Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie Novartis unterzeichnet neuen Deal mit Biontech für Corona-Impfstoff

| Aktualisiert am 22.10.2021Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

21.10.2021

Mainz/New York (dpa) *14:40 Uhr – Biontech: Sehr hohe Wirksamkeit bei dritter Impfung gegen Corona

Eine dritte Impfung mit dem Corona-Vakzin von Biontech und Pfizer zeigt nach Angaben der beiden Unternehmen eine Wirksamkeit von über 95 Prozent. Sicherheitsbedenken oder unbekannte Nebenwirkungen seien nicht beobachtet worden, teilten das Mainzer Unternehmen und sein US-Partner am Donnerstag unter Berufung auf eine Untersuchungsreihe mit über 10 000 Teilnehmern mit.

Die verabreichte Dosis war den Angaben zufolge genauso hoch wie bei den ersten beiden Impfungen. Die Studie sei in einem Zeitraum erfolgt, in der Delta die vorherrschende Virusvariante gewesen sei, erklärten Biontech und Pfizer. Alle Studienteilnehmer waren vor Beginn der Studie zweimal mit dem Pfizer-Biontech-Impfstoff geimpft worden. Ihr Durchschnittsalter lag bei 53 Jahren. Zwischen Zweitimpfung und Auffrischung lag im Mittel ein Abstand von elf Monaten.

Während des Studienzeitraums gab es den Angaben zufolge in der Gruppe der Auffrischungsimpfungen fünf Covid-19-Fälle, während in der Placebo Gruppe 109 Fälle auftraten. Es habe sich gezeigt, dass eine Auffrischung den hohen Impfschutz, der nach der zweiten Dosis erreicht worden sei, wiederherstelle, erklärten die Unternehmen.

Basel (dpa) *08:38 Uhr – Novartis unterzeichnet neuen Deal mit Biontech für Corona-Impfstoff

Der Pharmakonzern Novartis und das Biotechunternehmen Biontech haben eine neue Produktionsvereinbarung geschlossen. Wie Novartis am Donnerstag mitteilte, werde man die Abfüllung und Fertigstellung des mRNA-basierten Corona-Impfstoffs von Pfizer-Biontech ausweiten.

Zu diesem Zweck werde Novartis die sterilen Produktionsanlagen am Standort Ljubljana in Slowenien für die Abfüllung von mindestens 24 Millionen Dosen im Jahr 2022 nutzen. Die neue Vereinbarung folge auf frühere Liefervereinbarungen für die Abfüllung und Fertigstellung von mehr als 50 Millionen Dosen im Jahr 2021 am Standort Stein in der Schweiz, hieß es in der Mitteilung weiter.

Im Rahmen der neuen Vereinbarung plant Novartis den Angaben zufolge, den mRNA-Wirkstoff von Biontech zu beziehen und unter sterilen Bedingungen in Fläschchen abzufüllen, die dann zurückgeschickt werden. Vorbehaltlich einer endgültigen Vereinbarung plane man, den Herstellungsprozess von Stein an den Standort Ljubljana zu verlagern, um mit der Abfüllung zu beginnen und diese dann in der ersten Hälfte des Jahres 2022 zu beenden.

20.10.2021

Göttingen (dpa) *07:44 Uhr – Pharmazulieferer Sartorius wächst kräftig weiter

Beim Labordienstleister und Pharmazulieferer Sartorius laufen die Geschäfte weiterhin auf Hochtouren. Derzeit erlebt das Unternehmen einen wahren Bestellboom von Herstellern von Impfstoffen und Corona-Tests, an die es wichtiges Zubehör liefert. Der Auftragseingang beim Dax-Neuling stieg in den ersten neun Monaten im Jahresvergleich um rund 68 Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Euro, wie Sartorius am Mittwoch in Göttingen mitteilte.

Dabei setzten die Niedersachsen gut 2,5 Milliarden Euro um, das waren währungsbereinigt gut 50 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Analysten hatten mit etwas weniger Erlösen und einem geringeren Ergebnis gerechnet. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte auf 866 Millionen Euro, ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von gut 77 Prozent. Die entsprechende Marge erhöhte sich auf 34,3 (Vorjahr: 29,1) Prozent. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein um Sondereffekte bereinigter Gewinn von knapp 407 Millionen Euro und damit fast doppelt soviel wie im Vorjahreszeitraum. Die Ziele für das Gesamtjahr 2021 bestätigte der Konzern.

Basel (dpa) *07:35 Uhr – Pharmakonzern Roche hebt Umsatzziel an – Corona-Geschäfte helfen

Die Erholung des Pharmageschäfts und weitere Zuwächse in der Diagnostiksparte stimmen Roche für das laufende Jahr optimistischer. Konzernchef Severin Schwan rechnet laut einer Mitteilung vom Mittwoch für 2021 im Jahresvergleich zu konstanten Wechselkursen nun mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Bisher war er von einem Plus im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich ausgegangen.

In den ersten neun Monaten des Jahres steigerte der Konzern den Umsatz um sechs Prozent auf 46,7 Milliarden Franken (43,4 Mrd Euro). Währungsbereinigt stand ein Plus von acht Prozent zu Buche. Die Schweizer schnitten damit besser ab als von Experten erwartet.

Rückenwind liefert vor allem die kleinere Diagnostiksparte, die unter anderem von der Nachfrage nach Corona-Tests profitiert. Das Pharmageschäft legte auch dank des Geschäfts mit neuen Medikamenten im dritten Quartal zu, womit sich für Januar bis September eine im Jahresvergleich in etwa stabile Entwicklung ergibt.

19.10.2021

Peking (ots/PRNewswire) *18:41 Uhr – Sinopec nimmt größtes Gasspeichercluster in Nordchina in Betrieb und bietet 10 Milliarden Kubikmeter Gasspeicher an

Der von der China Petroleum & Chemical Corporation (Sinopec) in der Region des Zhongyuan-Ölfeldes errichtete Gasspeicher Wei 11 hat am 18. Oktober seine erste Gasinjektion erfolgreich abgeschlossen und damit den offiziellen Betrieb des größten unterirdischen Erdgasspeichers in Nordchina aufgenommen.

Der Gasspeicher hat eine Kapazität von 10,03 Milliarden Kubikmetern und wird eine starke Ressource für die Gasspeicherung und den Spitzenausgleich vom Winter bis zum Frühjahr in Nordchina und im Becken des Gelben Flusses darstellen sowie eine stabile Gasversorgung gewährleisten.

Der Gasspeichercluster Zhongyuan von Sinopec besteht nun aus drei Blöcken, Wen 23 , Wen 96 und Wei 11 . Der jetzt in Betrieb genommene Erdgasspeicher Wei 11 ist ein wichtiger Baustein für den Aufbau des Erdgasspeicher-Clusters mit einer Kapazität von 10 Milliarden Kubikmetern. Der Block liegt an der Kreuzung der Provinzen Henan und Shandong und hat eine geplante Kapazität von 1,009 Milliarden Kubikmetern. Die größte Tageskapazität des Gasspeichers Wei 11 beträgt fünf Millionen Kubikmeter, womit der Gasbedarf von zehn Millionen Haushalten pro Tag gedeckt werden kann.

Darüber hinaus wird Sinopec seine Gasspeicheranlagen Wen 13 West und Bai 9 in der Region des Zhongyuan-Ölfelds nach Abschluss der Bauarbeiten und der Gaseinspeisung bis Ende dieses Jahres in Betrieb nehmen und damit die Gasspeicherkapazität des Unternehmens um schätzungsweise 1,116 Milliarden Kubikmeter erhöhen und die Kapazitäten zur Gasspeicherung und Spitzenabdeckung weiter ausbauen.

Köln (dpa) *14:01 Uhr – Explosion Leverkusen: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Nach der schweren Explosion im Leverkusener Chempark am 27. Juli läuft nun ein Ermittlungsverfahren gegen drei Beschäftigte. Es gehe um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, sagte am Dienstag eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Köln. Die Wohnungen der drei Beschuldigten und eines weiteren Mitarbeiters seien am Dienstag durchsucht worden. Dabei seien Datenträger, Mobiltelefone und schriftliche Unterlagen sichergestellt worden.

Die drei Beschuldigten werden verdächtigt, ihre Sorgfaltspflichten im Zusammenhang mit der Lagerung und Behandlung des Abfalls verletzt zu haben. Durch die Explosion in einer Sondermüll-Verbrennungsanlage waren sieben Menschen ums Leben gekommen. 31 erlitten zum Teil schwere Verletzungen.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen habe die Polizei am Dienstag die Geschäfts- und Betriebsräume des Betreibers Currenta aufgesucht. Die Firma habe daraufhin die von den Ermittlungsbehörden benötigten Unterlagen freiwillig herausgegeben.

Den Angaben zufolge besteht der Verdacht, dass der in einem Tank aufbewahrte Abfall über der zulässigen Selbsterwärmungstemperatur gelagert worden war. Nach vorläufiger Bewertung eines Sachverständigen könne es dadurch zu einer Erwärmung gekommen sein, die zu einem exponentiellen Temperatur- und Druckanstieg geführt habe. Dadurch sei der Tank schließlich explodiert. Als Folge der Explosion hätten sich möglicherweise restliche Abfallflüssigkeiten und zuvor in den Tank eingeleitetes Heizöl mit Luft vermischt. Dies habe schließlich zum Brand geführt.

Den Beschuldigten werde nun zunächst rechtliches Gehör gewährt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dabei werde sich zeigen, ob sie sich zum Tatvorwurf äußern wollten. Zudem würden Zeugen gehört und die sichergestellten Unterlagen ausgewertet. Zudem müsse das bisher vorläufige Sachverständigengutachten endgültig abgefasst werden. Anschließend müsse sich zeigen, ob es zur Anklageerhebung kommen werde.

Currenta betonte in einer Stellungnahme, man habe großes Interesse daran, dass die Ursachen des Explosionsunglücks aufgeklärt würden. Das Unternehmen arbeite eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. «Bis zum Abschluss des Verfahrens darf es zu keiner Vorverurteilung unserer Kolleg*innen kommen», teilte Currenta-Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Wolfgang Homey mit. Für Beschuldigte eines Ermittlungsverfahrens gelte uneingeschränkt die Unschuldsvermutung. «Der Unfall wird so umfassend wie möglich untersucht», versprach Homey. «Daraus ziehen wir die notwendigen Konsequenzen für den zukünftigen sicheren Betrieb der Sonderabfallverbrennungsanlage.»

New Brunswick (dpa) *13:58 Uhr – Johnson & Johnson hebt Prognose nach gutem dritten Quartal wieder an

Nach einem weiteren starken Quartal ist der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson erneut optimistischer für das laufende Geschäftsjahr geworden. Für das Gesamtjahr soll der Umsatz nun mit dem Corona-Geschäft bei 94,1 bis 94,6 Milliarden Dollar liegen statt bislang 93,8 bis 94,6 Milliarden Dollar, teilte der Konzern am Dienstag in New Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey mit. Das wäre ein Plus von 13,9 bis 14,5 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) solle nun bei 9,77 bis 9,82 US-Dollar liegen, Das wäre gegenüber dem Vorjahr ein Plus von über 22 Prozent. Bislang waren die Manager von einem Gewinn je Aktie von maximal 9,70 Dollar ausgegangen.

Im dritten Quartal verzeichnet der Umsatz einen Anstieg um 10,7 Prozent auf 23,3 Milliarden Dollar (20,1 Mrd Euro). Vor allem das Geschäft mit pharmazeutischen Erzeugnissen legte dabei zu. Unter dem Strich blieben bei dem Konzern mit fast 3,7 Milliarden Dollar, 3,2 Prozent mehr hängen als ein Jahr zuvor.

18.10.2021

Ludwigshafen/Schwarzheide (dpa/bb) *14:04 Uhr – BASF-Chef: Wollen großer Spieler auf Batteriematerialien-Markt werden

BASF-Chef Martin Brudermüller sieht die Kathodenfertigung für Batteriezellen in der Lausitz als einen Schritt, auf dem Batteriematerialienmarkt mitführend zu werden. «Mit unserem Standort in Schwarzheide werden wir den europäischen Markt bedienen», sagte Brudermüller dem «Tagesspiegel». Für 2030 plane das Unternehmen mit einem Weltmarktanteil von rund zehn Prozent. Dafür habe BASF Produktionsstätten in den USA und in Japan und 51 Prozent eines etablierten Herstellers von Batteriematerialien in China erworben. «Wir wollen ein großer Spieler werden auf dem Markt für Batteriematerialien», betonte der BASF-Chef.

BASF wird in der neuen Anlage Kathodenmaterialien für 400 000 Elektrofahrzeuge pro Jahr herstellen. Zudem baut der Chemieriese eine Prototypanlage für Batterierecycling. Ziel ist es laut Unternehmen, den Kreislauf zu schließen, um führend im Recycling von Lithium-Ionen-Batterien für die Autoindustrie zu werden. Das Projekt ist ein stategisches Föderprojekt der EU-Kommission (IPCEI) und wird von Bund sowie Land finanziell gefördert.

Was die Kapazität in der Lausitz angeht, denkt das Unternehmen nach Worten von Brudermüller auch über nächste Stufen nach. Platz dafür sei genügend da, sagte er der Zeitung. Auch deshalb werde in Schwarzheide eine erste Pilotanlage für das Recycling von Batterien bis 2023 gebaut. «In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts steht dann die Entscheidung an über ein großindustrielles Recycling, um vor allem Nickel als Sekundärrohstoff wiederverwerten zu können.» Wo dieses Projekt verwirklicht wird, ist noch ungeklärt. Entscheidend seien die Erfahrungen und Ergebnisse aus der Pilotanlage, wie Linda Bottin, Sprecherin von BASF am Standort Schwarzheide auf Nachfrage betonte.

München (dpa/lby) *13:09 Uhr – In Bayern soll grünes Kerosin entstehen

In Bayern soll grünes Kerosin in industriellem Maßstab erzeugt werden. Die Anlage zur Herstellung von zunächst rund 50.000 Tonnen pro Jahr werde voraussichtlich im Raum Burghausen entstehen, erklärte das bayerische Wirtschaftsministerium. Am Montag wurde dort eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Das grüne Kerosin soll nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums mit erneuerbaren Energien und Kohlendioxid aus der Luft entstehen. Dadurch sei es CO2-neutral.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) lobte die Pläne «als wichtigen Schritt zum klimaneutralen Fliegen» und betonte: «Ich bin stolz, dass dies in Bayern geschieht.» Hinter dem Bau der Anlage steht ein Konsortium mit zahlreichen Partnern, darunter Siemens Energy, MTU, MAN Energy Solutions, Lufthansa, der Flughafen München sowie die Technische Universität München und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Konsortialführer ist das Energieunternehmen OMV Deutschland. Dessen Geschäftsführer Gerhard Wagner betonte, dass nachhaltige Flugtreibstoffe einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der Luftfahrtindustrie leisteten.

Gleicht man die Zielgröße von 50.000 Tonnen nachhaltigem Kerosin am Durchschnittsverbrauch der Lufthansa-Flotte des vergangenen Jahres ab, würde sie – grob gerechnet – ausreichen, um rund eine halbe Million Passagiere 3000 Kilometer weit zu transportieren.

Singapur (dpa) *08:01 Uhr – Ölpreise erreichen mehrjährige Höchststände

Die Ölpreise haben ihren Höhenflug zu Beginn der Handelswoche fortgesetzt. Am Morgen erreichten die Notierungen für Rohöl aus der Nordsee und aus den USA jeweils mehrjährige Höchststände. Seit acht Wochen legen die Ölpreise tendenziell zu, angetrieben durch die Sorge der Investoren vor einem zu geringen Angebot vor den Wintermonaten.

Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 85,80 US-Dollar. Das waren 94 Cent mehr als am Freitag. Zeitweise stieg der Preis bis auf 86,04 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit drei Jahren.

Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg um 1,24 Dollar auf 83,52 Dollar. Zuvor kletterte die Notierung am frühen Morgen bis auf 83,73 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit 2014.

Während sich führende Industriestaaten vom Konjunktureinbruch in der Corona-Krise erholen, verstärkt sich auf dem Ölmarkt die Sorge vor einem Angebotsdefizit. Vor allem haben die Anleger einen Mangel an Erdgas im Blick, der zu Folge hat, dass sich die Nachfrage nach Erdöl zum Betrieb von Kraftwerken erhöht hat. Vor diesem Hintergrund schließen Experten einen weiteren Anstieg der Ölpreise nicht aus.

15.10.2021

Mainz (dpa) *15:49 Uhr – Biontech und Pfizer beantragen Impfstoff-Zulassung für Kinder

Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben jetzt auch in Europa eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt. Beide teilten am Freitag in Mainz und New York mit, dass sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten zu den klinischen Untersuchungen übermittelt hätten. Dieselben Daten wurden bereits der US-Arzneimittelbehörde FDA übergeben. Dort hatten Biontech und Pfizer am 7. Oktober die Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt.

Die klinischen Studien zeigen nach Angaben von Biontech und Pfizer, dass der Impfstoff von Kindern in dieser Altersgruppe gut vertragen wird und eine stabile Immunantwort hervorruft. Anders als bei Jugendlichen wurde den Kindern dieser Altersgruppe nur ein Drittel der Dosis verabreicht. An der Studie nehmen nach Angaben der Unternehmen insgesamt 4500 Kinder im Alter von einem halben Jahr bis elf Jahren teil, die Daten zu den Fünf- bis Elfjährigen beruhen auf2268 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Beteiligt waren mehr als 90 Kliniken in den USA, Finnland, Polen und Spanien.

Singapur (dpa) 07:50 Uhr – Ölpreise legen weiter zu – Brent auf Dreijahreshoch

Die Ölpreise sind am Freitag weiter gestiegen. Während Nordseeöl so viel kostete wie seit drei Jahren nicht, lag der US-Ölpreis leicht unter seinem unlängst markierten Siebenjahreshoch. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 84,66 Dollar. Das waren 66 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 59 Cent auf 81,90 Dollar.

Aufgrund der stark steigenden Preise für Gas und Kohle ist vorerst auch am Erdölmarkt keine Entspannung in Sicht. Da Erdöl begrenzt als Ersatz für andere Energieträger verwendet werden kann, greift die Energieknappheit zunehmend auf den Ölmarkt über. Eine entsprechende Warnung hatte am Donnerstag die Internationale Energieagentur IEA ausgesprochen. Gründe für die Preisrally sind sowohl Engpässe auf der Angebotsseite als auch die konjunkturell bedingt steigende Nachfrage.

13.10.2021

Tübingen (dpa/lsw) *17:30 Uhr – Erste Betriebsratswahl bei Curevac

Die rund 900 Beschäftigten der Curevac AG und der Curevac Real Estate GmbH in Tübingen wählen am Donnerstag erstmals einen Betriebsrat. Zur Wahl stellen sich nach Auskunft der IG Bergbau Chemie und Energie 29 Kandidierende. Es wird ein 13-köpfiges Betriebsratsgremium gewählt. Der Betriebsrat wird für rund vier Jahre gewählt. Die nächsten Betriebsratswahlen sind also für 2026 geplant.

Mitbestimmungsstrukturen seien in Biotechfirmen nicht selbstverständlich, sagte eine IG BCE-Sprecherin. Dass nach Biontech nun auch bei Curevac Betriebsratswahlen eingeleitet werden konnten, sei ein wichtiges Zeichen.

12.10.2021

Tübingen (dpa) *14:01 Uhr – Curevac zieht ersten Covid-Impfstoff aus Zulassungsverfahren

Das Biotechunternehmen Curevac zieht seinen ersten Impfstoffkandidaten aus dem Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zurück. Wie das Unternehmen am Dienstag in Tübingen mitteilte, war man davon ausgegangen, dass eine Zulassung bei der EMA frühestens im zweiten Quartal 2022 erfolgt wäre. Einen förmlichen Zulassungsantrag für den Impfstoffkandidaten CVnCoV gab es nicht, CVnCoV befand sich noch im sogenannten rollierenden Verfahren für eine Zulassung.

Ende Juni hatte Curevac bekannt gegeben, dass die Wirksamkeit seines Impfstoffkandidaten der ersten Generation niedriger sei als die einiger anderer Impfstoffe. Das Tübinger Biotechunternehmen war Anfang Juli davon ausgegangen, dass die EMA den Impfstoff trotz geringer Wirksamkeit zulassen werde. Das Curevac-Präparat hatte einer finalen Analyse zufolge eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg gezeigt. Damit ist es insgesamt deutlich weniger wirksam als andere Impfstoffe. Das Unternehmen will sich mit seinem britischen Partner Glaxo Smith Kline (GSK) auf die Entwicklung eines weiteren Covid-19-Impfstoffs konzentrieren.

11.10.2021

Singapur (dpa) *08:08 Uhr – Ölpreise steigen auf mehrjährige Höchststände

Die Ölpreise befinden sich weiter im Höhenflug. Am Montag erreichten sowohl Nordseeöl aus auch US-Erdöl mehrjährige Höchststände. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 83,66 US-Dollar. Das waren 1,27 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,53 Dollar auf 80,88 Dollar.

Derzeit kostetet Brent-Rohöl so viel wie seit etwa drei Jahren nicht mehr. Der US-Ölpreis notiert sogar auf dem höchsten Niveau seit sieben Jahren. Ausschlaggebend bleibt die angespannte Versorgungslage im Energiesektor, nicht nur am Ölmarkt. Weil die Preise für Gas und Kohle in den vergangenen Monaten stark gestiegen sind, kommt Öl als Alternative zunehmend in Betracht. Das treibt die Erdölpreise ebenfalls stark an.

08.10.2021

Brüssel (dpa) *15:46 Uhr – EU-Staaten stimmen Verbot des Farbstoffs Titandioxid im Essen zu

Kaugummis, Süßigkeiten und andere Lebensmittel müssen ab 2022 voraussichtlich ohne den weit verbreiteten weißen Farbstoff Titandioxid auskommen. Die EU-Staaten stimmten einem Vorschlag der EU-Kommission zu, den Zusatzstoff wegen möglicher Krebsrisiken aus Lebensmitteln zu verbannen. «Die Sicherheit unserer Lebensmittel und die Gesundheit unserer Verbraucher sind nicht verhandelbar», sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Freitag.

Der als E171 bekannte Stoff kommt auch in Backwaren, Suppen und Salatsoßen vor. Die EU-Kommission hatte ihren Vorschlag im Frühjahr auf Grundlage einer überarbeiteten Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) vorgelegt. Auch Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte für einen EU-weiten Zulassungsstopp in Nahrungsmitteln plädiert.

Düsseldorf (dpa) *12:20 Uhr – RWE-Chef Krebber will mehr Gaskraftwerke – Anlagen unter Preisdruck

Der Chef des Energiekonzerns RWE, Markus Krebber, fordert den Bau neuer Gaskraftwerke zur Sicherung der Stromversorgung in Deutschland. «Wir brauchen in Deutschland ungefähr 20 bis 30 Gigawatt neue Gaskraftwerke», sagte Krebber in einem am Freitag veröffentlichten Podcast der «Wirtschaftswoche». Das würde bis zu einer Verdopplung der bisherigen Kapazitäten entsprechen. Die installierte Leistung von Gaskraftwerken in Deutschland betrug 2019 rund 30 Gigawatt.

Krebber sieht Gaskraftwerke als Übergangstechnologie hin zur Stromversorgung ausschließlich über erneuerbare Energiequellen. Sie können verhältnismäßig günstig auf den Betrieb mit Wasserstoff umgerüstet werden. «Auch für die Gaskraftwerke brauchen wir einen ganz klaren Plan, wie sie am Ende CO2-frei, wie sie grün werden», sagte Krebber. Die Energieversorger hätten «keine Lust, die Diskussion, die wir heute über die Kohle führen, in zehn Jahren wieder über das Gas zu führen».

Singapur (dpa) *07:45 Uhr – Ölpreise steigen in Richtung Mehrjahreshochs

Die Ölpreise haben am Freitag im frühen Handel spürbar zugelegt. Bis zu den in dieser Woche markierten mehrjährigen Höchstständen ist es nicht mehr weit. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 82,95 US-Dollar. Das war genau ein Dollar mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,10 Dollar auf 79,40 Dollar.

Haupttreiber der Rohölpreise bleibt die angespannte Versorgungslage. Sie hatte die Preise in dieser Woche auf mehrjährige Höchststände getrieben, bevor eine Korrektur einsetzte. Ausschlaggebend hierfür waren Äußerungen aus Russland, die eine hohe Gasversorgung Europas nahelegten. Die derzeit hohen Gaspreise machen sich Experten zufolge auch am Ölmarkt bemerkbar, da Erdöl in Grenzen als Gasersatz dienen kann.

07.10.2021

Incheon, Südkorea (ots/PRNewswire) *22:57 Uhr – Hyundai Mobis baut 2 neue Werke für Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme in Korea

Hyundai Mobis (KRX: 012330) wird zwei neue Brennstoffzellenanlagen in Korea bauen, um die Wasserstoffwirtschaft zu beschleunigen und eine breitere globale Marktdominanz zu sichern.

Am 7. Oktober 2021 vollzog Hyundai Mobis den ersten Spatenstich für das neue Werk, das im Industriekomplex in Cheongna International City, Incheon, Wasserstoff-Brennstoffzellenstapel

herstellen wird. Präsident Moon Jae-in und der stellvertretende Premierminister Hong Nam-ki nahmen an der Zeremonie teil.

Hyundai Mobis kündigte an, insgesamt 1,1 Milliarden USD (1,3 Billionen KRW) in die beiden Werke zu investieren. Die neuen Anlagen werden in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 die Massenproduktion aufnehmen. Wenn die Anlagen vollständig in Betrieb sind, sollen sie jährlich 100.000 Wasserstoff-Brennstoffzellen produzieren.

Dresden (dpa/sn) *13:22 Uhr – Wasserstoff-Firma Sunfire plant neues Werk

Die Dresdner Firma Sunfire will mit zusätzlichen Investitionen im boomenden Wasserstoff-Markt vorn mitmischen. Geplant seien Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro, sagte Geschäftsführer Nils Aldag der Deutschen Presse-Agentur.

Hinzu kämen Fördergelder. Das Unternehmen will in den nächsten anderthalb Jahren zunächst ein neues Werk errichten und sogenannte Elektrolyseure für die Erzeugung von Wasserstoff bauen. Die Anlagen sollen im ersten Schritt eine Leistung von 500 Megawatt haben. Zudem will Sunfire die Zahl der Mitarbeiter bis 2023 auf mehr als 400 aufstocken - derzeit sind es rund 260 Beschäftigte.

Wo genau das neue Werk entsteht, ist laut Aldag noch nicht klar. «Die finale Standortentscheidung ist noch nicht gefallen.» Ein solches Industriewerk könne aber nicht mitten in einem Stadtgebiet entstehen, betonte der Sunfire-Chef. Deswegen sollen am Dresdner Standort mit der Nähe zur Technischen Universität (TU) und zu Einrichtungen wie Fraunhofer eher Forschung und Entwicklung bleiben.

Berlin/Wiesbaden (dpa) *12:01 Uhr – Materialmangel: Industrieproduktion gibt stark nach

Der Mangel an Rohstoffen, Halbleitern und Co. belastet die deutsche Industrie immer stärker. Die Produktion sinkt. Das kann Folgen für die Konjunktur in Europas größter Volkswirtschaft haben.

Lieferengpässe bremsen die deutsche Industrie und belasten Ökonomen zufolge zunehmend die Konjunkturerholung in Europas größter Volkswirtschaft. Im August sank die Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat deutlich um 4,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit dem Einbruch während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020. Er fiel zudem heftiger aus, als von Analysten erwartet. «Die Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten erwiesen sich als gravierender als bislang angenommen», kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium.

Singapur (dpa) *08:00 Uhr – Ölpreise geben weiter nach

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre Verluste vom Vortag ausgeweitet. Ausschlaggebend waren Äußerungen von Russlands Präsident Wladimir Putin und Lagerdaten aus den USA. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 80,78 US-Dollar. Das waren 30 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 65 Cent auf 76,78 Dollar.

Am Mittwoch waren die Ölpreise zunächst auf mehrjährige Höchststände gestiegen, danach hatten sie aber deutlich nachgegeben. Ausschlaggebend war auch, dass Russlands Präsident Putin von «Rekordmengen» an Gaslieferungen nach Europa gesprochen hatte.

Belastet wurden die Ölpreise zudem durch Vorratsdaten aus den USA. Nach Angaben des Energieministeriums sind die Rohölbestände in der vergangenen Woche deutlich gestiegen. Größere Lagerbestände wirken der aktuellen Knappheit an Erdöl entgegen und dämpfen das hohe Preisniveau.

Berlin (dpa) *05:55 Uhr – Einweg-Plastik-Verbot: Auch biologisch abbaubare Kunststoffe verboten

Auch biologisch abbaubare Kunststoffe wie etwa Trinkhalme aus Bambuspulver fallen unter das seit etwa 100 Tagen geltende deutsche Einweg-Plastik-Verbot. In anderen EU-Ländern ist das anders. Für Deutschland richte sich die Einordnung als Kunststoffprodukt allein nach der Kunststoffdefinition der Einwegkunststoffverbotsverordnung, sagt ein Sprecher des Bundesministeriums für Umwelt und Naturschutz.

Oxford (dpa) *03:01 Uhr – Entwicklerin ruft zu gerechterer Verteilung von Impfstoffen auf

Die Entwicklerin des Astrazeneca-Impfstoffes, Sarah Gilbert, hat zu einer gerechteren Verteilung der verfügbaren Corona-Impfdosen aufgerufen. «Es ist entscheidender denn je, dass wir nicht die Leben vergessen, die gerettet werden könnten, indem erste und zweite Impfdosen an die gefährdetesten Bevölkerungsgruppen in aller Welt vergeben werden», schrieb die Immunologin der Universität Oxford in dieser Woche gemeinsam mit einem Kollegen in der Zeitschrift «Science Translational Medicine». Es müssten größere Anstrengungen unternommen werden, um die Impfstoffe in aller Welt verfügbar zu machen.

06.10.2021

Wilhelmshaven (dpa/lni) *17:02 –Unfall in Chemie-Fabrik - Mehrere Menschen in Kontakt mit Gefahrstoff

Bei Revisionsarbeiten in einer Chemie-Fabrik in Wilhelmshaven sind mehrere Menschen mit einem Gefahrstoff in Kontakt gekommen. Der Rettungsdienst versorgte die Verletzten und brachte sie zur Beobachtung in umliegende Krankenhäuser, wie die Stadt und das Unternehmen mitteilten. Wie viele Menschen genau am Mittwochvormittag betroffen waren und um was für einen Gefahrstoff es sich handelte, blieb zunächst unbekannt.

Auch wie es zu dem Vorfall kam, war nicht klar.

Wiesbaden (dpa) *08:48 –Dämpfer für deutsche Industrie: Deutlich weniger Aufträge im August

Nach einem kräftigem Auftragsplus in den Vormonaten hat der August für die deutsche Industrie einen Dämpfer gebracht.

Beim Auftragseingang verzeichnete das Verarbeitende Gewerbe in dem Monat ein Minus von 7,7 Prozent zum Juli 2021, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Die Wiesbadener Behörde erklärte den deutlichen Rückgang damit, dass anders als im Juli und Juni des laufenden Jahres weniger Großaufträge zum Beispiel für Flugzeuge, Schiffe oder Züge eingingen. «Es gab für einen August zwar überdurchschnittlich viele Großaufträge, aber weniger als in den Vormonaten», erklärte ein Statistiker.

Singapur (dpa) *07:44 –Ölpreise notieren knapp unter Mehrjahreshochs

Die Ölpreise haben am Mittwoch weiter in der Nähe ihrer mehrjährigen Höchststände notiert. Am Morgen kostete ein Barrel

(159 Liter) der Nordseesorte Brent 82,75 US-Dollar. Das waren 19 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg um 15 Cent auf 79,08 Dollar.

Die Preise sind damit nicht weit von ihren am Vortag markierten Höchstständen entfernt. Brent war mit gut 83 Dollar auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. US-Öl kostete mit deutlich mehr als 79 Dollar so viel wie seit 2014 nicht mehr.

Stockholm (dpa) *06:00 – Chemie-Nobelpreisträger seit 2011

Die seit 1901 verliehenen Chemie-Nobelpreise gingen vor allem an amerikanische Forscher. Die erste Auszeichnung erhielt der Niederländer Jacobus van't Hoff für die Entdeckung von Gesetzen der Osmose. Die Preisträger der vergangenen zehn Jahre sind:

2020: Die seit Jahren in Deutschland arbeitende Genforscherin Emmanuelle Charpentier (Frankreich) und Jennifer A. Doudna (USA) für die Entwicklung einer Genschere zur gezielten Erbgut-Veränderung.

2019: Der US-Amerikaner John Goodenough, der in Großbritannien geborene Stanley Whittingham und der Japaner Akira Yoshino. Sie waren entscheidend an der Entwicklung von wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien beteiligt.

2018: Die US-Amerikanerin Frances Arnold, ihr Landsmann George Smith und der Brite Gregory Winter haben Methoden entwickelt, mit denen es möglich ist, etwa Biokraftstoffe, Arzneimittel und therapeutisch wirkende Antikörper umweltfreundlich herzustellen.

2017: Der Deutsch-Amerikaner Joachim Frank, der Schweizer Jacques Dubochet und der Brite Richard Henderson für die Kryo-Elektronenmikroskopie. Damit lassen sich Biomoleküle im Detail untersuchen - sie zeigt etwa dreidimensionale Bilder von Proteinen.

2016: Der Franzose Jean-Pierre Sauvage, der gebürtige Brite James Fraser Stoddart und der Niederländer Bernard Feringa. Sie bauten aus nur wenigen Molekülen etwa künstliche Muskeln und ein Mini-Auto.

2015: Tomas Lindahl (Schweden), Paul Modrich (USA) und Aziz Sancar (USA/Türkei), die Erbgut-Reparatursets beschrieben hatten. Diese Erkenntnisse dienen unter anderem zur Suche nach Krebsmedikamenten.

2014: Der deutsche Forscher Stefan Hell sowie die US-Amerikaner Eric Betzig und William Moerner für die Erfindung superauflösender Mikroskope. Damit kann man in lebende Zellen blicken und Abläufe bei Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson beobachten.

2013: Martin Karplus (USA/Österreich), Michael Levitt

(USA/Großbritannien) und Arieh Warshel (USA/Israel) für Methoden, mit denen sich auch komplexe chemische Reaktionen virtuell nachvollziehen lassen.

2012: Robert Lefkowitz und Brian Kobilka aus den USA für die Entdeckung von Rezeptoren, die zahlreiche Signale von außen in die Körperzellen übermitteln.

2011: Dan Shechtman (Israel), der Quasikristalle entdeckt hatte, die zuvor von vielen Chemikern für unmöglich gehalten wurden.

Stockholm (dpa) *4:31 –Chemie-Nobelpreisträger werden verkündet

Auf Medizin und Physik folgt bei den Nobelpreisen traditionsgemäß die Bekanntgabe in Chemie. Mit dem dritten wissenschaftlichen Nobelpreis waren im Vorjahr zwei Biochemikerinnen ausgezeichnet worden, von denen eine in Berlin arbeitet. Nach den Bekanntgaben in den Kategorien Medizin und Physik werden am Mittwoch die Chemie-Nobelpreisträger verkündet. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften wird frühestens um 11.45 Uhr in Stockholm mitteilen, welche Chemikerinnen und Chemiker den renommierten Preis diesmal bekommen. Er geht in den wissenschaftlichen Kategorien häufig an mehrere Preisträger gleichzeitig, die zum Beispiel zum selben Thema geforscht haben.

Dotiert sind die Nobelpreise in diesem Jahr erneut mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 980 000 Euro) pro Kategorie.Vergangenes Jahr hatten sich die in Berlin arbeitende Französin Emmanuelle Charpentier und die US-Amerikanerin Jennifer A. Doudna den Chemie-Nobelpreis geteilt. Sie waren für die Entwicklung einer Genschere zur gezielten Erbgut-Veränderung ausgezeichnet worden.

Wie 2020 der Astrophysiker Reinhard Genzel findet sich auch in diesem Jahr wieder ein Deutscher unter den bisher verkündeten Nobelpreisträgern: Der Hamburger Meteorologe Klaus Hasselmann teilt sich in diesem Jahr die eine Hälfte des Physik-Nobelpreises mit dem in Japan geborenen US-Amerikaner Syukuro Manabe, die andere Hälfte geht an den Italiener Giorgio Parisi. Sie werden für ihre Beiträge zur Erforschung des Klimas und anderer komplexer Systeme ausgezeichnet.

Genf (dpa) *04:00 –Durchbruch bei Malaria-Bekämpfung möglich: Experten prüfen Impfstoff

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hofft auf einen historischen Durchbruch in der Malariabekämpfung durch einen neuen Impfstoff. An diesem Mittwoch begutachtet ein unabhängiger Expertenausschuss in Genf vielversprechende Ergebnisse aus Pilotversuchen mit dem Impfstoff RTS,S in drei afrikanischen Ländern.

Wenn die Expertinnen und Experten von der Wirksamkeit und Sicherheit überzeugt sind, würde die WHO den weitreichenden Einsatz empfehlen. Die WHO wollte darüber um 17.30 Uhr in Genf in formieren.

05.10.2021

Berlin (dpa/bb) *15:02 – Berliner Senat treibt Verstaatlichung des Gasnetzes voran

Trotz Niederlage vor dem Bundesgerichtshof (BGH) hält das Land Berlin an der geplanten Verstaatlichung des Gasnetzes in der Hauptstadt fest. Der Senat werde den Ende 2024 auslaufenden Konzessionsvertrag mit der privaten Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB) fristgerecht beenden, wie die Senatsverwaltung für Finanzen am Dienstag mitteilte. Noch im November dieses Jahres werde der Senat Widerspruch gegen die automatische Vertragsverlängerung einlegen, hieß es.

Ohne den Widerspruch würde sich der Konzessionsvertrag mit der Tochter des Energiekonzerns Gasag um fünf Jahre verlängern. Der Betrieb des Gasnetzes kann so für die Zeit ab 2025 ausgeschrieben werden. «Die Entscheidung des Senats, den Gaskonzessionsvertrag zu beenden und vorfristig Widerspruch gegen die Verlängerung einzulegen, schafft für alle Beteiligten Klarheit und Planungssicherheit», erklärte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD).

Frankfurt/Main (dpa) *10:01Starke Nachfrage nach Maschinen und Anlagen aus deutscher Produktion

Die Auftragsbücher der deutschen Maschinenbauer haben sich im August weiter kräftig gefüllt. Die Bestellungen legten im Vergleich zum Vorjahresmonat bereinigt um Preiserhöhungen (real) um satte 48 Prozent zu, wie der Branchenverband VDMA am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann wies allerdings darauf hin, dass die Messlatte für den Vorjahresvergleich wegen des schwachen August 2020 «extrem niedrig» gelegen habe.

Die exportorientierte Industriebranche profitiert von der weltweiten Konjunkturerholung nach dem Corona-Krisenjahr 2020. Lieferengpässe und Materialknappheit bereiten allerdings zunehmend Sorge. Die Bestellungen aus dem Inland stiegen im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 36 Prozent, die Aufträge aus dem Ausland wuchsen um 54 Prozent. Im weniger schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum Juni bis August gingen insgesamt 45 Prozent mehr Order ein als im Vorjahreszeitraum. Der Branchenverband rechnet damit, dass Maschinenbauer im kommenden Jahr die Corona-Krise deutlich hinter sich lassen werden.

Los Angeles (dpa) *03:16 – Ölpest vor der kalifornischen Küste weitet sich aus

Die Ölpest vor der Küste Südkaliforniens hat am Montag weitere Strände verschmutzt. Die Reinigungsarbeiten dauern an, nachdem seit Samstag aus einer Leck geschlagenen Pipeline mehr als 475 000 Liter Öl ausgetreten waren. Der Küstenwache zufolge wird der Ölteppich mit Hilfe von Schiffen eingegrenzt und von der Oberfläche abgeschöpft. Einsatzteams legten Barrieren aus, um bedrohte Feuchtgebiete vor der Verseuchung zu schützen.

Berlin (dpa) *03:01 –DUH verklagt Wintershall Dea

Die Deutsche Umwelthilfe hat nach Autokonzernen nun auch eine «Klimaklage» gegen den Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea eingereicht. Damit soll der Konzern gezwungen werden, die Gas- und Ölförderung zu verringern, wie aus der Klageschrift hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Wintershall soll ab 2026 keine neuen Öl- oder Gasfelder mehr eröffnen dürfen oder sich daran beteiligen. Die Klage wurde laut Umwelthilfe beim zuständigen Landgericht in Kassel eingereicht.

04.10.2021

Karlsruhe/Freiberg (dpa/lsw) *13:10 – Wasser: Rückgänge der Grundwasservorräte erwartet

Vielerorts sind die Grundwasservorräte im Moment rückläufig. Das liegt nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe vom Montag daran, dass es im September weniger als sonst im Schnitt geregnet hat. «Aufgrund der aktuellen Randbedingungen ist mit weiteren Rückgängen der Grundwasservorräte zu rechnen», heißt es im aktuellen LUBW-Report über die Grundwasserverhältnisse im Land.

Allerdings befinden sich die Werte meist auf hohem Niveau: Anfang Oktober überwiegen den Angaben zufolge in Baden-Württemberg mittlere bis leicht überdurchschnittliche Grundwasserverhältnisse. Dies geht unter anderem auf den vergleichsweise regenreichen Sommer zurück. Als unterdurchschnittlich wird derzeit nur die Messstelle in Gemmingen (Landkreis Heilbronn) in der LUBW-Übersicht angegeben.

Stockholm (dpa)*11:38 – Medizin-Nobelpreis an zwei Molekularbiologen

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an David Julius (USA) und den im Libanon geborenen Forscher Ardem Patapoutian für ihre Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Berührung im Körper. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit.

Werlte (dpa) *11:26 – Neue Anlage im Emsland liefert klimaneutrales Kerosin

Eine neue Anlage im Emsland soll der Luftfahrtbranche das Tor zur Klimaneutralität aufstoßen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) eröffnete am Montag in Werlte eine Anlage zur Herstellung von CO2-neutralem Kerosin. Nach Angaben der Betreiber handelt es sich um die erste Anlage weltweit, die den Flugzeugkraftstoff im industriellen Maßstab synthetisch herstellen kann. «Für Deutschland und seine Partnerländer bietet diese neue Technologie große wirtschaftliche Chancen», sagte Schulze.

Die Anlage produziert Kraftstoff für Flugzeuge synthetisch aus Wasser, erneuerbarem Strom von Windrädern aus dem Umland, Abfall-CO2 aus Lebensmittelresten einer Biogasanlage sowie CO2 aus der Umgebungsluft. Die Produktionskapazität soll nach dem Erreichen des Regelbetriebs im kommenden Jahr bei einer Tonne oder acht Fässern Rohkerosin pro Tag liegen. Erster Kunde ist die Lufthansa, beliefert wird der Flughafen Hamburg. Betreiber ist die gemeinnützige Klimaschutzorganisation Atmosfair aus Berlin.

Luxemburg (dpa) *09:39 –Warum die Energiepreise gerade explodieren

Seit Anfang des Jahres klettern die Energiepreise in Europa in die Höhe. Einige EU-Staaten greifen nun ein, um Haushalte vor hohen Strom- und Heizkosten zu schützen.

Gas und Strom sind in Europa so teuer wie lange nicht. Vor dem Winter wird befürchtet, dass Haushalte Rechnungen nicht bezahlen können. Die Finanz- und Wirtschaftsminister der Euro-Länder wollen sich an diesem Montag mit dem Thema befassen. Was steckt hinter dem Preisanstieg - und was kann die EU tun?

Wie hat sich der Energiepreis zuletzt entwickelt? Seit Anfang des Jahres steigen internationale Energiepreise rasant. Laut Simone Tagliapietra von der Denkfabrik Bruegel liegt das vor allem am Gaspreis. Der Großhandelspreis von Erdgas ist zwischen Januar und Oktober um rund 440 Prozent gestiegen. Gas wird genutzt zum Heizen, aber auch zur Stromerzeugung - der fossile Brennstoff hat also auch Einfluss darauf, wie viel Strom kostet. In Deutschland ist Strom an der Börse seit Januar rund 140 Prozent teurer geworden, in Italien 340 Prozent und in Spanien sogar 425 Prozent. Rund drei Viertel des Strompreises werden hierzulande nicht durch die Energiekosten sondern Steuern, Umlagen und Netzentgelte bestimmt.

Warum sind die Energiepreise so rasant gestiegen? Es gibt verschiedene Faktoren. Zunächst ist die Nachfrage nach Energie während der Erholung von der Corona-Pandemie weltweit gestiegen, da die Wirtschaft wieder mehr produziert. Gleichzeitig ist das Angebot an Energie gesunken - etwa durch Dürren in Brasilien, wo viel Strom aus Wasserkraft produziert wird. Dann war der Winter vielerorts besonders hart, wodurch Reserven geschmälert wurden. Thilo Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) weist darauf hin, dass im Sommer weniger erneuerbare Energie produziert wurde.

Darüber hinaus wird vermutet, dass große Firmen die Entwicklungen am Markt ausnutzen. Georg Zachmann von Bruegel sagt, der russische Gasproduzent Gazprom habe zwar seine Lieferverträge mit Europa erfüllt, jedoch die Nachfrage darüber hinaus trotz der attraktiven Preise nicht bedient. Damit könnte Gazprom darauf abzielen, die Preise hochzutreiben - oder Druck auszuüben, damit die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 schneller in Betrieb genommen werde.

Kritiker machen dafür auch Klimaschutzmaßnahmen verantwortlich. Der Preis von Kohlenstoffdioxid (CO2) im Handel mit Emissionsrechten ist gestiegen, was die Energieerzeugung aus Kohle unattraktiver macht, aber auch Strom teurer machen kann, wenn es keine Alternativen gibt. Im Emissionshandelssystem der EU müssen etwa Stromanbieter für den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 zahlen. Kritiker fürchten, dass eine Ausweitung des Systems Verbraucher zusätzlich belastet. Der Handel mit Emissionsrechten ist laut Tagliapietra nur für ein Fünftel des Preisanstiegs verantwortlich. Das EU-System habe zudem dafür gesorgt, dass Kohle bei den hohen Gaspreisen keine Alternative wird - und so höhere Emissionen verhindert. Aus Sicht von Zachmann kann die Alternative nur Energieeffizienz und sauberer Strom sein.

Einige EU-Länder haben Maßnahmen eingeleitet, um Verbraucher zu schützen. Frankreich hat eine Tarifbremse für Strom und Gas angekündigt und will ärmeren Haushalten je 100 Euro zahlen. Italien will 3 Milliarden Euro ausgeben, um Haushalten einen Teil ihrer Strom- und Gasrechnungen zu erlassen, etwa durch Steuersenkungen.

Spanien hat Maßnahmen auf EU-Ebene gefordert, etwa eine gemeinsame Plattform für Gaseinkäufe. Luxemburg macht Spekulation am Gasmarkt für den Preisanstieg mitverantwortlich und schlug eine Überarbeitung der EU-Richtlinie vor. «Wir müssen das extrem spekulative Verhalten einiger Händler unterbinden», sagte Luxemburgs Energieminister Claude Turme. Polen fordert ein Umdenken im EU-Emissionshandel.

Singapur (dpa) *08:17 –Ölpreise vor Opec-Treffen weitgehend stabil

Die Ölpreise haben sich am Montag vor einem mit Spannung erwarteten Treffen großer Förderländer nur wenig bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 79,24 US-Dollar. Das waren vier Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um fünf Cent auf 75,83 Dollar.

Am Ölmarkt richten sich die Blicke zu Wochenbeginn auf ein Treffen großer Produktionsländer. Der Ölverbund Opec+, angeführt von den Ölriesen Saudi-Arabien und Russland, will über seine kurzfristige Förderpolitik beraten. Das Umfeld ist angespannt: Die Nachfrage nach Erdöl, Benzin und Diesel ist konjunkturbedingt hoch, das Angebot wegen anhaltender Ausfälle im Golf von Mexiko knapp. Dementsprechend sind die Ölpreise zuletzt deutlich gestiegen. Der Preis für Nordseeöl liegt gegenwärtig nur knapp unter seinem in der vergangenen Woche markierten Dreijahreshoch von gut 80 Dollar. Es gilt daher als möglich, dass die Opec+ ihre Förderung stärker ausweitet als bisher geplant. Aktuell wollen die 23 Förderländer ihre Tagesproduktion um monatlich 400 000 Barrel erhöhen, um die steigende Nachfrage zu bedienen.

01.10.2021

Miami (dpa) *15:09 Uhr – Corona-Mittel halbiert Risiko für sehr schwere Verläufe

Ein neues Corona-Medikament des US-Pharmakonzerns Merck reduziert bei Risiko-Patienten einer klinischen Studie zufolge deutlich die Wahrscheinlichkeit sehr schwerer Verläufe. Man wolle sich so schnell wie möglich um den Einsatz in den USA bemühen und auch entsprechende Anträge bei Behörden weltweit stellen, teilte der auch unter dem Namen MSD bekannte Konzern am Freitag mit. Die Arznei wird als Pille verabreicht.

In der Studie hätten Corona-Patienten mit milden bis moderaten Symptomen, die mit einem Placebo behandelt wurden, in 14,1 Prozent der Fälle innerhalb von 29 Tagen ins Krankenhaus gemusst oder seien gestorben, erläuterte Merck. In der Patienten-Gruppe, die mit dem Medikament Molnupiravir behandelt wurde, seien es mit 7,3 Prozent nur etwa halb so viele gewesen.

Die Zahlen basieren auf einer Auswertung der Daten von 775 Corona-Patienten. Alle Probanden wiesen mindestens einen Risikofaktor auf, der einen schweren Verlauf wahrscheinlich macht. In der Testgruppe, die das Merck-Medikament erhielt, habe es im Studienzeitraum keine Todesfälle gegeben. Unterdessen seien acht Menschen gestorben, die das Placebo erhielten. Die Merck-Aktie sprang im vorbörslichen Handel am Freitag zeitweise um rund acht Prozent hoch.

In der EU gibt es mit Remdesivir erst ein offiziell zugelassenes Corona-Medikament. Einige andere werden aber dennoch schon eingesetzt, wie zum Beispiel Dexamethason und Antikörper-Mittel.

Berlin/Leuna (dpa) *12:05 Uhr – Hohe Energiepreise bedrohen Produktion von Grundstoffen

Die ostdeutsche Chemie- und Pharmaindustrie blickt mit Sorge auf die steigenden Preise auf dem Energiemarkt. Besonders die energieaufwendige Basis-Chemie – also die Herstellung von Grundchemikalien wie Ethylen und Propylen – stehe davor, ihre Anlagen herunterzufahren, sagte ein Sprecher des Landesverbandes Nordost im Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Freitag. Auch die Produktion rund um den Grundstoff Ammoniak sei von der Entwicklung am Energiemarkt besonders stark betroffen. Zunächst hatte die «Mitteldeutsche Zeitung» darüber berichtet.

Eine betriebswirtschaftlich vernünftige Erzeugung von Ammoniak sei derzeit kaum möglich, schrieb dazu der Industrieverband Agrar am Freitag. Folgeprodukte seien bereits auf einem hohen Preisniveau und Kostensteigerungen könnten nur sehr begrenzt an die Endkunden weitergegeben werden, da die Unternehmen im internationalen Wettbewerb stünden.

Wenn die Strompreise weiter aus dem Ruder liefen, seien Investitionen in Gefahr, betonte der Sprecher. Gleichzeitig drohe aus den hohen Strompreisen eine Rückbesinnung auf die Kohle zu werden.

Frankfurt/Main (ots) *11:30 Uhr –Düngemittel-Hersteller beklagen hohe Energiepreise

Bei der Herstellung von Ammoniak und Stickstoffdüngemitteln ist Erdgas sowohl als Rohstoff wie als Energiequelle von entscheidender Bedeutung. Die rekordhohen Erdgaspreise stellen die Düngemittel-Industrie vor große Herausforderungen, insbesondere in Verbindung mit den stark gestiegenen Preisen für CO2-Zertifikate im Emissionshandel. Zusammengenommen lassen sie eine betriebswirtschaftlich vernünftige Erzeugung von Ammoniak derzeit nicht zu, denn Folgeprodukte wie Stickstoffdünger sind bereits auf einem hohen Preisniveau, und Kostensteigerungen können nur sehr begrenzt an die Endkunden weitergegeben werden. Dies hat bereits zu Produktionskürzungen bei Ammoniak im In- und Ausland geführt. Die im Industrieverband Agrar e.V. (IVA) und Fertilizers Europe organisierte Düngemittel-Industrie appelliert an die Bundesregierung und die EU-Kommission, eine ausreichende Versorgung mit bezahlbarem Erdgas mit hoher Priorität sicherzustellen.

Mit Blick auf die klimapolitischen Ziele der EU sowie der Mitgliedsstaaten steht die chemische Industrie im Allgemeinen und die Ammoniak- und Düngemittel-Industrie im Besonderen vor gewaltigen Herausforderungen. Um eine Treibhausgas-neutrale Produktion zu erreichen und CO2-freien, grünen Ammoniak zu produzieren, müssen ausreichende Mengen an grünem Wasserstoff verfügbar sein und Produktionsanlagen umgebaut werden. Dies kann nur gelingen, wenn die Hersteller die notwendigen Investitionskosten erwirtschaften können und nicht durch einen ungleichen Wettbewerb aus dem Markt verdrängt werden.

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