Belüftungstechnik für Kläranlagen

Denn Luft ist nicht umsonst – Belüftungstechnik für die aerobe Belebung

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Ausreichend Luft im Festbettreaktor

Die Stadt Luxemburg stand bei der im Stadtteil Beggen installierten Kläranlage zunächst durch EU-weit vorgeschriebene engere Grenzwerte vor allem bei Stickstoff und Phosphor vor der Aufgabe, die Altanlage zu modernisieren. Eine reine Kapazitätsausweitung war aufgrund des stark begrenzten Platzes in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wohnbebauung nicht möglich. „Deshalb nutzen wir heute Festbettreaktoren“, erklärt Betriebsleiter Luc Ley. Das Verfahren funktioniere zwar exzellent, erfordere aber für den Stickstoffabbau deutlich mehr Luft. Der hohe Sauerstoffbedarf resultiert aus dem besonderen Reinigungsverfahren in den Festbettreaktoren.

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Im Rahmen einer umfangreichen Modernisierung der Belüftungstechnik hat der Abwasserbetrieb jetzt leistungsstärkere Drehkolbenverdichter auslegen und einbauen lassen. Die Aggregate aus der Reihe Delta Hybrid D62 S von Aerzen haben eine Anschlussleistung von 75 kW, werden aber über die Frequenzumrichter nur mit einer Nennleistung von 40 kW betrieben. Für die Delta-Hybrid-Systeme folgt daraus, dass sie mit rund 5000 Umdrehungen pro Minute das geforderte Volumen erzeugen – und nicht mit 9000. „Die Aggregate sind heute so dimensioniert, dass sie sich vom Verschleiß her eigentlich langweilen“, merkt Ley an.

Diese auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinende Überdimensionierung bringt für den Abwasserbetrieb handfeste Vorteile mit sich – vor allem bei der Langlebigkeit und den Wartungsintervallen. Waren bei der ursprünglichen Ausrüstung Wartungszyklen von drei Jahren vorgesehen, sind es bei den Delta-Hybrid-Systemen fünf Jahre.

Ein weiterer positiver Effekt der neuen Anlagen sind die sinkenden Energiekosten durch das besondere Wirkprinzip der Delta-Hybrid-Aggregate. Hierbei verbindet Aerzen die Arbeitsweisen von Drehkolbengebläse und Schraubenverdichter zu einer effizienten Einheit – dem weltweit ersten Drehkolbenverdichter. Der sparsame Umgang mit der Ressource Strom resultiert daraus, dass die Baureihe in niedrigen Druckbereichen das Roots-Prinzip der Volldruckverdichtung nutzt und in höheren Druckbereichen auf das Schraubenverdichter-Prinzip mit innerer Verdichtung setzt. Der Hersteller hat errechnet, dass der Drehkolbenverdichter im Vergleich zu herkömmlichen Kompressoren 15 % weniger Strom benötigt. Die Luftförderung erfolgt zudem absolut ölfrei.

Fazit: Luft zur Belüftung der Belebungsbecken im Klärwerk ist in der Tat nicht umsonst. Doch es gibt ausreichend Stellräder, um diesen Kostenblock im Griff zu behalten. Auf der Ifat sind weitere Optimierungslösungen zu sehen.

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