Recyclebare Verpackungslösungen Coffee to stay: Kommt jetzt die recyclingfähige Kaffeekapsel?

Redakteur: Dominik Stephan

Sind sie nicht praktisch: Kaffeekapseln und Kapselmaschinen zaubern wohlschmeckenden Espresso und Co. unkompliziert und auf Knopfdruck. Doch in Zeiten der Nachhaltigkeitsdebatte hat der Ruf des Muntermachers aus der Kapsel Risse bekommen: Jede Kapsel wandert nach einmaliger Benutzung in den Müll, wo das Material häufig nur schwer wieder verwertet werden kann. Dabei ginge es auch anders, wie eine aktuelle Kooperation zeigt...

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Da die Folie zum Versiegeln der Kapseln schräg zugeführt und mit Versatz gestanzt wird, ist eine optimale Materialausnutzung gegeben.
Da die Folie zum Versiegeln der Kapseln schräg zugeführt und mit Versatz gestanzt wird, ist eine optimale Materialausnutzung gegeben.
(Bild: Optima)

Aus der Bohne in die Tasse, in die Kapsel, in den Müll: Das ist bei typischen Alukapseln tragisch, aber auch Kunststoffe sind eigentlich wertvolle Materialien, die so weit wie möglich in einem Kreislauf integriert werden sollten. Zwar ist laut einer aktuellen Amcor-Studie die Verpackung von Kaffee- und Kaffeeprodukten lediglich für etwa zwei Prozent des ökologischen Fußabdrucks verantwortlich (der Löwenanteil entfällt auf den Wasser- und Energiebedarf), aber das Image leidet unter dem Bildern achtlos weggeworfener Einwegkapseln.

Das muss doch auch besser gehen: Die Vision einer vollständig recycelbaren Kaffeekapsel hatte die Firmen Optima, Wipf und Säntis an einem Tisch zusammengebracht, da rasch klar war, dass eine echte Lösung alle Teile der Verpackung bis zur Verkapselung beinhalten musste.

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Das Material macht den Unterschied

"Greenlution“ nennen die Partnerunternehmen die neue Kapseltechnologie, die eine Polypropylen-Monomaterialkapsel (die Recy+Cap von Säntis) mit einer vollständig recycelbaren Oberfolie (die bis zu 24 Monate aromadichte und aluminiumfreie Wicogreenline von Wipf) kombiniert. Abgefüllt und Verkapselt wird das ganze mit einem Verpackungssystem von Optima, welches auf der bewährten CFL Kapselfüllmaschine basiert. NIR-detektierbare Masterbatches sollen dabei für beste Sortierfähigkeiten sorgen.

Auch die Filterteile im Inneren der Kapsel basieren auf dem gleichen, leichtgewichtigen Monomaterial wie der Rest der Verpackung. Die Geometrie oder Farbe der einzelnen Kapseln kann dabei vom Kunden frei gewählt werden. Die Multi-Layer-Kapsel kommt ohne zusätzliche Umverpackung oder Sekundärverpackung aus, da die Deckfolie im Tief-, Flexo- oder Digitaldruck gestaltet werden kann.

Mit der Entwicklung von „Green Lution“ will Optima mit den Partnerunternehmen ein nachhaltiges Kreislaufsystem von der Herstellung und Verwendung bis hin zum Recycling der Verpackung anbieten.

Damit umweltbewusste Anwender sich nicht nur auf die Herstellerangaben alleine verlassen müssen, haben das Institut Cyclos-HTP und der Umweltdienstleister Interseroh übereinstimmend das Kapselsystem mit einem EVOH-Anteil unter drei Prozent als recyclingfähig zertifiziert. Als Rohmaterial kommt Polypropylen zum Einsatz, das aus biologischen Abfällen gewonnen wird.

Kann die Kaffeekapsel auch umweltfreundlich?

Die Verpackungslösung Optima CFL kombiniert eine hohe Dosiergenauigkeit unterschiedlicher Kaffeesorten mit einem geringen Platzbedarf, optimaler Folienausnutzung, einem reduzierten Energie- und Gasverbrauch bei maximaler Effizienz und einer minimalen Produktionsausschussrate von weniger als 0,05 Prozent.

„Das Konzept reicht von der auf Polypropylen basierenden Monomaterialkapsel über die vollständig recycelbare Oberfolie mit exzellenten Barriereeigenschaften bis hin zur Abfüllung auf einem nachhaltig konzipierten Verpackungssystem .Damit lässt sich auch die Abfüllung so nachhaltig wie möglich gestalten“, erläutert Ulrich Burkart von Optima. Dank des modularen Designs lassen sich auch bestehende Anlagen jederzeit umrüsten und in puncto Produktivität, Materialausnutzung und Energieverbrauch optimieren. Diese Entwicklung zeigt, dass sich mehr Nachhaltigkeit nur gemeinsam, mit partnerschaftlicher Zusammenarbeit von Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette, erreichen lässt. Optima

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