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Automatisierung

Cleveres Automatisierungskonzept sorgt für ein Plus an Sicherheit

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Um den Faktor Mensch bei der zunehmend automatisierten Produktion nicht zu vernachlässigen, unterstützte TÜV Süd beim Implementieren eines so genannten „Hand-Shake-Verfahrens“. Dieses verbindet Scada mit dem Sicherheitssystem und beruht beim Bedienen der Anlage auf dem Vier-Augen-Prinzip. Da sich z.B. Produktionseinheiten bei der automatisierten Rohstoffzufuhr eine gemeinsame Quelle teilen, ist ein sicherer und lückenloser Datenaustausch notwendig. Dieser wird via Safeethernet sichergestellt.

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In der Produktionsstätte am südlichen Stadtrand von München wurde so das größte Automatisierungsprojekt der letzten Jahre erfolgreich umgesetzt. Das Sicherheitsniveau entspricht dem in der EN 61508 aufgeführten Safety Integrity Level 3 (SIL 3).

Schnittstelle: Mensch - Prozess

Mehrproduktanlage für die Herstellung von organischen Peroxiden. Auf dem Reaktor der Conti-
Anlage ist das Rührgerät (RM 16) angebracht. Rechts im Bild eine Destillationsanlage (K 11), in der ein Zwischenprodukt thermisch aufgetrennt wird.
Mehrproduktanlage für die Herstellung von organischen Peroxiden. Auf dem Reaktor der Conti-
Anlage ist das Rührgerät (RM 16) angebracht. Rechts im Bild eine Destillationsanlage (K 11), in der ein Zwischenprodukt thermisch aufgetrennt wird.
(Bild: United Initiators)

Charakteristisch für den Betrieb von Mehrprodukte-Anlagen sind häufige Rezeptwechsel, stark variierende Prozessparameter und die sich damit, im Gegensatz zu Mono-Anlagen, ständig ändernden Steuerungsaufgaben. Ein weiterer Aspekt ist, dass einzelne Produktionsaufgaben nicht so exakt definiert sein können wie bei Mono-Anlagen.

Teil- oder vollständig automatisierte Anlagen dürfen deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Einfluss des Bedieners nach wie vor groß ist. Analysen von Vorfällen in der Prozessindustrie kommen zu dem Ergebnis, dass 40 bis 60 Prozent der untersuchten Ereignisse wie beispielsweise durchgehende Reaktionen oder Stoffaustritte auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen sind.

Mensch und Technik Hand in Hand arbeiten

Zwar lassen sich Bedienfehler klar identifizieren, die Ursachen für Vorfälle sind aber oft die Summe mehrerer Faktoren, die unter Umständen gleichzeitig auftreten. Dazu gehören neben menschlichem Fehlverhalten auch technische Probleme, Defekte oder falsche Entscheidungen des Managements.

Gerade bei hochgradig automatisierten Mehrprodukte-Anlagen besteht einerseits die Gefahr, dass Bediener ihre Kontrollfunktion vernachlässigen. Ist das Vertrauen in die Automation zu gering, wird andererseits zu häufig in laufende Prozesse eingegriffen.

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