Forschungsetat der deutschen chemischen Industrie

Deutsche Chemiebranche erhöht Forschungsbudget deutlich

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46 Prozent der großen Chemieunternehmen planen einen Ausbau ihres Forschungsengagements in Schwellenländern, vor allem in Asien. Knapp ein Drittel der großen deutschen Chemieunternehmen will ihre Forschung dort sogar stärker ausbauen als in Deutschland. „Ihre Motive sind dabei ähnlich wie beim Aufbau von Produktionskapazitäten vor Ort“, erläuterte Kreimeyer: „Sie nutzen die Nähe zu wichtigen Absatzmärkten, greifen auf wissenschaftliches Know-how und den Talentpool vor Ort zurück.“ Daher müsse man sich anstrengen, damit Deutschland ein Spitzenforschungsstandort bleibe. Der Vorsitzende des VCI-Forschungsausschusses mahnte deshalb die Bundesregierung an, sich noch in dieser Legislaturperiode für eine steuerliche FuE-Förderung zu entscheiden.

"Wir können uns nicht der Tatsache verschließen, dass Asien rasant seine Forschungskompetenz ausbaut", betonte Kreimeyer vor den Journalisten. So habe sich beispielsweise die chinesische Regierung das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2050 zu einer führenden Wissenschaftsmacht zu werden und verfolgt dieses – auch im Bereich chemischer Forschung – mit einer Vielzahl politischer Maßnahmen. Gleichermaßen aktiv sind andere asiatische Länder, wie z. B. Korea. Dort sind die FuE-Ausgaben der Chemie in den letzten Jahren um durchschnittlich 15 Prozent pro Jahr gestiegen.

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Die hohe Bedeutung der Chemieforschung in dieser Region wird durch die rasant steigende Zahl an Patenten, aber auch an Publikationen unterstrichen. Der Anteil der Chemiepublikationen an den Publikationen eines Landes ist in China (25 Prozent; das entspricht mehr als 31.190 Publikationen), Indien (23 Prozent; über 9.300 Veröffentlichungen) und Korea (17 Prozent; 6.380 Veröffentlichungen) weit höher als im weltweiten Durchschnitt; hier liegt er bei 13,6 Prozent (insgesamt 164.500 Veröffentlichungen). Doch trotz dieser beispiellosen Aufholjagd: Die Schwellenländer China und Indien könne ihren Bedarf an forschungsintensiven Chemiewaren laut Kreimeyer trotz verstärkter Forschung längst nicht decken. Hier ergäben sich Marktpotenziale für deutsche Chemieunternehmen.

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