MES/ERP Das MES/ERP-produktionsintegrierte Unternehmen im Jahr 2020

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Zukunft ist ein unbeschriebenes Blatt heißt es – manche Unternehmen sehen das ein bisschen anders. Bei seinem Vortrag auf den Fachpressetagen in Karlsruhe präsentierte Louis Meyer von Mitsubishi Electric "Visionen – Die Prozesstechnik im Jahr 2020". Für Sie die Zusammenfassung der Präsentation und ein Ausblick in die Zukunft der Prozesstechnik.

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In der Praxis wird es zukünftig notwendig sein, permanent sämtliche Prozessdaten zu messen, zu erfassen, zu melden, zu verbreiten und auf deren Basis zu handeln, so Mitsubishi.
In der Praxis wird es zukünftig notwendig sein, permanent sämtliche Prozessdaten zu messen, zu erfassen, zu melden, zu verbreiten und auf deren Basis zu handeln, so Mitsubishi.
(Bild: Mitsubishi)

Ratingen, Karlsruhe – Globalisierung, ein steigendes Wissensniveau der Kunden und knappe Ressourcen – diesen Herausforderungen steht die Prozessindustrie derzeit gegenüber und bis 2020 werden diese noch an Aktualität zunehmen. Ob sie gemeistert werden können, hängt von den Strukturen ab: Voraussetzungen sind eine durchgängig automatisierte Organisationsplanung, ein dynamisches Ablaufmanagement und voll optimierte Produktionsprozesse zur Stückkostenkontrolle.

Dazu werden einerseits moderne Technologien benötigt, wie Advanced Process Control, Echtzeitoptimierung und der allgegenwärtige Einsatz von „Soft Sensoren“. Außerdem muss die Integration zwischen Feldebene und IT-Systemen überdacht werden: In der zukünftigen Prozessindustrie werden die MES/ERP-Systeme immer stärker direkt und intelligent mit den Produktionsanlagen verknüpft sein.

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Ein wesentlicher Trend geht in Richtung einer umweltfreundlichen, „grünen“ Fertigung, in der der Energieverbrauch in jedem Schritt des Produktionsprozesses sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette aktiv in Echtzeit erfasst, gesteuert und optimiert wird. Anlagenbetreiber sollten in der Lage sein, den Energieverbrauch aktiv zu beeinflussen, indem sie die Energiekosten im monetären bzw. geschäftlichen Kontext anstatt in abstrakten technischen Einheiten wahrnehmen. Eine Fusion des Energiemanagements mit der Prozesssteuerung wird zukünftig die Regel sein.

Qualität und Sicherheit in der Prozesstechnik

Qualität und Sicherheit bedingen sich bereits heute gegenseitig. Bis 2020 jedoch werden beide Themen unter einer unternehmensweiten „Compliance”, also der Einhaltung interner, gesetzlicher und vertraglicher Vorgaben und Regeln, vereint sein und dabei ein breites Spektrum bis hin zur Emissionskontrolle abdecken. In der Praxis wird es daher notwendig sein, permanent sämtliche Prozessdaten zu messen, zu erfassen, zu melden, zu verbreiten und auf deren Basis zu handeln. Dabei müssen alle Werte rückverfolgbar sein.

Cyber Security ist ein weiterer Trend, der sich bis 2020 institutionalisiert haben wird. Um Sicherheitsvorschriften zu erfüllen, müssen anfällige Plattformen kommerzieller Betriebssysteme beseitigt sowie eine sichere Datenübertragung zwischen Business-Systemen auf höheren Ebenen und Steuerungen auf Feldebene hergestellt werden. Ziel ist es, die Angriffsflächen für Cyber-Attacken innerhalb der Organisation zu reduzieren.

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