MM-Maschinenmarkt-Roundtable

Der Weg zur Drucklufteffizienz kann komplex sein

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Sind die Anwender überhaupt vorbereitet und ausgerüstet, um Energie und Druckluft einzusparen?

Scherff: Energie ist ein unbestrittener Kostenfaktor für den Kunden, daher sind energieeffiziente Lösungen immer willkommen. Das Entscheidende ist aber: Ist noch Potenzial vorhanden? Da sind die meisten Betriebe oft auf sich alleine gestellt oder es fehlen die passenden Hilfsmittel. Ingenieurbüros haben meist nicht die technischen Hilfsmittel wie wir als Kompressorenhersteller. Wir können den Bedarf beim Kunden mit verschiedenen Szenarien – Last-/Leerlauf Maschinen, Drehzahlregelung et cetera – simulieren und so belegen, wie viel Potenzial an Energieeinsparungen noch vorhanden ist.

Jäschke: Da für die Rückerstattung von Energiesteuern ein Energiemanagement erforderlich ist, sind die Türen weiter geöffnet worden, sodass die Unternehmen quasi gezwungen sind, mit Energieberatern zusammenzuarbeiten. Im Rahmen des Energiemanagements fällt schnell auf, wo die hohen Energiekosten liegen. Dementsprechend kann Boge vor Ort eine Ist-Aufnahme mit anschließender Beratung zur Optimierung durchführen und mit dem Kunden erste Schritte in Richtung Energieoptimierung in der Druckluftversorgung gehen, um somit Energie einzusparen.

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Haerter: Natürlich erwarten unsere Kunden eine systemneutrale Beratung. Wir sehen uns dabei als Energieberater. Die Förderbanken wie die KfW haben auf ihrer Website Hunderte von ihnen, die ein Allgemeinwissen haben, die in Gebäudetechnik bewandert sind, aber die sich mit dem Medium Druckluft nicht so weit auskennen, wie es notwendig ist. Unsere Beratungsleistung ist daher immer häufiger gefragt.

Sind die Energieberater überflüssig?

Jäschke: Nein, die Energieberater sind oft im Bereich der Drucklufttechnik nicht ausreichend ausgebildet, um die Zusammenhänge in der Tiefe genügend bewerten zu können, wie es die vier Unternehmen können, die hier am Tisch sitzen. Ein Energieberater ist optimal für eine Initialberatung, aber wenn es um die Auslegung der Druckluftanlage geht, sollte er uns dazunehmen.

Scherff: Keineswegs sind sie überflüssig. Allerdings betrachten sie meist nur das Grobe, wo im Betrieb Energie benötigt wird. Schön wäre es, wenn auch unsere Beratung durch Förderprogramme akzeptiert würde. Anstatt zu sagen: „Ihr könnt 10 bis 15 % an Energie sparen“, geben wir eine klassifizierbare Größe für den Teilbereich Druckluft an. Allerdings können Energieberater uns die Tür öffnen, da unsere Kunden durch deren Beratung Zugang zu Förderdarlehen haben.

Ruppelt: Natürlich sind sie nicht überflüssig. Mittlerweile gibt es den von der IHK zertifizierten Energiemanager mit einem qualifizierten Ausbildungsprogramm. Diese Leute sind fit darin, einen Überblick über die Systeme zu bekommen und in den Betrieben Synergien zu erkennen. Ihnen wird aber auch gesagt: „Wenn es dann in die Tiefe geht, holt den Spezialisten.“

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