Zukunfts- und Wachstumsziele Coperion sieht die Rezession als Chance

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Auftragseinbrüche, Produktionsdrosselungen, Betriebsstillstände und Kurzarbeit – die Kette der Negativschlagzeilen scheint kein Ende zu nehmen. Der Stuttgarter Anlagenbauer Coperion verliert trotz allem nicht den Blick für die Zukunft und setzt sich ehrgeizige Wachstumsziele.

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Coperion will verschiedene Märkte abdecken. Das neue Food Technikum eröffnet neue Entwicklungsmöglichkeiten in der Lebensmittelindustrie (Bilder: Coperion).
Coperion will verschiedene Märkte abdecken. Das neue Food Technikum eröffnet neue Entwicklungsmöglichkeiten in der Lebensmittelindustrie (Bilder: Coperion).
( Archiv: Vogel Business Media )

Wir wollen innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre unseren Umsatz von rund 600 auf 800 Millionen Euro steigern.“ Mit diesem ambitionierten Wachstumsziel eröffnete Dipl.-Ing. Wolfgang Pöschl, Mitglied der Coperion-Geschäftsleitung, die Pressekonferenz anlässlich der Open House-Veranstaltung „Zukunft bei Compounds und Masterbatches“.

Angesprochen auf die aktuelle wirtschaftliche Situation räumte er ein, dass diese Entscheidung vor der weltweiten Wirtschaftskrise fiel, und man rechne damit, dass es bis zur Umsetzung auch etwas länger dauern kann. „Aber grundsätzlich halten wir an diesem Ziel fest“, versicherte Pöschl.

Grund für das straffe Wachstumsziel: Coperion will unabhängiger vom zyklischen Geschäft mit der Kunststoffindustrie werden, was traditionell das Kerngeschäft der Stuttgarter ist. Interessant für einen Ausbau sind u.a. die Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie.

Vor allem in den Sparten Lebensmittel und Pharma sieht Pöschl Chancen. Denn viele Betriebe stehen noch vor der Aufgabe, ihre Produktion von der diskontinuierlichen auf eine kontinuierliche Aufbereitung umzustellen. Hier kann das Unternehmen mit speziellen Extrudern in hygiene-gerechter Ausführung und einem eigenen Technikum punkten.

„Das Food Technikum dient vor allem dazu, die verfahrenstechnische Auslegung und die Schneckenkonfiguration, aber auch den Aufbau der Gesamtanlage für die Herstellung neuer oder veränderter Produkte zu entwickeln“, erläutert Albrecht Huber, General Manager der Business Unit Special Applications.

Wachsen will Coperion vor allem durch Zukäufe. Dabei setzen Pöschl und seine Kollegen weniger auf den einen großen Deal. Man ist vielmehr an verschiedenen kleineren Unternehmen interessiert. Denkbar wäre ein Ausbau nach dem Vorbild der Hartmann-Integration. Anfang 2007 haben die Stuttgarter den Spezialisten für Schüttguthandling von Alumina Hartmann Förderanlagen erworben und in die Gruppe integriert.

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