Deutsche Chemieindustrie Die Chemieindustrie in Deutschland zeigt sich optimistisch

Redakteur: Sonja Beyer

Der Standort Deutschland? „Positiv“, so lauten die Antworten aus der deutschen Chemieindustrie fast unisono. Die aktuelle Chemonitor-Umfrage von Chemanager und Camelot Management Consultants bringt die einzelnen Facetten des derzeitigen Stimmungshochs zum Vorschein.

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Daumen hoch: Über 90 Prozent der befragten Entscheider aus der Chemie sehen den Standort Deutschland positiv. (Bild: Gerd Altmann/Pixelio)
Daumen hoch: Über 90 Prozent der befragten Entscheider aus der Chemie sehen den Standort Deutschland positiv. (Bild: Gerd Altmann/Pixelio)

Mannheim/Darmstadt – „Insgesamt ist die Stimmung in der deutschen Chemieindustrie zu Jahresbeginn so gut wie in keiner Chemonitor-Umfrage zuvor“, fasst Josef Packowski, Managing Partner bei der Strategie- und Organisationsberatung Camelot Management Consultants, zusammen. So bewerten über 90 Prozent die Standortbedingungen in Deutschland als positiv. Ähnlich wie die Prognose zu den Standortbedingungen sieht auch die Tendenz in der Geschäftsentwicklung für das Jahr 2011 aus: Etwa zwei Drittel der Unternehmen sagen einen einstelligen Zuwachs bei Umsatz und Ergebnis voraus. Das sei mehr als bei jeder Chemonitor-Umfrage zuvor. Nur ein geringer Anteil von 5 Prozent bzw. 6 Prozent geht für 2011 von einer negativen Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus. „Fast die Hälfte (47 Prozent) der befragten Top-Entscheider möchte ihre Investitionen ausbauen“, sagt Packowski weiter. Je größer die Unternehmen sind, desto stärker neigen sie allerdings dazu, überwiegend in China und Asien zu investieren. Der überwiegende Teil der wachstumsorientierten Unternehmen (26 Prozent) setze auf organisches Wachstum, heißt es, denn nur 4 Prozent richteten ihre Wachstumsstrategie allein auf Fusionen und Akquisitionen aus.

Doch der rasante Aufschwung birgt auch Risiken: Befragt nach äußeren Bedingungen, die das Wachstum bremsen, nennen 64 Prozent steigende Energie- und Rohstoffpreise als größte Wachstumsbarriere, gefolgt von regulatorischen Auflagen der EU (56 Prozent). „Die Hälfte der Unternehmen leidet außerdem bereits wieder unter dem Mangel an qualifiziertem Personal“, sagt Sven Mandewirth, Leiter des Competence Centers Chemicals bei Camelot Management Consultants. „Das gilt besonders für große Unternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern.“ Hier lag der Anteil der Nennungen mit 65 Prozent deutlich über dem bei kleinen Unternehmen (45 Prozent).

An der Befragung nahmen mehr als 100 Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und Entscheider aus der Chemiebranche teil, drei Viertel von ihnen aus Unternehmen mit weniger als 5000 Mitarbeitern.

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