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Powtech 2017

Die letzten Vorbereitungen für die Powtech laufen auf Hochtouren

| Autor/ Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Dr. Jörg Kempf

Ob in diesem Jahr der Besucherrekord von 16.000 der Vorveranstaltung getoppt werden kann? Zumindest aus Themensicht spricht nichts dagegen, die Herausforderungen der Branche sind unvermindert hoch. Containment, Rückverfolgbarkeit und natürlich die Digitalisierung fordern neue Ideen und Technologien.

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Die Powtech ist mehr als eine reine Fachmesse. Hier wird gearbeitet, diskutiert und der fachliche Austausch von Ingenieur zu Ingenieur eröffnet wertvolle neue Kontakte.
Die Powtech ist mehr als eine reine Fachmesse. Hier wird gearbeitet, diskutiert und der fachliche Austausch von Ingenieur zu Ingenieur eröffnet wertvolle neue Kontakte.
(Bild: Nürnberg Messe / Heiko Stahl)

Rund die Hälfte aller Produkte in der Chemieindustrie sind Pulver, Partikel oder Granulate, deren Verarbeitung nicht selten ihre Tücken hat. So lassen sich Schüttgüter zwar bis zu einem gewissen Grad theoretisch beschreiben, in der Praxis kommt es jedoch häufig vor, dass sie einfach nicht berechenbar sind. Sie schießen, wenn sie nur fließen sollen, sie bilden Brücken oder verhalten sich bei der Abfüllung dreimal problemlos, bei der vierten Charge geraten sie plötzlich ins Stocken.

Neben den Partikeleigenschaften an sich ist es vor allem die Tatsache, dass sich diese während eines Prozesses verändern, was dem Anwender das Leben erschwert. Bei Schüttgütern muss daher immer auch die Historie betrachtet werden. Dies ist z.B. der Fall, wenn Pulver und Granulate gelagert werden. „Das Schüttgut kann sich bei nicht angepasster Siloauslegung verändern und ist nicht mehr in dem Zustand, in dem es eingefüllt wurde“, beschreibt Dr. Harald Heinrici, Sachverständiger und Geschäftsführer bei Schwedes+Schulze, den Alltag beim Umgang mit der besonderen Spezies. Der Experte plädiert seit Langem dafür, das Silo nicht mehr nur als Lagerort, sondern vielmehr im Spannungsfeld der gesamten Anlage zu betrachten.

Denn auch im weiteren Prozess gibt es viele Herausforderungen, die auf den ersten Blick gar nicht so schwierig wirken, später aber gewaltige Auswirkungen – vor allem aus Sicht der Produktqualität – nach sich ziehen. Dazu gehört ein ungleichmäßiger Massenstrom, der den gesamten Prozess durcheinanderbringen kann, weil direkt nach dem Silo ein Durchlaufmischer angeschlossen ist.

Ein weiteres Problem vor allem aus Sicht der Qualitätssicherung sind Entmischungen im Prozess. „Nehmen wir die Futtermittelindustrie – Futtermittel bestehen aus hochkomplexen Produktzusammensetzungen, die penibel eingehalten werden müssen. Oder Mörtelzusammensetzungen, die allesamt Hightech-Produkte sind. Und nicht zuletzt Waschmittel, bei denen jeder eine gleichmäßige Durchmischung von weißen und bunten Partikeln in der Endverpackung erwartet“, nennt Heinrici einige Beispiele. Die besondere Herausforderung dabei ist, dass diese Produkte aufgrund der leichteren Handhabbarkeit sehr fließfähig sind. Eine Produkteigenschaft, die eine Entmischung forciert. Um hier den richtigen Weg zu finden, müssen das Silo und alle dazugehörigen Komponenten gut aufeinander abgestimmt werden.

Es ist also nur folgerichtig, dass viele Besucher den Weg nach Nürnberg suchen, um sich über die verschiedenen Anlagen, Apparate und Komponenten für die mechanische Verfahrenstechnik zu informieren. Über sechs Hallen (Halle 1, 2, 3, 3A, 4 und 4A) erstreckt sich das Angebot, das von einem umfangreichem Begleitprogramm flankiert wird. Für Aha-Effekte in Sachen Ex-Schutz sorgen beispielsweise die täglichen Live-Vorführungen von Explosionsschutz-Equipment im Außengelände der Messe. Eine Sonderschau des VDMA greift in diesem Jahr das Branchenthema Luftreinhaltung und Trocknung auf und präsentiert Lösungen für staubfreie, luftreine und damit sichere Produktionsumgebungen.

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