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Biobasierte Chemie

Darum steht Biobased World für den Paradigmenwechsel in der Chemie

| Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Erstmals stellt die ACHEMA 2015 gleich drei Fokusthemen in den Mittelpunkt: Biobased World, industrielles Wassermanagement und Prozessanalytik (PAT). Die PROCESS-Redaktion hat bei den Experten Dr. Marlene Etschmann, Projektleiterin Biobased World der DECHEMA, Dr. Thomas Track, Wissenschaftlicher Referent für Wassertechnik und - management sowie Dr. Thomas Steckenreiter, Leiter Operation Support & Safety bei Bayer Technology Services nachgefragt.

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Biobased World steht für den Paradigmenwechsel in der Chemie.
Biobased World steht für den Paradigmenwechsel in der Chemie.
(Bild: DECHEMA)

Frankfurt a. M. – In diesen Beitrag lesen Sie das Interview mit Dr. Marlene Etschmann, Projektleiterin Biobased World von der DECHEMA. Zu den Interviews „Darum gewinnt die Prozessanalytik weiter an Bedeutung“ mit Dr. Thomas Steckenreiter und „Darum ist Wassermanagement für die Industrie von entscheidender Bedeutung“ mit Dr. Thomas Track kommen Sie über den jeweils unterstrichenen Link.

Frau Dr. Etschmann,Biobasierte Chemie wurde für die ACHEMA 2015 als Fokusthema ausgewählt – zu Recht?

Etschmann: Ja, Biobased World steht für den Paradigmenwechsel in der Chemie: weg vom Erdöl, hin zu nachwachsenden Rohstoffen. Der Schiefergasboom mag das Tempo ein wenig bremsen, doch die Entwicklung der Chemie in Richtung biobasierte Prozesse schreitet stetig voran. Die ACHEMA als Leitmesse der Prozessindustrie war schon 2012 ganz vorne mit dabei und ist es dieses Jahr natürlich wieder.

Was sind die wesentlichen Neuerungen, die das Fokusthema in den Vordergrund rücken?

Etschmann: Die ersten Bioprozesse litten unter der Teller-oder-Tank-Diskussion, weil sie auf Rohstoffen wie Mais oder Weizen basierten. Für die Bioraffinerien der zweiten und dritten Generation werden nun Abfälle und Reststoffe eingesetzt. Zunehmend werden spezielle Rohstoffpflanzen angebaut, die auch auf schlechten Böden wachsen und keine Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion darstellen. Die Grundsatzfragen sind jetzt ausdiskutiert, und man kann sich endlich den technischen Fragestellungen widmen, z.B. der Lignocellulose-Hydrolyse.

In welchen Ausstellungsgruppen ist das Fokusthema besonders präsent?

Etschmann: Biobasierte Prozesse in der chemischen Industrie sind ein recht junges Thema, bei dem noch viel Forschungsbedarf besteht, deshalb findet man besonders viele Aussteller in der Ausstellungsgruppe Forschung und Innovation. Natürlich braucht auch jeder Bioprozess sein Zuhause und das findet er dort, wo sich die Firmen der Ausstellergruppe Anlagenbau tummeln.

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