Ideen-Management Currenta-Mitarbeiter liefern Ideen für mehr Nachhaltigkeit

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Dem Chemiepark-Betreiber Currenta gelang es dank technischer Modernisierungen, den selbstverursachten Ausstoß von Kohlendioxid an den Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen um etwa 13 Prozent zu verringern.

Firmen zum Thema

Insgesamt konnte Currenta Umwelt fast die Hälfte der angenommenen und zu entsorgenden Abfallströme einer weiteren Verwendung zuführen.
Insgesamt konnte Currenta Umwelt fast die Hälfte der angenommenen und zu entsorgenden Abfallströme einer weiteren Verwendung zuführen.
(Bild: Currenta)

München – Wie Currenta mitteilt, konnte der Chemiepark-Betreiber durch Optimierung der Thermischen Abluftverbrennungsanlage (TVA) in Dormagen die CO2-Emissionen um 30.000 Tonnen senken. Ein neuer Turboverdichter (-5300 Tonnen CO2) in Krefeld-Uerdingen sowie die im November 2010 eingeweihte Kaskadenbiologie der Kläranlage in Leverkusen-Bürrig (-4000 Tonnen CO2) lieferten weitere signifikanten Beiträge zum Klimaschutz.

Ideen-Management

Dabei muss es nicht immer neue Technik sein, die zwar spürbar zum Klimaschutz beiträgt, aber meist mit großen Investitionen einhergeht. Gute Ideen in Mitarbeiterkreisen haben oft auch sehr großes Potenzial. Vergangenes Jahr sparte Currenta mit den realisierten 1636 Verbesserungs-Vorschlägen mehr als 2,1 Millionen Euro. Dies honorierte der Chempark-Betreiber mit rund 697.400 Euro Prämien. Die höchste ausgezahlte Einzelprämie brachte im Jahr 2011 einem cleveren Mitarbeiter rund 18.000 Euro ein. „Die Fülle von guten und nachhaltigen Vorschlägen, die wir aus den unterschiedlichsten Bereichen erhalten haben, zeigt, wie sehr sich die Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz engagieren und mit dem Unternehmen identifizieren“, lautet das Fazit von Dirk Berkenkoetter, Bereichsbetreuer für das Currenta-Ideen-Management.

Sauerstoff als Turbo für die Kläranlage

So hatte im Chempark Dormagen das Kläranlagen-Betriebspersonal die Idee, bei Spitzenlasten die Reinigungsleistung mit reinem Sauerstoff aus einer durch den Chempark führenden Pipeline zu erhöhen. Bei geregelter Einspeisung in das Klärbecken verfünffacht sich der Sauerstoffanteil im Wasser. Die Kläranlage kann mit dem neuen Verfahren im Schnitt drei Tonnen organischen Kohlenstoff und zwei Tonnen Stickstoff zusätzlich reinigen. Das entspricht einer Steigerung von mehr als 30 Prozent. Damit lassen sich auch zusätzliche Mengen an Schadstoffen, wie sie beispielsweise durch Produktionserweiterungen der Chempark-Partner anfallen könnten, sicher abbauen. Gleichzeitig kommt die neue Methode mit weniger Strom aus und erzeugt weniger Abluft, die verbrannt werden muss. Um die gleiche Menge an Schadstoffen konventionell abzubauen, hätten rund fünf Millionen Euro in zusätzliche Klärbecken investiert werden müssen.

Energieverbrauch senken

In Leverkusen entwickelten Currenta-Mitarbeiter eine Lösung, die Oberflächen der zur Wasserversorgung eingesetzten Pumpen durch eine spezielle gehärtete Kunststoffbeschichtung zu glätten. Nach der Verwirklichung in der Praxis hat sich der Wirkungsgrad der zwölf großen Kreiselpumpen erhöht und gleichzeitig der Energieverbrauch um 900 Megawattstunden sowie der CO2-Ausstoß um 470 Tonnen pro Jahr verringert.

Die auf Initiative des Betriebspersonals optimierte Rauchgaswäsche hat auch den Stromverbrauch der Sonderabfallverbrennungsanlage im Leverkusener Entsorgungszentrum der Currenta um bis 1800 Megawattstunden jährlich reduziert. Möglich machte dies die dynamische Anpassung der Waschwassermenge an die jeweils automatisch gemessene Staubbelastung der Rauchgase. Da nun auch die Wasserumwälzmenge geringer ausfällt, ging gleichzeitig der Stromverbrauch zurück. Insgesamt sanken somit die Betriebskosten um 100.000 Euro jährlich und die Umwelt profitiert zeitgleich von 1000 Tonnen weniger CO2-Emissionen.

(ID:33815240)