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Geräteintegration

Das erste FDI-Tool auf dem Markt – das sind die ersten praktischen Erfahrungen

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Der Field Infomation Manager – schnell an den Start

Der Anwender ist dabei nicht an einen Desktop-PC, Server oder Laptop gebunden. FIM lässt sich auf einem Windows-Tablet installieren und unterstützt die notwendige Touch-Navigation, so dass der Nutzer bei der Arbeit auf der Anlage eine größere Freiheit erhält. „Das Tool hat eine moderne Bedienoberfläche, ist Tablet-tauglich und lässt sich über einen Touchscreen bedienen“, bestätigt Seintsch. „Man merkt, dass die Programmierer neue Technologien verwenden konnten.“ Das Device-Menü vereinfacht den Zugriff auf die Standardmenüs wie Operate, Diagnostics und Device Settings sowie andere gerätespezifische Menüs. Mit dem FIM kann der Anwender beispielsweise zwischen allen geöffneten Gerätesichten hin- und herwechseln. Auch kann der Anwender auf sehr einfache Weise, ohne immer wieder zur Übersicht zurückzukehren, von einem Gerät zum anderen wechseln.

Anstatt in Kontextmenüs oder Menübäumen nach der richtigen Funktion suchen zu müssen, kann der Anwender dies jetzt intuitiv mit einer Fingerbewegung öffnen. „Die Bedienung ist leicht und einfach. Das setzt sicher Maßstäbe im Markt“, ist Seintsch überzeugt, der gleichzeitig die Stabilität des Tools betont. „Früher war es durchaus an der Tagesordnung, dass sich solch ein Tool aufgehängt hat oder abgestürzt ist. Der FIM dagegen lief die ganze Zeit stabil und hat reibungslos funktioniert.“

Auf der Aufgaben-Liste

Dennoch bleiben noch ein paar Aufgaben zu lösen. „Wir hatten die initiale Version des Tools im Gebrauch. Damit konnte man nur online mit dem Tool arbeiten, so dass eine Funktion des Speicherns von Parametersätzen und des Druckens fehlte, um die Arbeit zu dokumentieren“, nennt Seintsch zukünftige Aufgabenfelder. Ebenfalls fehlen noch Einstellungsmöglichkeiten für Geräte mit Profibus PA- und FF-Anschluss. Dies ist jedoch vor allem der kurzen Entwicklungszeit geschuldet, diese Funktionalitäten werden in einer der nächsten Versionen integriert.

In dem Maße wie die Entwicklung der gemeinsamen FDI-Host- Komponenten fortschreitet, wird der FIM um neue Merkmale und Funktionen ergänzt. Ziel ist es, künftige Versionen zu einem Komplettsystem für das Field Asset Management einschließlich Integrationsmöglichkeiten in Leitsysteme und ERP-Systeme zu entwickeln. Hierin wird auch das FDI Device Model auf Basis von OPC UA für den generellen Zugriff auf Geräteinformationen enthalten sein. Nutzer werden ihre Version aktualisieren und ohne Zusatzaufwand die Entwicklung mitgehen können.

Auch in puncto Zertifizierung der FDI-Packages sieht Seintsch noch Arbeitsbedarf. Dies gilt aber für alle FDI-Komponenten: „Aus Namur-Sicht muss es eine Zertifizierung der FDI-Packages geben, diese ist bereits geplant, sollte aber auch weltweit möglich sein.“

Die Entwicklung des FIM hält Seintsch für einen ersten wichtigen Schritt: „Ich kann die Anwender nur ermuntern, das Tool auszuprobieren“, so sein Fazit. „Es ist durch seine Einfachheit ein Gewinn. Jeder kann damit loslegen. Vor allem arbeitet man wirklich mit dem Feldgerät und nicht mehr mit dem Tool.“

Eine zeitliche Prognose, wann über FDI nicht mehr gesprochen wird, weil es selbstverständlich geworden ist, will Seintsch jedoch nicht abgeben. „Das hängt davon ab, wie schnell die Hersteller die FDI-Packages entwickeln.“ Aber: Zeitgleich zu den Tests im Prüflabor wurde das Tool einem Wartungstechniker bei Clariant zur Verfügung gestellt und auch dort gab es vielversprechende Rückmeldungen.

Ausgezeichnet: Der Field Information Manager schaffte es auf die Shortlist des PROCESS Innovation Award zur Achema 2015 in der Kategorie MSR/Automatisierung. Mehr erfahren Sie hier:

* Die Autorin ist freie Mitarbeiterin bei PROCESS.

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