Chemieindustrie investiert 6,6 Milliarden Euro

Das Chemiejahr 2012 – Zahlen, Fakten und Ausblick

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Steuererhöhungen schädigen die chemische Industrie

Ebenfalls in die falsche Richtung läuft nach Auffassung von Kley die derzeitige Debatte über Steuererhöhungen in Wahlprogrammen: „Wir haben in Deutschland kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. Es ist deshalb völlig verfehlt, jetzt über höhere oder neue Steuern zu diskutieren.“

Eine Substanzbesteuerung werde besonders Familienunternehmen und den Mittelstand treffen. Dies gelte sowohl für die Einführung einer Vermögensteuer wie für eine weitere Reform der Erbschaftsteuer. Jede zusätzliche Belastung der Wirtschaft gehe mittel- und langfristig auf Kosten ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

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Handelspolitik bleibt für Chemieindustrie wichtig

Kley wies darauf hin, dass 2013 auch in der Außenpolitik die Weichen auf Wachstum gestellt werden müssten. Der freie Welthandel bleibe die Voraussetzung für eine robuste Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Die USA spielen als wichtigster Handelspartner für die deutsche Chemie außerhalb Europas hier eine besondere Rolle: Die Branche hat im vergangenen Jahr chemische Erzeugnisse im Wert von elf Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten exportiert. Im Gegenzug wurden 2011 Chemiewaren aus US-Produktion im Wert von knapp zwölf Milliarden Euro importiert. Sowohl für ein starkes transatlantisches Netz wie auch für den Ausbau der Marktpräsenz der Unternehmen in den USA benötige die deutsche Wirtschaft die Unterstützung der Politik durch den Abbau von nichttarifären Handelshemmnissen und Zöllen.

Die Industriezölle zwischen den USA und EU sind zwar niedrig – der Chemie-US-Durchschnittszoll liegt bei 2,25 Prozent (ohne Pharma). Wegen des enormen Handelsvolumens führen laut VCI aber auch geringe Aufschläge zu hohen Kosten: Europäische Chemieunternehmen haben 2010 für Exporte in die Vereinigten Staaten fast 700 Millionen Euro in die US-Staatskasse gezahlt. Umgekehrt führten die USA gut eine Milliarde Euro nach Brüssel ab. Der durchschnittliche Importzoll der EU für chemische Erzeugnisse liegt derzeit bei 4,6 Prozent.

Grafiken zur VCI-Jahrespressekonferenz und zur Entwicklung der Chemieindustrie in Deutschland finden Sie in der Bildergalerie des Artikels.

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