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Biokunststoffe Der Markt für Biokunststoffe wächst trotz des niedrigen Ölpreises weiter

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Die weltweiten Produktionskapazitäten für Biokunststoffe steigen trotz des niedrigen Ölpreises. Das Wachstum findet jedoch weitestgehend außerhalb Europas statt. Treiber sind biobasierte Kunststoffe wie PET und PE.

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Die weltweite Produktionskapazität für Biokunstststoffe steigt weiter an.
Die weltweite Produktionskapazität für Biokunstststoffe steigt weiter an.
(Bild: European Bioplastics)

Berlin – European Bioplastics stellte heute seine aktuelle Marktdatenauswertung im Rahmen der 10. European Bioplastics Konferenz in Berlin vor. Demnach setzt sich der positive Wachstumstrend der weltweiten Biokunststoffindustrie fort.

„Der Markt wird mittelfristig um mehr als 350 Prozent wachsen”, teilte François de Bie, Vorstandsvorsitzender von European Bioplastics mit. Die Daten, erhoben in Zusammenarbeit mit dem IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (Hochschule Hannover) und dem nova-Institut, zeigen, dass die weltweiten Produktionskapazitäten für Biokunststoffe in den kommenden Jahren weiter steigen werden von 1,7 Millionen Tonnen im Jahr 2014 auf etwa 7,8 Millionen Tonnen bis 2019.

Biobasierte Kunststoffe sind die größten Wachstumstreiber

Biobasierte, nicht biologisch abbaubare Kunststoffe, wie biobasiertes PE und biobasiertes PET sind die größten Wachstumstreiber. Über 60 Prozent der weltweiten Produktionskapazität waren im Jahr 2014 biobasierte, haltbare Kunststoffe.

Dieser Anteil wird bis 2019 auf über 80 Prozent ansteigen. Die Produktionskapazität für biologisch abbaubare Kunststoffe, wie PLA, PHA und Stärkeblends verzeichnet ebenfalls ein großes Wachstum von rund 0,7 Millionen Tonnen in 2014 zu weit über 1,2 Millionen Tonnen in 2019. Die Produktionskapazität von PHA wird sich bis 2019 verdoppeln aufgrund eines starken Ausbaus von Kapazitäten in Asien und den USA.

„Kompostierbare Kunststoffe entwickeln sich von einem Nischen- hin zu einem Mainstreamprodukt, denn sie bieten einen echten Mehrwert für ganz spezielle Anwendungsbereiche“, erläutert de Bie.

Verpackung wichtigstes Biokunststoffsegment

Verpackungen bleiben das mit Abstand führende Anwendungsgebiet für Biokunststoffe mit knapp 70 Prozent (1,2 Millionen Tonnen) Anteil am gesamten Biokunststoffmarkt. Aufgrund der hervorragenden Eignung von Biokunststoffen für den Verpackungsmarkt, wird dieser Anteil bis 2019 auf über 80 Prozent (6,5 Millionen Tonnen) ansteigen.

„Die Daten verdeutlichen einen wichtigen Trend, Verpackungen noch ressourcenschonender zu gestalten. Dies spiegelt auch die wachsende Nachfrage der Verbraucher nach Produkten mit einem geringen Umwelteinfluss wider”, erläutert de Bie.

Die Daten bestätigen außerdem einen deutlichen Anstieg von Biokunststoffen in den Anwendungsbereichen Textilien, Automobil sowie bei Gebrauchsgütern.

Die Landnutzungsfläche für den Anbau nachwachsender Rohstoffe zur Produktion von Biokunststoffen belief sich im Jahr 2014 auf rund 0,68 Millionen Hektar. Dies entspricht gerade einmal 0,01 Prozent der weltweiten Landwirtschaftsfläche von 5 Milliarden Hektar, wovon 97 Prozent als Weidefläche sowie für den Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln, Materialnutzung, und als Anbaufläche für die Rohstoffe für Bioenergie und Biotreibstoff genutzt werden.

Dies verdeutlicht, dass zwischen dem Anbau nachwachsender Rohstoffen für Nahrungs- und Futtermitteln und für die Herstellung von Biokunststoffen keine Konkurrenz besteht.

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