Chemiekonjunktur 2011 Das Chemiejahr 2011 in Zahlen und Fakten

Redakteur: Marion Henig

Rekordwert beim Umsatz, Produktion über Vorkrisenniveau, Forschungsausgaben erhöht, Beschäftigung aufgebaut: 2011 war in vieler Hinsicht ein gutes Jahr für die chemische Industrie in Deutschland. Für 2012 rechnet die Branche aber mit deutlich geringerem Wachstumstempo. Diese Bilanz hat der Verband der Chemischen Industrie (VCI) auf seiner Jahrespressekonferenz in Frankfurt vorgestellt.

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Die Chemie-Exporte stiegen im Gesamtjahr 2011 um 6 Prozent auf 150,9 Milliarden Euro. Die größten Zuwächse kamen dabei aus Asien und Südamerika. Aber auch die europäischen Nachbarländer orderten verstärkt bei den deutschen Chemie-Unternehmen. (Grafik: VCI)
Die Chemie-Exporte stiegen im Gesamtjahr 2011 um 6 Prozent auf 150,9 Milliarden Euro. Die größten Zuwächse kamen dabei aus Asien und Südamerika. Aber auch die europäischen Nachbarländer orderten verstärkt bei den deutschen Chemie-Unternehmen. (Grafik: VCI)

Produktion: Der Zuwachs bei der Herstellung chemischer Erzeugnisse fiel deutlich höher aus, als der VCI vor 12 Monaten erwartet hatte: Im Vergleich zum Vorjahr legte die Chemieproduktion 2011 um 4,0 Prozent zu.

Umsatz: Der Gesamtumsatz der deutschen chemischen Industrie ist 2011 um 9 Prozent auf insgesamt 186,5 Milliarden Euro gestiegen. Das Geschäft mit Kunden im Ausland entwickelte sich dabei etwas dynamischer als im Inland. Der Auslandsumsatz der deutschen Chemieunternehmen stieg um 10 Prozent auf 110,2 Milliarden Euro. Der Inlandsumsatz wuchs parallel um 7,5 Prozent und erreichte ein Volumen von 76,3 Milliarden Euro.

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Preise: Chemikalien und Pharmazeutika sind im abgelaufenen Jahr durchschnittlich 5 Prozent teurer geworden. Steigende Rohstoffkosten zwangen viele Unternehmen, die Preise für ihre Produkte anzuheben. Im Laufe des Jahres gaben die Rohstoffpreise wieder leicht nach. Bei schwächer werdender Nachfrage kam der Preisauftrieb im vierten Quartal 2011 zum Erliegen.

Investitionen: Wegen der raschen Erholung im deutschen Chemiegeschäft hatten die Unternehmen bereits im vergangenen Jahr ihre Zurückhaltung bei Investitionen abgelegt. 2011 setzte sich dieser Trend weiter fort. Investierte die Chemiebranche 2010 noch rund 5,8 Milliarden Euro in Gebäude und Anlagen, geht der VCI für 2011 von Investitionen in Höhe von rund 6,4 Milliarden Euro aus. Das entspricht einem Zuwachs von 10 Prozent.

Forschungsaufwendungen: Die Chemie hat auch im abgelaufenen Jahr ihr Bekenntnis zum Forschungsstandort Deutschland unterstrichen. Die Unternehmen haben 2011 ihre Aufwendungen für die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren um rund 6,5 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro ausgedehnt.

Beschäftigung: Die gute Chemiekonjunktur des Jahres 2011 hatte auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Unternehmen stellten wieder neues Personal ein, nachdem in der Wirtschaftskrise freiwerdende Stellen zunächst nicht neu besetzt worden waren. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche nahm daher 2011 um 2,5 Prozent zu. Insgesamt beschäftigt die Chemieindustrie aktuell rund 425.000 Mitarbeiter.

Außenhandel: Die Exporte, die neben den Auslandsumsätzen der Chemie­unternehmen auch Re-Exporte sowie Exporte von Chemikalien aus anderen Wirtschaftszweigen ins Ausland enthalten, stiegen im Gesamtjahr 2011 um 6 Prozent auf 150,9 Milliarden Euro. Die größten Zuwächse kamen dabei aus Asien und Südamerika. Aber auch die europäischen Nachbarländer orderten verstärkt bei den deutschen Chemieunternehmen. Die Importe chemischer Erzeugnisse stiegen auf 109,2 Milliarden Euro. Das sind 7,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig trugen die deutschen Chemieunternehmen 2011 mit mehr als 41 Milliarden Euro wieder deutlich zum deutschen Exportüberschuss bei.

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