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Management Das Unterschätze Risiko: Anlagenbauer in China warten am längsten auf ihr Geld

| Redakteur: Dominik Stephan

Wer in China eine Anlage baut, Komponenten liefert oder Rohstoffe einführt, muss Geduld mitbringen: Durchschnittlich 92 Tage warten Unternehmen im Reich der Mitte auf ihr Geld. Damit nimmt das Land einen unrühmlichen Spitzenplatz unter den Spätzahlern ein…

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(Bild: gemeinfrei / CC0)

Hamburg – Die Zahlungsmoral in China verschlechtert sich 2016 weiter: Nach durchschnittlich 92 Tagen werden dort Rechnungen beglichen, 2015 waren es noch 88 Tage. Besonders die Elektronik-, Maschinenbau und Baubranche leiden unter der schlechten Zahlungsmoral im roten Riesenreich, ergab eine aktuelle Studie des Kreditversicherers Euler Hermes.

Chinesische Unternehmen zahlen nicht nur am spätesten, sondern auch fast einen ganzen Monat später als der weltweite Durchschnitt, der 2016 unverändert bei 64 Tagen liegt. Allerdings erhält jedes vierte Unternehmen erst nach 90 Tagen sein Geld.

Europa liegt im Mittelfeld - Deutschland nach Schweiz und Österreich

Deutschland gehört wie viele europäische Staaten weiterhin zu den traditionellen Schnellzahlern. Nach im Schnitt 53 Tagen werden sowohl 2015 als auch 2016 Rechnungen börsennotierter Unternehmen in der Bundesrepublik bezahlt.

Damit liegen die Deutschen im oberen Mittelfeld auf Rang 13. Spitzenreiter bei den Schnellzahlern sind die österreichischen Nachbarn (DSO 2015/2016: je 44 Tage), vor Neuseeland (je 46), den Niederlanden (2015/2016: 47/46), der Schweiz und Dänemark (je 48/48), Südafrika (48/50) sowie den USA (49/50).

Veränderung des Zahlungsverhaltens (DSO) in Schwellenländern 2015 und Prognose 2016
Veränderung des Zahlungsverhaltens (DSO) in Schwellenländern 2015 und Prognose 2016
(Bild: Euler Hermes)

Rote Laterne für den roten Drachen – Zahlungsverhalten in China sinkt um weitere 4 Tage

„In keinem Land wird 2016 so spät bezahlt wie in China“, sagte Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe. „Die rote Laterne der Spätzahler für den roten Drachen, das ist ein Novum. Bis 2014 war Italien weltweites Schlusslicht. 2015 war es Griechenland vor China und Italien gleichauf, der Türkei und Frankreich. Um weitere vier Tage wird sich nach unserer Einschätzung das Zahlungsverhalten 2016 im Reich der Mitte verschlechtern. Die beiden Gründe für diese Entwicklung sind jedoch unterschiedlich: Zum einen liegt dies am verlangsamten Wirtschaftswachstum, zum anderem aber auch an den großen Cash-Beständen der börsennotierten chinesischen Unternehmen, die sich längere Zahlungsziele leisten können.“

Seit 2010 haben börsennotierte chinesische Unternehmen ihre Cash-Bestände sowie Zahlungsmitteläquivalente verdoppelt und haben so einerseits Mittel für Investitionen, gerade auch im Ausland, und können andererseits ihre Kunden unterstützen, indem sie längere Zahlungsziele als Alternative zu Bankkrediten anbieten, die in China sehr restriktiv vergeben werden.

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