Energiekonzept nimmt Formen an Dampfversorgungssystem am Chemiestandort Leuna in Betrieb

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Infra Leuna hat ein neues Mitteldruckdampfversorgungssystem für den Chemiestandort Leuna in Betrieb genommen. Die Realisierung der rund drei Kilometer langen Dampfleitung sowie der erforderlichen technischen Anpassungen in der TREA Leuna erfolgte in einer Bauzeit von etwa 10 Monaten. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 8 Millionen Euro.

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Führende Köpfe von Infra Leuna, MVV Energie und aus der Politik nahmen das Mitteldruckdampfversorgungssystem in Betrieb.
Führende Köpfe von Infra Leuna, MVV Energie und aus der Politik nahmen das Mitteldruckdampfversorgungssystem in Betrieb.
(Bild: Infra Leuna)

Leuna – Da die Energiekosten wesentlich die Kosten der Chemieproduktion bestimmen, hat Infra Leuna 2013 das Energiekonzept „Pro Energie 2014+“ für den Chemiestandort Leuna erarbeitet und mit der Umsetzung begonnen. Der Startpunkt war die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen Infra Leuna und MVV Umwelt, einer Mannheimer Tochtergesellschaft der MVV Energie, zur Erschließung zusätzlicher, kosteneffizienter Dampfquellen für den Chemiestandort im November 2013.

„Durch die Inbetriebnahme des neuen Mitteldruckdampfversorgungssystems wird ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung des Energiekonzeptes erreicht und die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität des Chemiestandortes Leuna substanziell verbessert.“, so Dr. Christof Günther, Geschäftsführer von Infra Leuna.

Energieversorgung für über 100 Unternehmen

MVV Umwelt liefert die Energie aus ihrer thermischen Abfallbehandlungsanlage. „Mit der erfolgreichen Zusammenarbeit von Infra Leuna und MVV Umwelt sichern wir mit einer zuverlässigen und kostengünstigen Energieversorgung entscheidende Grundlagen für die über 100 Unternehmen hier in Leuna mit ihren rund 9000 Arbeitsplätzen“, sagt Dr. Georg Müller, Vorstandsvorsitzender von MVV Energie.

Durch das neue Dampfversorgungssystem wird der Einsatz des fossilen Brennstoffes Erdgas vermindert, was wiederum den CO2-Ausstoß um jährlich etwa 215 000 t reduziert. Dies kommt der Emission von rund 110 000 PKW Kompakt-/Mittelklasse bei einer Laufleistung von 12 000 km pro Jahr gleich. Zum Vergleich: im Landkreis Saalekreis sind 111 000 PKW zugelassen.

„Die Nutzung der Wärme aus der thermischen Abfallverwertung unseres Kraftwerks TREA Leuna ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll und zukunftsweisend“, unterstrich Müller die damit verbundene nachhaltige Steigerung der Energieeffizienz. „Gemeinsam leisten wir hier mit der neuen Wärmeversorgung einen aktiven Beitrag zur Stärkung des Chemiestandorts Leuna und zum Umweltschutz.“

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