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GKV Jahrespressekonferenz 2015 Deutsche Kunststoffbranche wächst weiter

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Der Gesamtverband Kunststoff verarbeitende Industrie e. V. (GKV) zeigte sich im Rahmen seiner diesjährigen Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main optimistisch für das Jahr 2015. Die Branche hat das Vorjahr abermals mit einem Rekordumsatz abgeschlossen.

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Dirk E. O. Westerheide, Präsident des GKV zur Arbeitsstättenverordnung:„Wer fordert, dass man sich um die Größe von Teeküchenfenstern kümmern soll, der hat die industriepolitschen Herausforderungen unserer Zeit nicht begriffen.“
Dirk E. O. Westerheide, Präsident des GKV zur Arbeitsstättenverordnung:„Wer fordert, dass man sich um die Größe von Teeküchenfenstern kümmern soll, der hat die industriepolitschen Herausforderungen unserer Zeit nicht begriffen.“
(Bild: Königsreuther)

Nach deutlichen Zuwächsen zu Jahresbeginn verlangsamte sich die Wachstumsdynamik ab der zweiten Jahreshälfte. Die Branche ist damit erneut stärker gewachsen als der Durchschnitt der Wirtschaft. Nach wie vor belasten jedoch noch die hohen Stromkosten die Wettbewerbsfähigkeit der Kunststoffindustrie, gepaart mit Auswirkungen der Mindestlohnforderungen und der Arbeitsstättenverordnung.

Rekordwachstum für die Kunststoffindustrie

GKV-Präsident Dirk E. O. Westerheide gab auf der traditionellen Aschermittwochs-Jahrespressekonferenz bekannt, dass die Kunststoffbranche ein Wachstum von 2,6 % im Geschäftsjahr 2014 verbucht. In Absolutwerte umgerechnet, und verglichen mit 2013, ist der Umsatz der Kunststoffindustrie demnach von 57,5 Milliarden Euro auf etwa 59 Milliarden Euro gestiegen. Laut Westerheide ist das ein weiterer Rekord für den Polymersektor in Deutschland. Auch für 2015 rechnen mehr als 90 % der Betriebe mit einem Umsatzplus oder vergleichbaren Umsatzergebnissen.

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Faserverbundsektor entwickelt sich positiv

Umsatzmotoren waren laut Westerheide technische Teile im Fahrzeug-, Elektro- und Maschinenbau mit einem Plus von 3,6 %, gefolgt von der Verpackungsindustrie mit 3,0 %, sowie dem Haushalts-, Konsumer- und Medizinartikelsektor mit etwas über 3,0 % Wachstum. Mit dürftigen 0,2 % bildet der Bausektor das Schlusslicht am Konjunkturzug. Speziell was die faserverstärkten Kunststoffe (FVK) angeht, bilden glasfaserverstärkte Produkte mit einem Gesamtanteil von über 95 % den Löwenanteil am gesamten Compositemarkt. Das größte relative Wachstum wird aber im Carbonfaserbereich prognostiziert, das vor allem von den Bestrebungen der Automobil- und Luftfahrtindustrie ausgelöst wird, gefolgt von der Windkraft. „Um gut 5 % wird der CFK-Sektor wachsen“, präzisierte Westerheide. Auch wenn einige Kfz-Modelle dieser Bauart noch nicht ihren Absatz-Soll erreicht haben, werde es da weiter aufwärts gehen.

Aber nicht alles ist rosig für die Unternehmer

Für lächelnde Gesichter sorgt auch der niedrige Rohölpreis. „Unsere Branche könnte von einem mittelbaren Schub von etwa 25 Milliarden Euro profitieren“, schätzt der GKV-Präsident. Doch es gibt auch negative Impulse: Hohe Strompreise und EEG-Umlagen belasten die meisten Unternehmen der Kunststoffbranche, wie es heißt. Alleine die Umlage bedeute Ausgaben, die einer zweistelligen Lohnerhöhung für die Mitarbeiter gleichkomme. „Bei der Dauerbaustelle Energiekosten kann keine Entwarnung gegeben werden“, so Westerheide. Außer dem Fachkräftemangel – es fehlen gut 50 % an Nachwuchskräften – könnten Aspekte der Mindestlohnforderung als Bremsklötze fungieren: denn bleiben die Forderungen seitens der Politik wie sie sind, müssten auch Mittelständler für ihre komplette vorgelagerte Lieferkette samt Auftragnehmern beweisen, dass alle Partner den festgelegten Mindestlohn zahlen. „Das kann keinesfalls die Aufgabe von den Unternehmen sein“, konstatierte Westerheide.

Der Beitrag wurde zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke MM Maschinenmarkt veröffentlicht.

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