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Verpackungsmarkt im Aufwind

Demographische Entwicklung bestimmt die Zukunftsmärkte

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Die deutschen Verpackungsmaschinenexporte erreichten im Jahr 2010 ein Volumen von 3,9 Milliarden Euro. Wichtigstes Exportland war China mit einem Liefervolumen von 483 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Exporte nach China damit nahezu verdoppelt. Auch die Nachfrage aus den USA zog wieder an und die deutschen Lieferungen erreichten ein Volumen von 413 Millionen Euro, ein Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Russland, dem wichtigsten osteuropäischem Absatzmarkt, hat sich die Nachfrage wieder belebt, nachdem es 2009 durch die Verknappung der Kredite sowie hohe Zinsen zur Verschiebung und Aussetzung von Projekten kam. Deutschland ist seit vielen Jahren der wichtigste Handelspartner Russlands für die Lieferung von Verpackungsmaschinen. Die deutschen Hersteller lieferten 2010 Verpackungsmaschinen im Wert von 247 Millionen Euro nach Russland. Damit liegt man aber noch rund sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch die Lieferungen nach Brasilien legten zu und erreichten ein Volumen von 99 Millionen Euro, ein Plus von knapp 18 Prozent.

Die Nachfrage nach verpackten Nahrungsmitteln und Getränken entwickelt sich auch in den kommenden Jahren weiter dynamisch. Dies allein schon aus demographischen Gründen: Bis zum Jahr 2050 wächst die Bevölkerung weltweit auf neun Milliarden Menschen – das sind 30 Prozent mehr als heute. Bereits heute lebt der größte Teil der Weltbevölkerung in Asien mit einer großen Zahl junger Menschen. Aufgrund dieser demographischen Entwicklungen, dem noch niedrigen Pro-Kopf-Konsum an verpackten Nahrungsmitteln einer wachsenden Mittelschicht und einem zunehmend „westlicheren“ Geschmack, steigt die Nachfrage nach neuen und verpackten Produkten.

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In Europa und Nordamerika liegt der Anteil der Gruppe der über 60-Jährigen bei einem Fünftel der Bevölkerung und dieser Anteil steigt. Convenience-Produkte und Produkte mit gesundheitlichem Zusatznutzen sowie ergonomische Verpackungen, die sich leicht öffnen und verschließen lassen sind dabei Beispiele für spezielle Anforderungen der wachsenden Gruppe der „Best Ager“.

Innovationen im Mittelpunkt

Einhergehend mit der Bevölkerungsentwicklung und der wirtschaftlichen Entwicklung sinken weltweit die Haushaltsgrößen, die wiederum die Nachfrage nach kleinen Packungsgrößen steigen lassen. Die gesättigten Märkte der westlichen Industrieländer sind gekennzeichnet durch einen starken Wettbewerb sowie hohe Reaktionsgeschwindigkeiten auf schnell wechselnde Konsum-trends. Im Mittelpunkt der Lebensmittelindustrie stehen daher Produktinnovationen. Mit neuen Produktlinien, Geschmackrichtungen und Verpackungen kurbeln sie den Umsatz an. So kommen in Europa jährlich mehr als 100 000 neue Produkte auf den Markt, deren Lebenszyklus unterschiedlich kurz bzw. lang ist. Dies bedeutet hohe Variantenvielfalt bei Produkten und Verpackungen. Für den Verpackungsmaschinenbau bedeutet dies: extreme Flexibilität der Anlagen mit hoher Formatbandbreite und schnellen Formatwechseln. Bereits heute schrumpfen die Produktionszyklen aufgrund der geringeren Losgrößen auf wenige Minuten. Unter diesen Bedingungen gewährleisten kurze Umrüstzeiten eine hohe Produktivität. Mittels robotergestützter Automation lässt sich, je nach Anwendung, der Formatwechsel drastisch reduzieren.

Der Verpackungsmaschinenbau ist bereits heute – nach dem Automobilbau – einer der wichtigsten Absatzmärkte für Robotersysteme. Insbesondere Pick-and-Place-Roboter sind einer der großen Trends in der Verpackungstechnik. Der Einsatz von Robotern macht Verpackungsprozesse flexibler und senkt wirkungsvoll den Platzbedarf einer Verpackungsanlage. Moderne Endverpackungslinien werden durch den Einsatz von Robotersystemen zu automatischen Logistiksystemen auf engstem Raum.

Darüber hinaus ist der Verpackungsmaschinenbau auch einer der führenden Anwendungsbereiche von High-Tech-Komponenten der Antriebs-, Steuerungs- und Automatisierungstechnik. Der Einsatz von Sensoren, Kamerasystemen und der dazugehörigen Bildverarbeitungssoftware trägt ebenfalls zu einer weiteren Steigerung der Leistungsfähigkeit moderner Verpackungsanlagen bei.

In nahezu allen Ländern nimmt die Schnelllebigkeit zu. So spricht man heute auch von der 24/7-Gesellschaft – an sieben Tagen in der Woche wird man 24 Stunden täglich gefordert, alles muss schnell gehen. Damit ändern sich auch die Essgewohnheiten. Die Nachfrage nach Produkten, die sich einfach und schnell zubereiten lassen steigt.

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