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Statistisches Bundesamt Deutsche Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im zweiten Quartal 2015 um 0,4 % höher aus als im ersten Quartal. Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen stiegen um 3,3 %. Wachstumsmotor ist nach wie vor der Export, doch auch die Inlandsnachfrage steigt.

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Statistisches Bundesamt: Im 2. Quartal 2015 wuchs die deutsche Wirtschaft
Statistisches Bundesamt: Im 2. Quartal 2015 wuchs die deutsche Wirtschaft
(Bild: Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft IESM, pixelio.de)

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts kamen die positiven Impulse im Vorquartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) vor allem vom Außenbeitrag, so die aktuelle Studie des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Insgesamt wurden vorläufigen Berechnungen zufolge 2,2 % mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert als im ersten Quartal 2015. Die Importe legten im selben Zeitraum um 0,8 % zu. Dadurch war der Außenbeitrag – also die Differenz aus Exporten und Importen – mit einem Beitrag von + 0,7 Prozentpunkten der größte Wachstumsmotor für das BIP im Berichtszeitraum.

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Aus dem Inland kamen gemischte Signale

Die privaten Haushalte steigerten ihre Konsumausgaben geringfügig um 0,2 %, die staatlichen Konsumausgaben waren um 0,3 % höher als im Vorquartal. Dagegen gingen die Anlageinvestitionen im Vergleich zum ersten Quartal um 0,4 % zurück. Zusätzlich gab einen merklichen Vorratsabbau, der sich negativ auf das BIP-Wachstum auswirkte (– 0,4 Prozentpunkte).

Insgesamt verzeichnete die inländische Verwendung im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres einen leichten Rückgang und dämpfte das Wirtschaftswachstum rechnerisch um – 0,3 Prozentpunkte. Im Vorjahresvergleich hat sich die Wirtschaftsleistung ebenfalls erhöht: Das preisbereinigte BIP stieg im zweiten Quartal 2015 um 1,6 %, nach + 1,2 % im ersten Quartal 2015.

Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2015 wurde von 42,8 Mio. Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 175.000 Personen oder 0,4 % mehr als ein Jahr zuvor (siehe Mitteilung 293/15 vom 14. August 2015).

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität ist ersten vorläufigen Berechnungen zufolge gegenüber dem Vorjahr gestiegen – gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde um 1,0 %, je Erwerbstätigen um 1,2 %.

Das Ausland ist nach wie vor Wachstumstreiber

Auch im Vorjahresvergleich kamen die Wachstumsimpulse im zweiten Quartal 2015 vor allem vom Außenhandel: Es wurden preisbereinigt 6,6 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als vor einem Jahr. Die Importe stiegen im selben Zeitraum mit + 5,6 % nicht ganz so stark.

Dadurch ergibt sich für den Außenbeitrag als Saldo zwischen Exporten und Importen ein rechnerischer Wachstumsbeitrag zum BIP von + 0,9 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Die privaten und staatlichen Ausgaben steigen

Die privaten Konsumausgaben stiegen um 1,8 %, die staatlichen um 1,9 %. In Ausrüstungen – darunter fallen hauptsächlich Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – wurde preisbereinigt 3,0 % mehr investiert als im zweiten Quartal 2014. Die Bauinvestitionen nahmen leicht um 0,8 % zu. Der Vorratsabbau bremste das BIP-Wachstum (– 1,0 Prozentpunkte). Insgesamt stieg die inländische Verwendung im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 %.

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Vorjahresvergleich in den meisten Wirtschaftsbereichen höher als ein Jahr zuvor: Die größten Zuwachsraten gab es im Bereich der Informations- und Kommunikationsdienstleister (+ 2,8 %) sowie im produzierenden Gewerbe (+ 2,4 %).

Auch die Unternehmensdienstleister steigerten ihre Wirtschaftsleistung um 2,4 %. Einen Rückgang der Bruttowertschöpfung gab es unter anderem bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern (– 1,0 %). Insgesamt war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche um 1,6 % höher als im zweiten Quartal 2014.

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