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Medizinische Biotechnologie

Die Medizinische Biotechnologie wächst trotz Krise

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Die Bedeutung von Biopharmazeutika hat 2008 in Deutschland weiter zugenommen. Das zeigt die Studie „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2009“.

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Boehringer Ingelheim betreibt in Biberach Fermentationsanlagen, in denen Säugerzellen wachsen, mit insgesamt 180 000 Liter Kapazität.
Boehringer Ingelheim betreibt in Biberach Fermentationsanlagen, in denen Säugerzellen wachsen, mit insgesamt 180 000 Liter Kapazität.
( Bild: Boehringer Ingelheim )

Die Medizinische Biotechnologie wächst und Deutschland ist offenbar ein guter Standort für biotechnologische Unternehmen. Das ist ein wichtiges Fazit der Studie, die die Boston Consulting Group für vfa bio erstellt hat. Innerhalb Europas ist Deutschland als biotechnologischer Produktionsstandort gefragt, und mit 675 000 Litern Fermenterkapazität weiterhin unangefochten die Nummer eins bei der gentechnischen Produktion von Biopharmazeutika. Dabei konzentrieren sich 97 Prozent der Kapazitäten auf drei Standorte:

  • Sanofi-Aventis in Frankfurt a. Main: 240 000 Liter (Mikrobiell),
  • Roche in Penzberg: 235 000 Liter (145 000 Säugetierzellen, 90 000 Mikrobiell),
  • Boehringer Ingelheim in Biberach: 180 000 Liter (Säugetierzellen).

Weltweit hat übrigens nur noch die USA mehr Kapazitäten zu bieten. Aber auch als Arbeitgeber spielen Biotechunternehmen eine wichtige Rolle: Trotz der schlechten wirtschaftlichen Situation ist die Zahl der Mitarbeiter in den Unternehmen 2008 stabil (+1 Prozent vs. 2007) geblieben. Der Umsatz mit Biopharmazeutika konnte 2008 im Vergleich zum Vorjahr sogar um neun Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Euro gesteigert werden und umfasst jetzt 16 Prozent des Gesamtpharmamarktes in Deutschland.

Zum Vergleich: Der Gesamtpharmamarkt wuchs im gleichen Jahr nur halb so stark (+4,5 Prozent). Dazu passt auch, dass sich die Entwicklungspipelines gut entwickelt. Insgesamt befanden sich nämlich 419 Biopharmazeutika in der klinischen Prüfung, das bedeutet eine Steigerung von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hier kommt vor allem den monoklonalen Antikörpern eine große Bedeutung zu. Bis Ende 2008 waren 19 solcher Medikamente in Deutschland zugelassen und 162 befanden sich in klinischer Entwicklung. Arzneimittel mit monoklonalen Antikörpern erzielten 2008 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und damit fast fünfmal mehr als 2004. Mit ihnen wurde bei vielen Krankheiten, die vorher gar nicht oder kaum zu behandeln waren, therapeutisches Neuland betreten etwa bei der Therapie von Krebs- und Autoimmunerkrankungen.

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