Suchen

Chemiekonjunktur

Die Chemieproduktion stagniert in 2008 und wird 2009 zurückgehen

| Redakteur: Marion Henig

Die Nachfrage ist eingebrochen, die Lager sind voll. Nach vier Jahren Wachstum stagniert die Chemieproduktion in 2008 und wird im nächsten Jahr zurückgehen. So die Einschätzung des VCI, der jedoch davor warnt, die Lage allzu pessimistisch zu sehen. Welchen Ausblick der Verbands-Präsident Prof. Dr. Ulrich Lehner auf der Jahrespressekonferenz gab und wie die Stimmung in den Chemieunternehmen ist, lesen Sie hier.

Firmen zum Thema

Auf der Jahrespressekonferenz gaben VCI-Geschäftsführer Dr. Utz Tillmann (links) und Prof. Dr. Ulrich Lehner einen Ausblick auf die Chemiekonjunktur in 2009.
Auf der Jahrespressekonferenz gaben VCI-Geschäftsführer Dr. Utz Tillmann (links) und Prof. Dr. Ulrich Lehner einen Ausblick auf die Chemiekonjunktur in 2009.
( Bild: VCI )

Frankfurt – Die Folgen der Finanzkrise und des globalen Abschwungs hinterlassen in der chemischen Industrie deutliche Spuren, der starke Wachstumstrend der vergangenen vier Jahre ist vorerst vorbei. Dies wurde auf der Pressekonferenz des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) deutlich, auf der der Verband seine Einschätzung für das Gesamtjahr 2008 sowie eine Prognose für 2009 vorstellte.

Die im zweiten Halbjahr immer schwächer werdende Nachfrage führte dazu, dass die Chemieproduktion seit dem zweiten Quartal rückläufig ist. Im vierten Quartal wurden sogar einzelne Produktionsanlagen stillgelegt. Im Gesamtjahr 2008 blieb die deutsche Chemieproduktion somit ohne Zuwachs. Der VCI geht davon aus, dass die Unternehmen ihre Produktionsanlagen zu Beginn des Jahres 2009 noch weiter zurückfahren werden. Da die konjunkturelle Schwächephase nach Einschätzung des VCI bis weit ins kommende Jahr anhält, erwartet der Chemieverband für das kommende Jahr einen Produktionsrückgang von einem Prozent. Rechnet man die konjunkturstabile Pharmaindustrie heraus, die nach Einschätzung des VCI im kommenden Jahr weiter wachsen wird, schrumpft die Chemieindustrie 2009 um 2,5 Prozent.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 9 Bildern

Vor allem die Abnehmerindustrien Automobil und Bau belasten die Chemieindustrie. Auch konsumnahe Güter, die laut VCI-Präsident Prof. Dr. Ulrich Lehner zehn Prozent der Chemieindustrie in Deutschland ausmachen, müssten eine Kaufzurückhaltung der Bürger verkraften. Im Gespräch mit PROCESS bewertet er die Verbands-Prognose für 2009 und warnt davor, die Lage allzu pessimistisch einzuschätzen. Das Interview sehen Sie hier. (weiter)

Einschätzungen des VCI für das Gesamtjahr 2008

Umsatz: Nach vorläufiger Berechnung des VCI stieg der Gesamtumsatz der deutschen chemischen Industrie 2008 aufgrund der höheren Preise um drei Prozent auf 178,8 Milliarden Euro. Das Geschäft mit Kunden im Ausland nahm um drei Prozent auf 97,9 Milliarden Euro zu. Der Inlandsumsatz erhöhte sich um 2,5 Prozent auf 80,9 Milliarden Euro. Dank der immer noch starken Nachfrage nach Chemikalien aus den Schwellenländern und für Pharmazeutika generell blieb das Exportgeschäft trotz des weltwirtschaftlichen Abschwungs eine wichtige Stütze der Branche. Die Exporte, die neben den Auslandsumsätzen der Unternehmen auch Re-Exporte sowie Chemieexporte anderer Wirtschaftszweige enthalten, stiegen 2008 um acht Prozent auf 140,1 Milliarden Euro. Die Importe lagen mit 97,7 Milliarden Euro um vier Prozent höher als im Vorjahr.

Artikelfiles und Artikellinks

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 280490)