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Jahreswirtschaftsbericht Deutsche Wirtschaft in „unruhigem Fahrwasser“

| Redakteur: MA Alexander Stark

In ihrem Jahreswirtschaftsbericht gab die Bundesregierung vor wenigen Wochen bekannt, dass die deutsche Wirtschaft sich weiter und damit das zehnte Jahr in Folge auf Wachstumskurs befindet. Sie konstatierte aber auch, dass die Wirtschaft trotz der aufwärtsgerichteten Entwicklung in unruhiges Fahrwasser geraten sei.

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Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter und damit das zehnte Jahr in Folge auf Wachstumskurs.
Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter und damit das zehnte Jahr in Folge auf Wachstumskurs.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Berlin – Die Bundesregierung erwartet für das Jahr 2019 ein Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 1,0 %. Der Arbeitsmarkt entwickle sich weiterhin positiv. Die Arbeitslosenquote werde im Jahr 2019 voraussichtlich auf 4,9 % sinken, die Zahl der Beschäftigten weiter auf 45,2 Millionen steigen. Gleichzeitig hätten sich jedoch die Risiken vornehmlich aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld erhöht. Dies sei ein Grund dafür, dass sich das Wachstumstempo 2019 im Vergleich zum Vorjahr reduziere. Und in der Tat, nach dem Wachstum in 2017 mit 2,2 %, das bis weit in das erste Halbjahr 2018 hineinreichte, hat sich seither eine deutliche Abkühlung der Lage ergeben, stellt der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) in einer Mitteilung fest.

Im Ergebnis wuchs die Wirtschaft im Gesamtjahr nur noch um 1,5 % - vor einem Jahr hatte die Bundesregierung eine Beschleunigung des Wachstums auf 2,4 % für 2018 erwartet. Unter anderem stellt die Regierung in ihrem neuen Bericht fest, dass die wie erwartet eingetretene Steigerung des verfügbaren Einkommens der Haushalte (+3,2  %) trotz der ebenfalls wie prognostiziert moderaten Preissteigerung (+1,6  %) nicht zu einem verstärkten privaten Konsum geführt habe. Dieser stieg nur um 1 %. Statt einer stärkeren Ausweitung des Konsums stieg die Sparquote der privaten Haushalte deutlich an. Ein Zeichen, dass die weltwirtschaftlichen Risiken auch im Bewusstsein der deutschen Verbraucher angekommen sind.

Konjunktureller Temperatursturz

Im laufenden Jahr wird der konjunkturelle Temperatursturz noch deutlicher werden: Nur noch um 1 % soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Noch vor wenigen Monaten lagen alle Projektionen eher bei dem doppelten Wert. Und auch bei der jetzigen Prognose der Bundesregierung sind noch nicht alle Risiken eingepreist.

Hierzu heißt es im Bericht zu den Annahmen der Berechnungen: „So bleibt zum Beispiel der Finanzsektor stabil und es kommt zu keiner Ausweitung der Handelskonflikte. In der Projektion wird von einem geregelten Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union ausgegangen.” Es seit also keineswegs ausgeschlossen, dass sich auch diese Prognose im Nachhinein als (zu) optimistisch herausstellen werde, so der BAVC.

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