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VDMA-Stellungnahme zu Brexit Deutscher Maschinenbau befürchtet Exportrückgang

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Nach dem VCI meldet sich nun der nächste größte Branchenverband in Sachen Brexit zu Wort. Der VDMA befürchtet im Falle eines Austritts der Briten aus der EU, die Exporte deutscher Maschinenbauunternehmen könnten weiter zurückgehen.

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VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann: „Für den Maschinenbau gehört Großbritannien zu den Kernmärkten.“
VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann: „Für den Maschinenbau gehört Großbritannien zu den Kernmärkten.“
(Bild: VDMA)

Frankfurt – Die bevorstehende Abstimmung der Briten zum Verbleib in der EU ruft nach und nach alle deutschen Branchenverbände auf den Plan. Nach dem VCI hebt nun auch der VDMA die Hand und befürchtet negative Folgen für den deutschen und europäischen Maschinenbau durch eine möglichen EU-Austritt Großbritanniens. Das Investitionsklima in Europa könne sich weiter verschlechtern, warnt der Verband.

Auch den Handel sieht der Verband gefährdet.

Im ersten Quartal dieses Jahres seien die Maschinenexporte aus Deutschland in das Vereinigte Königreich bereits um 4 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Mit einem Exportvolumen von 7,2 Milliarden Euro pro Jahr (2015) sei Großbritannien der viertwichtigste Auslandsmarkt für den Maschinenbau.

„Ein EU-Austritt Großbritanniens wäre ein Rückschlag für den Industriestandort Europa. Einem Brexit würde eine lange Phase der Unsicherheit folgen. Das wäre Gift ist für das ohnehin schon getrübte Investitionsklima in der EU. Europa muss dann sehr schnell deutlich machen, dass ein Austritt Großbritanniens nicht zwangsläufig das Ende der EU bedeutet“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. „Für den Maschinenbau gehört Großbritannien zu den Kernmärkten. Ein EU-Austritt wäre daher ein großer Verlust für diese Industrie. Es ist absehbar, dass ein Brexit den bilateralen Handel mit Großbritannien deutlich erschweren würde.“

Der VDMA weist darauf hin, dass der deutsche Maschinenbau auf Exporte angewiesen ist und 77 Prozent seiner Umsätze im Ausland (2015) erzielt. Großbritannien liegt im Ranking der wichtigsten Exportmärkte hinter den USA (16,8 Milliarden Euro), China (16 Milliarden Euro) und Frankreich (9,8 Milliarden Euro) und noch vor Italien (6,5 Milliarden Euro) und den Niederlanden (6,1 Milliarden Euro). Gleichzeitig war Deutschland 2015 wichtigster Maschinenlieferant für Großbritannien vor den USA und deutlich vor China.

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