Halbjahres-Umsatz Deutsche Armaturenhersteller auf der Suche nach neuen Absatzmärkten

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Nachlassender Investitionsboom, Sanktionen, niedriger Ölpreis, Brexit. Im ersten Halbjahr 2016 hatten die deutschen Industriearmaturenhersteller wenig Anlass zur Freude. Der Umsatz ging insgesamt um nominal 3 % zurück. Besonders das nicht-europäische Ausland hinterließ mit 13 % ein dickes Minus in den Büchern.

Firmen zum Thema

Wie hat sich der Export von Industriearmaturen in den Monaten Januar bis April 2016 entwickelt?
Wie hat sich der Export von Industriearmaturen in den Monaten Januar bis April 2016 entwickelt?
(Bild: VDMA)

Frankfurt – Im Inland und in Europa verzeichneten die deutschen Industriearmaturenhersteller zwar ein Umsatzplus von fünf Prozent, der Auftragseingang stagnierte dagegen in den ersten 6 Monaten auf Vorjahresniveau und lässt für die zweite Jahreshälfte keine deutliche Steigerung der Umsätze erwarten. Vor diesem Hintergrund geht der VDMA Fachverband Armaturen für 2016 bestenfalls von einem Umsatz auf Vorjahresniveau aus.

In den einzelnen vom VDMA statistisch erfassten Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze von Januar bis Juni 2016 auf unterschiedlichem Niveau. Die Sicherheits- und Überwachungsarmaturen verzeichneten ein Umsatzminus von 1 %. Bei den Absperrarmaturen gingen die Umsätze nominal um 6 % zurück. Die Regelarmaturen blieben auf Vorjahresniveau.

Exportvolumen geht um 5,2 % zurück

Im Zeitraum Januar bis April 2016 erzielten die deutschen Industriearmaturenhersteller ein Exportvolumen von 1,1 Milliarden Euro. Ein Minus von 5,2 % im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Lichtblick waren lediglich die Ausfuhren ins europäische Ausland. Besonders Tschechien (+ 27,8 %), Österreich (+ 12,9 %) und Frankreich (+ 4,0 %) legten zu.

Nach dem Brexit leidet die britische Wirtschaft unter der Unsicherheit über die künftigen Produktions- und Absatzbedingungen. Investoren stoppen geplante Projekte oder verschieben diese. Bereits vor der Entscheidung der Briten die EU zu verlassen, war die Nachfrage von der Insel nach Industriearmaturen aus Deutschland mit 10,7 % rückläufig.

Absatzmärkte China, USA und Russland schwächeln

Nach dem Investitionsboom der vergangenen Jahre pendelt sich die chinesische Wirtschaft ein. Die Industrieproduktion wächst nur noch langsam; Wachstumsimpulse kommen vermehrt aus dem Dienstleistungssektor und dem privaten Konsum. Trotz eines Exportrückgangs von 25,3 % (Januar bis April 2016) bleibt China das mit Abstand wichtigste Abnehmerland deutscher Industriearmaturenhersteller.

In den USA schlägt zurzeit vor allem die Konsolidierung in der Öl- und Gasförderung negativ zu Buche. In anderen Branchen drücken sinkende Unternehmensgewinne, der hohe Dollarkurs und die weiterhin schwache Auslandsnachfrage auf die Stimmung. Investitionshemmend wirkt weiter die niedrige Kapazitätsauslastung, die sich mit gut 75 % um fast 5 Prozentpunkte unter ihrem langjährigen Durchschnitt befindet. Viele Unternehmen bleiben daher mit ihren Expansionsplänen zurückhaltend. Die Exporte von Industriearmaturen in die USA gingen in den ersten vier Monaten 2016 um 3,5 % zurück.

Schwierig ist zudem die Marktlage in Russland. Niedrige Rohstoffpreise, rückläufige Investitionen, klamme Konsumenten – Russland steckt in der Wirtschaftskrise. Das Absatzvolumen von deutschen Industriearmaturen nach Russland brach in den ersten 4 Monaten 2016 um 17,1 % ein.

(ID:44223200)