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Digitale Radiographie Das bringt der digitale Röntgenblick

| Autor / Redakteur: Alexander Lieber, Jan Hinrichs* / Anke Geipel-Kern

Mit digitaler Radiographie –  die Anlage zu durchleuchten, spart dem Betreiber Zeit und Kosten. Das macht die Methode für Instandhaltung und Sicherheitschecks so wertvoll.

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Das mobile Prüflabor des TÜV Süd Chemie Service
Das mobile Prüflabor des TÜV Süd Chemie Service
(Bild: TÜV Süd)

Im Herbst 2014 holte ein deutsches Chemieunternehmen Experten des TÜV Süd Chemie Service in eine seiner wichtigsten Anlagen. Die Aufgabe: Eine Revision von vier Rohrkompensatoren – gefertigt aus einer Chrom-Nickel-Stahllegierung.

Die Kompensatoren verbinden eine Dampfrohrleitung mit 15 cm Außen- und 10 cm Innendurchmesser und sind im laufenden Betrieb einem Druck von 50 bar ausgesetzt. Um die verbleibende Nutzungsdauer prognostizieren zu können, sollte die Wanddicke der Kompensatoren bestimmt werden.

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Zur Anwendung kam das Verfahren der digitalen Radiografie. Die Prüfer installierten um die Kompensatoren herum Belichtungsplatten und stellten ihnen in einem Abstand von 60 cm eine Strahlenquelle gegenüber.

Gemäß Industrienorm wurde hierfür das Iridium 192-Isotop verwendet (DIN EN 1435). Nach einer Durchstrahlungszeit von 15 Minuten, wurde die Filmplatte gescannt und das digitale Bild vermessen. So ergaben sich bei den vier geprüften Kompensatoren Restwanddicken von 1,8 bis 5,1 mm. Wanddicken von weniger als 2,5 mm wurden genauer betrachtet.

Auf Grundlage dieser und vorangegangener Prüfungsergebnisse konnten die Sachverständigen die noch zulässige Betriebsdauer ermitteln und dem Anlagenbetreiber so eine verlässliche Datenbasis für Stillstand- und Wartungsplanungen an die Hand geben.

Der gesamte Prüfvorgang inklusive Aufbau, Messung und Auswertung der Ergebnisse dauerte lediglich eineinhalb Stunden. Die untersuchten Elemente mussten dafür nicht ausgebaut werden (On-Stream-Prüfung).

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