Ifat 2014

Die Ifat 2014 im Visier – Mit Exklusiv-Interview stimmt PROCESS auf die Leitmesse ein

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Geothermie und Fracking: Schutz der Gewässerressourcen klar im Vordergrund

PROCESS: Wie steht die DWA zur Nutzung von Technologien wie Geothermie und Fracking – überwiegen die Chancen die Risiken oder eher umgekehrt?

Schaaf: Für die DWA steht der Schutz der Gewässerressourcen ganz klar im Vordergrund. Das gilt für die Geothermie genauso wie für das Fracking. In meinen Augen bergen beide Verfahren Risiken für die Grundwasserleiter, die sehr genau geprüft werden müssen. Grundsätzlich stehe ich auf dem Standpunkt, dass beide Verfahren im Bereich von Wasserschutzzonen ausgeschlossen werden sollten. In den anderen Bereichen ist eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung die Minimalvoraussetzung.

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Besonders die Geothermie oder Erdwärmenutzung hat in den vergangenen Jahren sehr stark zugenommen. Sowohl das Einrichten der jeweiligen Bohrung als auch das Einbringen von Chemikalien in den Untergrund sehen wir mit Sorge und appellieren an alle Verantwortlichen, den Schutz des Grundwassers bei der Genehmigung an erste Stelle zu rücken.

Beim Fracking werden zur Gewinnung von Erdgas derzeit Chemikalien in Gesteinsschichten gepumpt, um das Gas daraus zu lösen. Das muss in sensiblen Gebieten wie Feuchtgebieten, Trinkwassereinzugsgebieten oder im Umkreis von Heilquellen untersagt werden. Die zuständigen Wasserbehörden müssen die erforderlichen Bewertungen der Auswirkungen von Frackingmaßnahmen auf das Grundwasser und die Gewässer vornehmen. Die verwendeten Stoffe und die Zusammensetzung der Fracturing Fluide sind der Wasserbehörde vollständig offenzulegen. Es ist eine sachgerechte Überwachung und Handhabung der Frack-Flüssigkeiten und des Flowbacks sowie der Nachweis über die ordnungsgemäße Entsorgung erforderlich und entsprechend zu dokumentieren. Den Vorhabenträgern sollte ein begleitendes und nachsorgendes Monitoring auferlegt werden.

PROCESS: Das Thema Hochwasservorsorge eignet sich gewiss nicht für kurze Antworten. Dennoch: Welche Lehren ziehen Sie aus den diesjährigen Überschwemmungen im Süden und Osten Deutschlands?

Schaaf: Die größte Lehre aus dem diesjährigen Juni-Hochwasser ist sicherlich in der Einsicht zu sehen, dass der beste technische Hochwasserschutz seine Grenzen hat, egal wie hoch er in Form von Schutzmauern und Deichen auch gebaut ist. Die einzige Chance, die wir haben, die Schäden von Hochwasser möglichst gering zu halten, ist die Flüsse ganzheitlich über alle Länder- und Regierungsgrenzen hinweg zu betrachten und ihnen ihren Raum zurückzugeben!

Technischer Schutz in urban besiedelten Gebieten, strickte Bauverbote in Überschwemmungsgebieten, die Aktivierung von natürlichen Flussauen oder der Betrieb von gesteuerten Retentionsräumen muss Hand in Hand auf internationalem Niveau funktionieren. Zum Hochwasser 2013 hat die DWA ein Positionspapier veröffentlicht, in dem diese Anforderungen noch einmal detailliert beschrieben werden. Sie finden es im Download-Bereich der DWA-Homepage.

Was macht die Ifat zur Muss-Messe? Wir fragten bei Otto Schaaf nach. Die Antwort lesen Sie auf der nächsten Seite.

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