Prognose Chemiekonjunktur 2012 Das erwartet der VCI für die chemische Industrie im kommenden Jahr

Redakteur: Marion Henig

In der chemischen Industrie ist von Krisenstimmung keine Rede. Der VCI geht davon aus, dass die Branche auch 2012 wächst – allerdings mit deutlich geringerem Tempo. Lesen Sie hier, welche Entwicklung der VCI im Detail erwartet und auf welche Faktoren der Verband seine Prognose stützt.

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Prognose des VCI für die deutsche Chemie in 2012 (Bild: VCI)
Prognose des VCI für die deutsche Chemie in 2012 (Bild: VCI)

Frankfurt – Der VCI erwartet, dass die deutsche Chemieproduktion 2012 um 1,0 Prozent zulegen wird. Auch die Erzeugerpreise sollen mit 1,0 Prozent in der gleichen Größenordnung steigen. Für den Umsatz rechnet der VCI mit einem Plus von 2,0 Prozent. VCI-Präsident Dr. Klaus Engel erklärte jedoch: „Es ist schwer, eine treffsichere Vorhersage für die kommenden 12 Monate zu machen.

Der Nebel ist in jüngster Zeit dichter, die Sichtweite geringer geworden.“ Die ungelösten Schuldenkrisen in der EU und den USA, die Konsumenten und Unternehmen zunehmend verunsicherten, wirkten sich dämpfend auf das Chemiegeschäft im nächsten Jahr aus. Von Krisenstimmung könne aber in der Branche keine Rede sein, betonte Engel: „Auch 2012 wird es für die chemische Industrie aufwärts gehen, wenn auch langsamer als in diesem Jahr.“

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Die Prognose des VCI stützt sich auf verschiedene Faktoren: Nach derzeitigen Expertenschätzungen wird das Bruttosozialprodukt in Deutschland und der EU 2012 um rund 1 Prozent ansteigen – wovon auch die Industrie profitiert. „Wenn unsere wichtigste Kundengruppe, die rund 22 Prozent zur Wertschöpfung in diesem Land beisteuert, weiter wächst, besteht kein Grund, dass die Chemie nicht in ähnlicher Größenordnung zulegen sollte“, erklärte Engel. Rund 80 Prozent der Produktion chemischer Erzeugnisse gehen an industrielle Abnehmer.

Kein bremsender Effekt durch Lagerbestände erwartet

Auch die Entwicklung der Lagerbestände für Chemikalien bei den Industriekunden spricht nach Ansicht des VCI nicht dafür, dass 2012 mit einer Rezession in der Branche gerechnet werden müsse. Ein bremsender Effekt für das Chemiegeschäft, so der VCI-Präsident, sei hier ebenso wenig zu erwarten wie von der Entwicklung des Ölpreises. Stabilisierend wirke zudem, dass der Anteil der deutschen Chemieexporte in die globalen Wachstumsregionen Asien, Lateinamerika und Osteuropa kontinuierlich steige.

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