Reinraumtechnologie Cleanzone 2016 überzeugt mit 30 % mehr Ausstellungsfläche

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Mit 31 % mehr gebuchter Fläche geht die fünfte Ausgabe der Cleanzone heute und morgen in Frankfurt am Main an den Start. 86 Unternehmen aus dem In- und Ausland präsentieren ihre Innovationen auf der internationalen Fachmesse mit Kongress für Reinraumtechnologie.

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Die Cleanzone 2016 zieht Reinraum-Interessierte aus dem In- und Ausland nach Frankfurt.
Die Cleanzone 2016 zieht Reinraum-Interessierte aus dem In- und Ausland nach Frankfurt.
(Bild: Sandra Gätke / Messe Frankfurt Exhibition GmbH)

Frankfurt am Main – Von den 86 Ausstellern der Cleanzone kommen 26 % aus dem Ausland. Erstmals mit dabei sind Unternehmen aus Tschechien, Israel, Korea und der Türkei. Ruth Lorenz, Bereichsleiterin Technology & Production bei der Messe Frankfurt, freut sich über die Entwicklung der Fachmesse: „Seit ihrem Start im Jahr 2012 hat sich die Cleanzone hervorragend entwickelt. Sie erfüllt den Bedarf nach einer internationalen Austauschplattform für Reinraumtechnologie. Die Cleanzone bietet eine optimale Möglichkeit für Hersteller und Anwender von Reinraumtechnologie, sich über neue Anforderungen und neue Produkte mit Experten und Geschäftspartnern auszutauschen.“

Ob Airbags, elektronische Steuerungssysteme im Auto, abgepackte Lebensmittel, biologische Medikamente, Handys, OLEDs oder LEDs – die Bandbreite der Produkte, die wegen ihrer Sensibilität in kontrollierter Umgebung hergestellt werden, wächst ständig. Die Anforderungen, die an die Produktion von Hightech-Produkten gestellt werden, steigen ständig. Durch die Verkleinerung der Strukturen auf Bauteilen wachsen die Ansprüche an die Präzision in der Herstellung. Und nicht nur Partikel oder Keime rücken ins Rampenlicht, sondern auch chemische Verunreinigungen in der Luft oder auf Oberflächen wie Silikone oder Säuren, die beispielsweise aus Kleidungsstücken oder Baumaterial ausdünsten und Schaltkreise auf Mikrochips lahmlegen können. Wie diese Stoffe gemessen und herausgefiltert werden können, erfahren die Teilnehmer in einem erstmals auf der Messe stattfindenden Workshop.

Umfassendes Produktangebot und Rahmenprogramm

Die Cleanzone richtet sich an alle Hightech-Branchen, die im Reinraum arbeiten von der Pharma- und Lebensmittelindustrie über die Halbleiterfertigung, die Mikroelektronik- und mechanik bis hin zur Medizintechnik und dem Gesundheitswesen. Das Produktspektrum der Fachmesse reicht von Planung und Bau über Klima- und Lüftungstechnik, Verbrauchsmaterialien, Reinraumkleidung und - reinigung, Mess- und Regeltechnik bis hin zu Monitoring Systemen. Auf der Cleanzone präsentieren sich drei wichtige Industrieverbünde: der Verein Interessengemeinschaft Pharmabau 3000 (VIP 3000), Cleanroom.de, ein Zusammenschluss von Unternehmen, die Lösungen für die Mikrotechnologie anbieten und das Cleaning Excellence Center Leonberg zum Thema technische Sauberkeit. Damit erstreckt sich das Angebot der Fachmesse über alle Bereiche der Produktion unter kontrollierten Bedingungen.

Für die Branchen, die im Reinraum produzieren, ist die fortschreitende Digitalisierung ein zentrales Thema. Ein Teil des Produktionsprozesses findet im Reinraum statt. Wie lässt sich die Reinraumproduktion in den gesamten Produktionsprozess integrieren? Welche Chancen ergeben sich durch die Digitalisierung? Ist die Digitalisierung die treibende Kraft für Innovationen im Reinraum? Dieses zentrale Zukunftsthema greift die Cleanzone sowohl in Vorträgen auf dem Cleanzone Kongress als auch in einer Podiumsdiskussion auf der Aktionsbühne Cleanzone Plaza auf.

Innovationen für die Zukunft – Kunststoff als Material

Zum Cleanroom Award 2016 hat die Jury wieder fünf herausragende Innovationen nominiert. Das Adriatic Institute of Technology wurde für „Shellbe“ ausgewählt, ein mobiles Krankenhaus, das aus transportfähigen Modulen besteht und als Kranken- oder Seuchenstation in strukturschwachen Regionen zum Einsatz kommen könnte. Die Kunststoffkonstruktion ist extrem beständig gegen Hitze oder Kälte. Ebenfalls eine Nominierung erhielt MK Versuchsanlagen für seinen metallfreien Reinraum, den das Unternehmen an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg errichtet hat. Der Reinraum musste metallfrei sein, da bei der Analyse von Wasserproben aus den Meeren keinerlei Verunreinigungen durch korrodierende Metalle auftreten dürfen. Die Jury nominierte auch das Unternehmen MRC-Systems FZE aus Dubai für Wände, Einrichtungen oder Böden in Reinräumen aus glasfaserverstärktem Polyester.

Das Material zeichnet sich durch eine hohe chemische Beständigkeit und eine leichte Verarbeitung aus. Das Unternehmen Particle Measuring Systems wurde für Biocapt Single‐Use-Microbial Impactor, eine neue Messmethode für Mikroorganismen ausgezeichnet. Da kein Kontakt des Bedieners zur Platte besteht, können Kontaminationen hervorgerufen durch das Personal ausgeschlossen werden. Für ihr einfaches, vernetztes und leicht zu bedienendes Monitoring System View Linc wurde die Firma Vaisala nominiert. Wer den Cleanroom Award 2016 erhält, entscheidet das Publikum auf der Fachmesse.

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