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Schüttguttechnik SPECIAL

Die Dame im Dosier-Schach

| Autor/ Redakteur: Redaktion PROCESS / Redaktion PROCESS

Ob kontinuierliches volumetrisches Dosieren, exaktes Wiegen oder kontinuierliche gravimetrische Differential-Dosierung: eine neue Dosiergeräte-Baureihe, die auf der Powtech 2005 präsentiert wird, überrascht den Schüttgutverarbeiter auf dem „Schachbrett“ des Schüttguthandlings – quasi als Dame im Dosier-Schach – mit den verschiedensten Zugmöglichkeiten. Legt der „Spieler“ zudem Wert auf hohen Reinigungskomfort, so ist auch das kein Problem.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Ob kontinuierliches volumetrisches Dosieren, exaktes Wiegen oder kontinuierliche gravimetrische Differential-Dosierung: eine neue Dosiergeräte-Baureihe, die auf der Powtech 2005 präsentiert wird, überrascht den Schüttgutverarbeiter auf dem „Schachbrett“ des Schüttguthandlings – quasi als Dame im Dosier-Schach – mit den verschiedensten Zugmöglichkeiten. Legt der „Spieler“ zudem Wert auf hohen Reinigungskomfort, so ist auch das kein Problem.

Beim Dosieren von Schüttgütern zeichnet sich generell ein Trend zu kontinuierlichen Verarbeitungsprozessen ab, und zwar überwiegend im Bereich von Misch- oder Extrusionsprozessen. Ist der Verarbeitungsprozess kontinuierlich, so sollte es auch die Zuführung sein. Auf diesen Trend haben die Spezialisten für automatische Zuführsysteme bei Azo geantwortet und mit der Neuentwicklung der Baureihe Azodos ein Geräteprogramm erstellt, das zahlreiche Anwendungsfälle abdeckt. Die neue Gerätefamilie lässt sich für volumetrische Dosierlösungen, kontinuierliche gravimetrische Anwendungen sowie Differential-Dosieraufgaben einsetzen.

Einem weiteren Trend folgend - nämlich dass die Losgrößen bei den Schüttgutverarbeitern immer kleiner werden und dadurch häufiger eine Umstellung erforderlich wird - wurde dabei besonderes Augenmerk auf die Reinigungsfreundlichkeit gelegt (selbstverständlich sind die Geräte auch in Standardausführung ohne Reinigungskomfort erhältlich).

Anwendungsbeispiele

Generell ist der Aufbau der Dosiergeräte wie folgt: Der Azodos besteht aus einem Vorratsbehälter, einem Austragsrührwerk mit Gehäuse und einer Doppelschnecke sowie Kompensatoren am Behältereinlauf und am Schneckenauslauf zur Entkopplung des Systems. Was die neue Baureihe alles kann, zeigen drei für die Praxis interessante Einsatzfälle.

Volumetrisches Dosieren in Wiege-und Verarbeitungsprozesse

Oft gilt es in der Nahrungsmittel-, Pharma-, Chemie- und Kunststoffindustrie Wiege-Verarbeitungsprozesse mit pulverförmigen Produkten bzw. schlecht rieselfähigen Pulvern über pneumatische Förderströme oder Behälterwaagen zu beschicken. Die Produktionsprozesse werden bevorzugt mit einem gleichmäßigen Massenstrom in Grob/Feindosierung beschickt. In diesem Fall werden die pulverförmigen Schüttgüter mit einem Rührwerk aus dem Vorratsbehälter ausgetragen und in die Doppelschnecken eingespeist. Über die geregelte Doppel-Dosierschnecke wird das Schüttgut ausgetragen und mit einem konstanten Dosierstrom exakt dosiert in Nachfolgeprozesse zugeführt.

Exaktes Wiegen von Schüttgütern als Abzugswiegesystem

Dieser Einsatzfall findet sich häufig bei Anlagen zur vollautomatischen Rezepturzusammenstellung, wo Kleinkomponenten exakt gewogen werden sollen. In diesem speziellen Fall wird das neue Dosiersystem zum gravimetrischen Beschicken von Verarbeitungsprozessen mit pulverförmigen Produkten bzw. schlecht rieselfähigen Pulvern eingesetzt. Es wird die exakt gewogene Menge registriert und automatisch dem Nachfolgeprozess, z.B. einem Sammelcontainer zugeführt. Man arbeitet dabei im gravimetrischen Betrieb über eine Drehzahlsteuerung und mit Grob/Feinstrom.

Die pulverförmigen Schüttgüter werden mit einem Rührwerk aus dem Vorratsbehälter ausgetragen und in die Doppelschnecken eingespeist. Über die Doppel-Dosierschnecke wird das Schüttgut dosiert ausgetragen, die entnommene Gewichtsmengen werden von einem Wiegemodul exakt erfasst und dokumentiert.

Kontinuierliche, gravimetrische Differential-Dosierung

Das kontinuierliche, gravimetrische Beschicken von Verarbeitungsprozessen, beispielsweise Extruder oder Conti-Mischer, mit pulverförmigen Produkten bzw. schlecht rieselfähigen Pulvern ist die höchste Anforderung an das Dosiersystem. Der Einsatz ist dort sinnvoll, wo Produktionsprozesse mit einem kontinuierlichen Massenstrom und hohem Regelungskomfort beschickt werden müssen.

Die neue Gerätereihe arbeitet im gravimetrischen Betrieb über eine Massenstrom-Regelung nach dem loss-in-weight-Prinzip. Die pulverförmigen Schüttgüter werden, wie bei den vorausgegangenen Systemen, vom Vorratsbehälter ausgetragen und in die Doppelschnecken eingespeist. Über die geregelte Doppel-Dosierschnecke wird das Schüttgut ausgetragen und die Entnahme exakt erfasst. Durch eine Führungsgröße, die vom nachfolgenden Verarbeitungsprozess (Extruder oder Mischer) kommt, wird die Durchsatzleistung durch Ändern der Schneckendrehzahl dem Nachfolgeprozess angepasst.

Erreicht der Füllstand im Vorratsbehälter den Minimal-Wert, wird automatisch eine Nachfüllung angefordert. Während der kurzen Nachfüllphase arbeitet das gravimetrische Dosiersystem Drehzahl gesteuert weiter und nimmt nach dem Befüllvorgang wieder die massenstromabhängige Regelung auf.

Bedienen und Steuern

Alle Geräte der neuen Generation haben ein praxisbewährtes Basismodul, das alle Funktionen, Abläufe und Regelungen steuert und überwacht. Für Einzelgeräte steht eine komfortable Bedienung zur bedienergeführten Parametereingabe und -änderung zur Verfügung. Bei komplexen Dosiersystemen werden die Basismodule über ein Bus-System auf ein zentrales Bedienterminal oder Prozessleit-Visualisierungssystem zusammengeführt, und von hier aus die Bedienung und Überwachung vorgenommen.

Fazit: Mit der neuentwickelten Baureihe, die konsequent modular aufgebaut ist, können sehr vielseitige Dosieraufgaben wirtschaftlich und flexibel erledigt werden. Speziell auch dort, wo vom System ein sehr hoher Reinigungskomfort gefordert ist. Zahlreiche Einsätze in der Praxis zeigen, dass mit diesem Geräteprogramm in eine Marktlücke gestoßen wurde, und dass es dafür in Zukunft noch viele interessante Anwendungsfälle geben wird.

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