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Energiewende Debatte zur Energiewende – Energie muss für die deutsche Chemieindustrie bezahlbar bleiben

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist jetzt beschlossene Sache – 2022 soll auch das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. PROCESS fragt daher in den Vorstandsetagen der deutschen Chemieunternehmen nach: Mit welchen Auswirkungen der Energiewende rechnen die Verantwortlichen?

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PROCESS: Wie wird sich der Atomausstieg auf die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens auswirken?

Dr. Harald Schwager, Vorstandsmitglied der BASF SE: Das lässt sich heute noch nicht abschätzen, da die genauen Regelungen und deren Auswirkungen noch nicht bekannt sind. Es ist aber klar, dass sich steigende Energiepreise nachteilig auf die Kostenstruktur im Chemiegeschäft an den deutschen Standorten auswirken. Unabhängig von der Energiewende führen höhere Energiepreise zu einem Wettbewerbsnachteil. Die Strompreise in Deutschland sind bereits heute mit die höchsten in der Welt, deutlich höher als in vielen Ländern, in denen die Konkurrenz produziert.

Ralf Brinkmann, Präsident von Dow in Deutschland: Auswirkungen sind nur dann zu befürchten, wenn es zukünftig nicht gelingt, Energie zuverlässig und zu international wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung zu stellen.

Dr. Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG: Planungssicherheit ist für uns wichtig. Allerdings fehlen derzeit seriöse Anhaltspunkte, um den zu erwartenden Anstieg der Energiekosten einschätzen zu können. Bedeutsamer sind daher die künftigen Preisunterschiede von Land zu Land – sie sind entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen Standorte.

Christof Bachmair, Pressesprecher Wacker Chemie: Für Wacker ist eine sichere und bezahlbare Energieversorgung wichtig, nur so können wir wettbewerbsfähig produzieren. Wie diese Energie erzeugt wird, ist zunächst einmal zweitrangig für uns. Wir brauchen konstante und stabile Versorgung. Schon Unterbrechungen von wenigen Millisekunden können ernsthafte Produktionsausfälle nach sich ziehen. Und wir haben auch die Befürchtung, dass sich bei einer Abschaltung deutscher Kernkraftwerke der Strom weiter verteuern könnte.

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