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Der Weg zur Drucklufteffizienz kann komplex sein

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90 % der Druckluftanwender verschwenden laut VDMA Energie. Woran liegt das?

Jäschke: Ein Teil ist zum Beispiel Leckage, damit können (laut Statistik) zwischen 18 und 25 % der Energie eingespart werden. Leckagen finden jedoch meistens in der Produktion und nicht in der Drucklufterzeugung statt. Da sind Rohrleitungen undicht, da gibt es ganze Ventilblöcke, die an allen Ecken pfeifen, und keiner kümmert sich darum. Es gibt dafür von unserem Unternehmen Leckagenmess-, Leckagesuchsysteme auf Ultraschallbasis, so kann der Servicetechniker anhand der Geräuschquelle erkennen, wo die Leckage ist und wie viel Druckluft austritt.

Ruppelt: Das liegt daran, dass die meisten gar nicht wissen, dass sie Druckluft viel effizienter erwirtschaften und einsetzen können. Wir waren die ersten, die darüber geredet haben, dass bei der Druckluft Einsparungen möglich sind und dass die Druckluft nicht optimal genutzt wird. Das ist ein zweischneidiges Schwert. Denn redet man drüber, hört man leicht den Vorwurf: Diese Energie ist so unwirtschaftlich, da wird ja so viel verschwendet. Redet man nicht drüber, hat man zwar das Schweigen auf seiner Seite, weil es nur die Spezialisten merken, aber zum Energieeinsparen trägt das garantiert nicht bei. Unser Ziel ist aber nun mal Energieersparnis. Also reden wir darüber!

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Haerter: Wir haben schon früh versucht, unsere Kunden zum Energiesparen zu bewegen, und deutlich gemacht, dass der Kostenfaktor Druckluft zu hoch ist, um vernachlässigt zu werden – zumal der Anteil der Energiekosten an der Drucklufterzeugung 65 bis über 80 % beträgt. Das bedeutet: Maßgeblich für die Entscheidung unter Kostenaspekten ist der Energieverbrauch einer Kompressorstation. Hier können höhere Anfangsinvestitionen durchaus einen schnellen „Return on Invest“ nach sich ziehen. Wir treffen jedoch auch heute noch auf Unternehmen, die dies aus unterschiedlichsten Gründen vernachlässigen. Da bleiben dann viele Einsparpotenziale, die die Kompressortechnik bieten kann, ebenso ungenutzt wie übergeordnete Steuerungen und die Möglichkeiten der Wärmerückgewinnung.

Scherff: Basierend auf einem Air-Audit kann dem Kunden Einsparpotential aufgezeigt werden. Die Frage ist doch: Was wird dem Kunden eine Optimierung der Energieeffizienz einbringen und wie viel muss er dafür aufwenden? Diese Frage stellt sich für sein gesamtes Unternehmen. Wir sehen immer Potenzial für mehr Energieeffizienz, aber können die Betreiber das auch umsetzen?

Ruppelt: Das Wissen über Druckluft ist inzwischen gestiegen, insofern brauchen wir nicht verzweifelt zu sein. Allerdings gibt es immer noch Bereiche, wo diese Synergien wie die Wärmerückgewinnung nicht erkannt werden. Auch Leckagen sind noch immer ein vernachlässigtes Thema, auf das wir hinweisen.

* Der Autor ist Redakteur bei MM Maschinenmarkt. E-Mail: stephane.itasse@vogel.de

** Den Roundtable moderierten MM-Chefredakteur Frank Jablonski und MM-Redakteur Stéphane Itasse.

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