Weniger Abfälle, mehr Recycling Currenta präsentiert Recycling-Perspektiven auf der Ifat 2014

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Currenta will mit neuen Perspektiven die Herstell- und Entsorgungsprozesse seiner Kunden nachhaltiger gestalten. Der Schlüsselschritt zu mehr Effizienz soll durch das „Lock-in“ gelingen. Was sich hinter diesem Begriff verbirgt, erläuterte Hans Gennen, Geschäftsfeldleiter Umwelt bei Currenta, auf der Ifat-Pressekonferenz des Chemiepark-Betreibers.

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Hans Gennen, Geschäftsfeldleiter Umwelt von Currenta, präsentierte auf der Ifat die Recycling-Perspektiven von Currenta.
Hans Gennen, Geschäftsfeldleiter Umwelt von Currenta, präsentierte auf der Ifat die Recycling-Perspektiven von Currenta.
(Bild: PROCESS/Hüser)

München – Der auf der Ifat 2012 bereits vorgestellte Weg zu mehr Recycling soll weiterhin konsequent fortgesetzt werden. Auch im Jahr 2013 verwertete Currenta rund die Hälfte der im Chempark angefallenen und auf dem freien Markt angenommenen Abfallströme. An mehreren Beispielen machte Gennen die Wirksamkeit der Strategie deutlich.

Die von Currenta betriebenen Drehrohröfen eignen sich beispielsweise aufgrund der effizienten Rauchgasreinigung in besonderem Maße für die sichere und thermische Vorbehandlung komplexer Verbundwerkstoffe. So konnten im letzten Jahr rund 1300 t Lithium-Ionenbatterien im Drehrohrofen thermisch vorbehandelt werden. Damit wurde das Ziel von 1000 Jahrestonnen, das gemeinsam in der Kooperation mit der Mülheimer Firma Accurec formuliert wurde, bereits im ersten Jahr übertroffen. In diesem Jahr wird mit weiter steigenden Mengen und einer zu behandelnden Akkumenge von rund 2000 t gerechnet.

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Mit „Lock In“ das Abfallaufkommen reduzieren

Die Entsorgung von Abfällen ist in den meisten Fällen ein der Produktion nachgeschalteter Behandlungsschritt. Für Entsorgungsunternehmen, ist es daher nur logisch, sich als Dienstleister zu verstehen, der die Abfälle der Kunden umweltgerecht und sicher entsorgt. Eine Sichtweise, die Currenta Umwelt ebenfalls jahrzehntelang mit anderen Entsorgungsunternehmen geteilt hat.

„Durch einen Wechsel der Perspektive und eine konsequente Fokussierung auf die Kundenwünsche wird Currenta zukünftig vermehrt auch die Abfallprozesse seiner Kunden optimieren“, sagte Gennen. Das Ziel sei es, die Abfallmengen zu verringern, die Entsorgung insgesamt effizienter zu gestalten und die Recyclingmengen zu erhöhen. Dies kann nur in enger Zusammenarbeit mit den Kunden gelingen, so Gennen weiter. Durch ein gezieltes „Lock-In“ in definierte Kundenprozesse können diese gemeinsam mit Kunden optimiert werden.

Durch die ganzheitliche Betrachtung lassen sich mehr Potenziale heben als nur beim Blick auf einzelne Prozessschritte. Gennen machte dies an einer Prozesslösung für einen Chempark-Kunden deutlich. Dort verringerte sich auf Anhieb die Menge der Produktionsabfälle um rund ein Drittel. Sämtliche mechanischen Verfahrensschritte hat der Chemiepark-Betreiber unter die Lupe genommen, dabei Betriebsversuche mit verschiedenen Komponenten durchgeführt und die Anlage zur Polymeraufbereitung sukzessive optimiert.

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