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Verpackungsmarkt im Aufwind Demographische Entwicklung bestimmt die Zukunftsmärkte

| Redakteur: Claudia Otto

Der deutsche Verpackungsmaschinenbau befindet sich wieder im Aufwind, wichtigster Wachstumsmotor bleibt der Export. Wohin sich die Branche im Einzelnen entwickelt, hängt zu einem wesentlichen Teil von den demographischen Veränderungen ab. Aber auch der Megatrend Convenience beeinflusst den Markt. Innovationen bleiben dabei eines der wichtigsten Differenzierungsmerkmale am Markt.

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Hohe Variantenvielfalt bei Produkten und Verpackungen erfordert extreme Flexibilität der Anlagen mit hoher Formatbandbreite und schnellen Formatwechseln. (Bild: Symons, Fotolia)
Hohe Variantenvielfalt bei Produkten und Verpackungen erfordert extreme Flexibilität der Anlagen mit hoher Formatbandbreite und schnellen Formatwechseln. (Bild: Symons, Fotolia)

Die Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2010 schneller als erwartet erholt und wieder auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Obwohl der Maschinenbau zu den Spätzyklikern zählt, war das abgelaufene Jahr für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau nach dem drastischen Einbruch 2009 ein Jahr der Erholung. Im Durchschnitt des gesamten Jahres wuchs der Bestelleingang um 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Fachzweige entwickelten sich wieder einmal extrem unterschiedlich. Während sich die Nachfrage bei einigen dem alten Niveau annähert, stehen andere erst am Anfang der Erholung, denn der Ordereingang hat dort erst seit einigen Monaten wieder zugelegt.

Der Verpackungsmaschinenbau gilt im Vergleich zur Maschinenbaubranche insgesamt als weniger zyklisch. Nach dem Einbruch der Nachfrage im Jahr 2009 um 18 Prozent, begann 2010 die Aufholjagd. Der Auftragseingang stieg im Jahr 2010 insgesamt real um knapp 15 Prozent, wozu insbesondere die Nachfrage aus dem Ausland beigetragen hat. Diese legte im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent zu. Im dritten Quartal 2010 hat auch die Inlandsnachfrage wieder angezogen. Der Verpackungsmaschinenbau ist im vergangenen Jahr stabil gewachsen und konnte die durch die Wirtschaftskrise bedingten Einbußen nahezu wettmachen.

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Die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie ist weltweit ein stabiler Wirtschaftszweig mit hohen Investitionen und einer der größten Abnehmer von Verpackungsmaschinen, mit einem Anteil von 60 Prozent. Entsprechend ist der internationale Welthandel mit Verpackungsmaschinen seit Jahren kontinuierlich gewachsen und erreichte 2008 ein Volumen von 14,6 Milliarden Euro. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise dämpfte die Nachfrage und 2009 ging der Export kurzfristig auf 11,9 Milliarden Euro zurück. Mit der Erholung der Weltwirtschaft im Jahr 2010 löste sich auch in der Verpackungsindustrie der Investitionsstau.

Der Export, Motor der deutschen Verpackungsmaschinenbranche, sorgt weiter für steigende Auftragseingänge. Die deutschen Unternehmen profitieren von der dynamischen Entwicklung in den Emerging Markets. Die aufstrebenden Industrienationen in Asien haben die Krise schnell und ohne größere Spuren überwunden und das Wirtschaftswachstum der Asien-Pazifik-Region lag 2010 bei 9,3 Prozent. Allen voran China: das Land ist mit 10,5 Prozent am schnellsten gewachsen, gefolgt von Indien mit 9,7 Prozent. Die Schwellen- und Entwicklungsländer werden auch in Zukunft die globalen Wachstumsmotoren sein.

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