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Hannover Messe 2013 Der Pumpenplatz als Markt für Innovationen

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Der Pumpenplatz ist ein Gemeinschaftsstand in Halle 14 (Stand L09) der Hannover Messe. Das Konzept: Man versteht sich als Treffpunkt für Besucher, die sich hier in ungezwungener Atmosphäre austauschen können. PROCESS zeigt, was den Besucher auf diesem Marktplatz erwartet.

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Seit dem Start des Pumpenplatzes im Jahr 2011 haben sich die Zahl der Aussteller (25) und auch der belegte Platz (500 m²) mehr als verdoppelt.
Seit dem Start des Pumpenplatzes im Jahr 2011 haben sich die Zahl der Aussteller (25) und auch der belegte Platz (500 m²) mehr als verdoppelt.
(Bild: Deutsche Messe)

Mit dem Leitthema „Integrated Industry“ rückt die Hannover Messe 2013 die zunehmende Vernetzung aller Bereiche der Industrie in den Mittelpunkt. „Maschinen, Anlagen, Werkstücke und Bauteile werden künftig Daten und Informationen in Echtzeit austauschen. Hierdurch wird es in Produktion und Logistik einen Schub für Effizienz, Sicherheit und Ressourcenschonung geben“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorstand der Deutschen Messe.

Vom „dummen“ Aggregat zum mechatronischen System

Diese verstärkte Nutzung von Daten aus dem Prozess ist auch bei Pumpen zu beobachten: Vom „dummen“ Aggregat, das nur die Funktion Ein-/Ausschalten kannte, hat sich die Pumpe zum mechatronischen System entwickelt. Sensoren stellen zusammen mit intelligenten Mikrochips und Stellgeräten sicher, dass Prozesse in einer gewünschten Weise ablaufen. Nicht zuletzt sorgt smarte Elektronik dafür, dass die Pumpe so energieeffizient wie möglich arbeitet.

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Vortragsreihe

Das wird nicht allein bei den Exponaten der Aussteller auf dem Pumpenplatz deutlich, sondern auch bei der Vortragsreihe am 11. April mit anschließender Podiumsdiskussion:

  • Drehzahlregelung in Kälteanlagen (Danfoss);
  • Energieeffiziente Drehkolbenpumpen (Netzsch);
  • IE4-Antriebspaket mit Synchronreluktanzmotor senkt Energieverbrauch (ABB);
  • auf der Podiumsdiskussion diskutieren Repräsentanten von ABB, Flowserve, Netzsch und Grundfos über effiziente Pumpenlösungen.

Um Entwicklungen bei Kreiselpumpen geht es auf der nächsten Seite.

Kreiselpumpen: Mehrzweck-Pumpen für die Industrie

Dass gerade beim Fördern großer Wassermengen die Energieeffizienz eine zentrale Rolle spielt, liegt auf der Hand. Deshalb wird es der kommunale oder industrielle Betreiber zu schätzen wissen, dass Norm- und Blockpumpen NK und NB von Grundfos bereits hydraulisch mit Bestwerten glänzen.

Bei variablen Fördermengen bieten die frequenzgeregelten Varianten NKE bzw. NBE mit dem vom Anbieter selbst entwickelten MGE-Hocheffizienzmotor (IE3 standardmäßig bis 22 kW verfügbar) durch das automatische Anpassen der Drehzahl in Kombination mit einer betriebsspezifischen Laufraddimensionierung weitere Einsparmöglichkeiten.

Xylem offeriert die mehrstufige vertikale Kreiselpumpe des Typs e-SV als zuverlässige Mehrzweckpumpe für den Einsatz in der industriellen Wasserversorgung und Wasseraufbereitung. Interessant sind die schwimmend gelagerten Schleißringe, ein PPS-Technopolymer mit Glasfüllung, beständig gegen chemisch korrosive und mechanisch aggressive Flüssigkeiten sowie gegen hohe Temperaturen. Die entlastete Gleitringdichtung kann ohne Abbau des Motors von der Hydraulik ausgetauscht werden. Optional sind Ausführungen mit Dichtungen für höhere Betriebstemperaturen (bis 150 °C), mit niedrigem NPSH, Hochdruckversionen (bis 40 bar) sowie passivierte und elektrolytisch polierte Modelle verfügbar.

Dreht sich wirklich alles um das Thema Energieeffizienz?

Der flüchtige Betrachter könnte durchaus meinen, alles drehe sich heute um das Thema Energieeffizienz. Edur-Chef Dr. Jürgen Holdhof stellte das kürzlich in einem Beitrag für PROCESS zu Recht in Frage (Ausgabe 1-2013, S. 40). Er hat natürlich vollkommen Recht. Klar gibt es Sachzwänge, die andere Prioritäten erfordern. Beispielsweise wenn es um Leckagefreiheit geht. Vor allem toxische, umweltgefährdende und explosive Förderflüssigkeiten benötigen hermetische Wellenabdichtungssysteme. Hier setzt Edur bei seinen Prozesspumpen (neben anderen Dichtungssystemen) auf die Magnetkupplung. Die Vorteile dieses Dichtungssystems sind absolute Leckagesicherheit, Verschleiß- und Wartungsfreiheit sowie eine hohe Betriebssicherheit.

Um Entwicklungen bei Verdrängerpumpen geht es auf der nächsten Seite.

Verdrängerpumpen: Beim Dosieren zählt die Präzision

Hermetisch dicht sind auch die Prozess-Membranpumpen von Lewa, beispielsweise die Dosier-Membranpumpe ecosmart für kleine bis mittlere Drücke und kleine Förderströme. Um parallel zu den hochwertigen Komponenten – dem Pumpenkopf aus Edelstahl (1.4404, Alloy 20), der PTFE-Sandwich-Membran, der Membranüberwachung und dem Membranschutzsystem (DPS) – einen weiten Einsatzbereich abzudecken, wurden vier Leistungsgrößen bis 300 l/h entwickelt. Als weitere Variante kommt ein Pumpenkopf aus PVC hinzu.

Die Prozessdosierpumpe Zentriplex von Prominent ist eine oszillierende Mehrzylinder-Prozessmembranpumpe mit hoher Leistung und hohem Wirkungsgrad bei geringem Grundflächenbedarf. Abweichend von der konventionellen Bauweise sind die Membrandosierköpfe und Hydraulikeinheiten sternförmig um das Triebwerk angeordnet. Fördereinheiten und Triebwerkseinheit sind platzsparend übereinander montiert.

Bei Netzsch stehen Verdrängerpumpen traditionell im Mittelpunkt. Bei der Drehkolbenpumpe mit dem schönen Namen Tornado treffe Servicefreundlichkeit auf Leistungseffizienz, wie der Anbieter betont. Während der Drehbewegung der Kolben berühren sich nur noch Gummi und Metall. Der verschleißintensive Kontakt zwischen Gummiteilen ist ausgeschlossen. Durch die Umkehrung der Materialen zwischen den statischen und den dynamischen Bauteilen sind die Elastomerteile einer geringeren dynamischen Belastung durch plastische Verformung ausgesetzt.

Bei den Schlauchpumpen des Typs SPX von Axflow handelt es sich um industrielle Hochdruck-Schlauchpumpen in Duplex-Ausführung. Die direkt gekuppelten Schlauchpumpen bieten Anwendern hohe Standzeiten bei geringen Wartungs- und Stillstandszeiten. Das Leistungsspektrum reicht bis 80 m³/h bei maximalen Gegendrücken bis 16 bar. Die Möglichkeit des Verpumpens extrem hoher Feststoffkonzentrationen beispielsweise für Abwasseranwendungen – dreimal höher als bei Zentrifugalpumpen möglich – reduziert die benötigte Durchflussrate um 65 bis 70 % bei gleicher Fördermenge an Schlamm. Das bedeutet: Ein geringerer Energieaufwand, weniger Prozesswasser, höhere Effizienz beim Filtern.

Die schonende Behandlung der Produkte, der nahezu pulsationsfreie, regulierbare Förderstrom, das Selbstansaugvermögen und die Einsatzmöglichkeit zur Förderung flüssiger, nicht homogener und hochviskoser Produkte: Exzenterschneckenpumpen haben viele Vorteile. Die Aggregate von Kiesel zeichnen sich durch Spezialrotoren mit äußerst großer Exzentrizität aus. Sie fördern das Produkt auf diese Weise mit geringstmöglicher Pressung sehr schonend.

Fazit

Pumpen stehen immer mehr in der Pflicht, sich in den Prozess einzubringen – als reagierende Systemkomponente ebenso wie als aktives Element. Die Diskussionen auf dem Pumpenplatz der Hannover Messe werden zeigen, ob das Angebot der Anbieter die Erwartungen der Betreiber trifft.

* Der Autor ist freier Mitarbeiter bei PROCESS.

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