CO2-Einsparung Currenta realisierte bereits die Hälfte seiner Ziele zur CO2-Einsparung

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Der Chemiepark-Betreiber Currenta, ein Joint Venture von Bayer und Lanxess, hat im April 2008 das Klimaschutzprogramm Effizienzklasse A++ ins Leben gerufen. Der Betreiber des Chempark nimmt sich mit dieser Initiative vor, seine Kohlendioxid-Emission kräftig zu senken. PROCESS fragte Dr. Klaus Schäfer, den Vorsitzenden der Geschäftsführung von Currenta, nach Details.

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PROCESS: Herr Dr. Schäfer, wie läuft das Programm ‚Effizienzklasse A++’? Wie wurde die Initiative von Ihren Mitarbeitern und Ihren Kunden aufgenommen?

Dr. Schäfer: Das Programm ist ein großer Erfolg. Wir haben bereits heute die Hälfte unseres Einsparzieles realisiert. Gerade unsere Mitarbeiter engagieren sich sehr, um weitere mögliche Effizienzsteigerungen zu identifizieren. Und natürlich sind unsere Kunden darüber erfreut, wenn wir sinkende Kosten in Form von Preisnachlässen weitergeben. Am Ende des Tages aber profitieren wir alle von einem schonenden Umgang mit Umwelt und Ressourcen – wir haben ja nur diese eine Welt. Und dafür übernehmen auch wir bei Currenta unseren Teil der Verantwortung.

PROCESS: Sie rufen als Ziel des Programmes aus, die Kohlendioxid-Emission zu verringern. Das ist politisch sicher sehr korrekt. Aber bevorzugen Ihre Kunden nicht Kennzahlen zum Wirkungsgrad, zum Energieverbrauch, zur Kosteneinsparung?

Dr. Schäfer: Das Currenta-Klimaschutzprogramm Effizienzklasse A++ zielt vor allem darauf ab, unsere jährlichen CO2-Emissionen bis 2012 um 200 000 Tonnen zu senken. Dieses Ergebnis wollen wir durch konkrete Maßnahmen bei unserer Energieerzeugung für den ‘Chempark’ und in unserem eigenen Verbrauch erreichen. Selbstverständlich streben wir dies auch über eine Verbesserung des Wirkungsgrades unserer Anlagen an. Und nicht zuletzt profitieren unsere Kunden, wenn Currenta seine Kosten für die Energieerzeugung senken kann. Soweit die Rohstoffpreise dies zulassen, geben wir sinkende Kosten in Form von Preisnachlässen weiter.

PROCESS: Wie profitieren die Unternehmen im ‘Chempark’ vom Klimaschutz-Programm?

Dr. Schäfer: Beispielsweise haben wir im Herbst des vergangenen Jahres ein Chempark-Energieforum für unsere produzierenden Unternehmen an den Standorten abgehalten. Themen waren u.a. betriebliches Energiemanagement in der Chemie, technische Neuerungen, die Energieeinsparung begünstigen, sowie wissenschaftliche Ansätze der Energieverbrauchsreduktion. Daran erkennen Sie, dass Currenta sich als Manager und Betreiber des ‘Chempark’ nicht nur um seine eigene CO2-Bilanz kümmert. Als Unternehmen, das sich der Nachhaltigkeit verpflichtet fühlt, unterstützen wir auch unsere Kunden und Partner bei diesem wichtigen Thema. Nicht ohne Grund haben wir uns zum Ziel gesetzt, den ‘Chempark’ zum attraktivsten Chemiestandort in Europa zu entwickeln. Und die Anstrengungen in Richtung Energieeffizienz machen uns zweifellos attraktiver.

PROCESS: Welche Maßnahmen haben Sie bereits konkret umsetzen können? Was genau wurde dabei unternommen?

Dr. Schäfer: Wenn Sie nach einem konkreten Beispiel aus der Vergangenheit fragen, da könnte ich Ihnen exemplarisch die Optimierung der zentralen Abluftverbrennungsanlage im ‘Chempark’ Dormagen nennen. Unter anderem reduzieren wir hier durch einen neu installierten Thermoreaktor und eine neue Dampfkesseltechnik unsere CO2-Emissionen jährlich um mehr als 17 000 Tonnen. Nicht erst seit 2008 achten wir bei Currenta auf Energieeffizienz und Klimaschutz. Schon in den vorhergehenden Jahren haben wir unsere Verfahren und Prozesse auf entsprechende Optimierungsmöglichkeiten untersucht und Verbesserungen umgesetzt. Dies zeigt eine zusammenfassende Betrachtung der Jahre 2005 bis 2007. Hier konnten wir mit rund 100 Maßnahmen unsere CO2-Emissionen bereits um mehr als 90 000 Tonnen senken. Neu ist, dass wir nun den Klimaschutz auf eine strategische Ebene gesetzt haben. Das Erreichen von Energieeinsparungen ist eines der Ziele, die wir als Geschäftsführung den einzelnen Geschäftsfeldern setzen. Wir wollen, dass sich dieses Thema in den Köpfen aller Currenta-Mitarbeiter weiter verfestigt und bei allen Entscheidungen ein relevanter Aspekt wird. Wir unterstützen dieses Programm durch eine breit angelegte Kommunikationskampagne, mit der wir über den Stand und die Erfolge berichten. Für unsere Mitarbeiter haben wir einen Ideenwettbewerb ausgelobt, der im Jahr 2008 unter dem Namen ‚Energiefüchse gesucht’ lief. Rund 360 Verbesserungsvorschläge haben wir hier zum Thema Energieeffizienz erhalten.

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PROCESS: Und welche Maßnahmen sind bis zum Jahr 2012 noch in der Pipeline?

Dr. Schäfer: Einzelne große Maßnahmen sehe ich vorläufig nicht mehr. Die wirklich zahlenträchtigen Potenziale sind gehoben worden und leisten bereits ihren Beitrag zu unserer CO2-Reduzierung. Was als nächstes ansteht, ist das Umsetzen vieler kleinerer Einzelmaßnahmen, die aus den Projektlisten unserer Ingenieure und den Vorschlägen unserer Mitarbeiter stammen. Dies sind neue, effizientere Verdichteranlagen, zusätzliche Wärmetauscher, um insbesondere die Wärme aus Abwässern zu nutzen, der Umbau der Beckenbiologie im ‘Chempark’ Leverkusen oder neue Pumpenkonzepte für unsere Betriebswasserversorgung. Aber auch die klassischen Themen, wie allgemein das Nutzen der Umrichtertechnik, das Optimieren der Gebäudebeheizung oder Energiesparmaßnahmen im Bürobereich verfolgen wir flächendeckend weiter.

PROCESS: Von der Initiative Effizienzklasse A++ abgesehen: Warum sollten sich Unternehmen an einem der drei Chempark-Standorte ansiedeln? Welche Vorteile haben sie davon?

Dr. Schäfer: Wir möchten den ‘Chempark’ zum attraktivsten Standort für die chemische Produktion in Europa entwickeln. Neben der von Currenta angestrebten Kostenführerschaft machen weitere Dinge diese Attraktivität aus. Es sind dies Angebote wie unser umfassendes Sicherheitskonzept, Nachhaltigkeit in Versorgung und Entsorgung, unsere Produktverbünde, die Infrastruktur, das Logistikangebot und die zentrale Lage in der wichtigsten Chemieregion Europas. Unsere Chempark-Firmen profitieren von Synergien mit über 70 weiteren Partnern an den Standorten. Und auch außerhalb unserer Standorte bieten wir zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten mit Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Hochschulen, Forschungsinstitutionen und weiteren Treibern der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Nicht zuletzt sind es die Menschen bei Currenta, die sich unbedingt als Dienstleister begreifen und nicht den eigenen Erfolg sondern den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Kunden zur Richtschnur ihres Handelns machen.

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