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Vfa-Herbstsymposium

Deutsche Pharmaindustrie darf digitale Wende nicht verschlafen

| Redakteur: Tobias Hüser

Wissenstransfer und Digitalisierung sind Schlüsselthemen der Pharmaindustrie.
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Wissenstransfer und Digitalisierung sind Schlüsselthemen der Pharmaindustrie. (Bild: Vfa / Martin Joppen)

Deutschland hat im internationalen Standortwettbewerb der Pharmaindustrie zwei Trumpfkarten auf der Hand, um die es von vielen beneidet wird: Die Produktionskompetenz für komplexe Arzneimittel und die pharmazeutische Forschung. Darüber waren sich die Teilnehmer des Vfa-Herbstsymposiums einig. Doch dürfe man bei der Digitalisierung nicht weiter so langsam vorankommen. Ansonsten sei Deutschlands Spitzenposition in der Pharmaindustrie in Gefahr.

Berlin – Von Technik und Forschung profitiert Deutschland wirtschaftlich: Bedeutende Investitionen in die Produktion – rund 1,3 Milliarden Euro jährlich – und hohe Aufwendungen der Pharma-Industrie für Forschung – rund 5,5 Milliarden Euro jährlich – sorgen für Umsatz, Gewinn, Löhne und Steuern. Auf dem Vfa-Herbstsymposium betonte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier allerdings, dass man aufpassen müsse im Bereich Forschung nicht stehenzubleiben: „Wichtig ist es, schneller von der Forschung zur Anwendung zu kommen - gerade auch bei Entwicklung neuartiger Arzneimittel.“ Startups, Ausgründungen durch Venture Capital, neue Fördermöglichkeiten für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft und vor allem die Nachwuchsförderung und Fachkräftesicherung müssten eine gute Unterstützung erfahren.

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19.11.18 - Der Vorstoß zu gesetzlichen Biosimilarquoten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist aus Sicht des Verbands der deutschen Pharma-Unternehmen (Vfa) nicht erforderlich. Der Markt für Biosimilars sei auf einem guten Weg und bekomme gerade noch mehr Schwung, weil große Patente auslaufen und die Konkurrenz wächst. lesen

Aus Sicht des Vfa-Vorsitzenden Han Steutel gehe vor allem nichts mehr ohne Digitalisierung: „Das gilt für die Taktzahl der Forschung, neue Therapiemöglichkeiten in der Medizin, aber auch für die Konkurrenzfähigkeit einer wissensbasierten Wirtschaft, wie es die deutsche ist. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur in der Fläche geht jedenfalls einfach zu langsam voran. Dabei wohnen auch auf dem Land junge Ausnahmetalente, die das Web zur Bildung brauchen oder für eine Firmengründung nutzen wollen.“

Steutel stellte die Frage, ob es fair sei, diese Menschen digital abzukoppeln. Zufrieden zeigte er sich aber mit dem Gesundheitssektor und der dynamischen Diskussion um die elektronische Patientenakte. „Das muss man nach der Hängepartie der vergangenen Jahre loben. Warum aber ausgerechnet die Patienten dabei keine größere Rolle gespielt haben, ist unverständlich. Mittelfristig könnte man nämlich schon überlegen, ob Patienten nicht noch stärker in die Forschung einbezogen werden können, damit sie schneller von den Ergebnissen profitieren. Die elektronische Patientenakte könnte die Schnittstelle sein, um das künftig zu bewerkstelligen," so Steutel.

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