten Wissenschaftler unter anderem mit einem Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2015 ausgezeichnet. Jetzt soll die Produktion so skaliert werden, dass sie schließlich im industriellen Tonnenmaßstab funktioniert.

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