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China Market Insider Chinas Raffinerien: Allzeithoch bei der Produktionskapazität trotz sinkender Nachfrage

Autor / Redakteur: Henrik Bork * / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Die Produktionskapazität von Rohöl in Chinas Raffinerien ist im Juni auf ein neues Rekordhoch geklettert. Analysten werten dies als ein Zeichen für die schnelle Erholung der chinesischen Wirtschaft. Marktbeobachter und chinesische Funktionäre sehen in den derzeitigen Überkapazitäten sowie der Coronakrise jedoch einen erhöhten Reformationsdruck auf die erdölverarbeitende Industrie im Land.

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Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet PROCESS regelmäßig über den chinesischen Chemie- und Pharmamarkt.
Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet PROCESS regelmäßig über den chinesischen Chemie- und Pharmamarkt.
(Bild: ©sezerozger - stock.adobe.com)

Peking/China – Die Raffinerien in der Volksrepublik laufen gerade auf Hochtouren. 57,87 Millionen Tonnen Rohöl sind im Juni in China verarbeitet worden, ein Anstieg von 9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das ist ein neuer historischer Rekord, basierend auf den jüngsten, Mitte Juli vom Nationalen Statistikbüro in Peking veröffentlichten Daten. Auch Chinas Importe von Rohöl sind im Juni auf ein neues Rekordhoch geklettert, glaubt man vorläufigen Statistiken der chinesischen Zollbehörde GAC. Insgesamt hat China 53.18 Millionen Tonnen Rohöl importiert, 34,4 % mehr als im Juni vor einem Jahr.

Die Zahlen lesen sich auf den ersten Blick richtig gut - wären da nicht die schon seit Jahren existierenden Überkapazitäten in der Erdölverarbeitung. Sie macht den Funktionären noch mehr Kopfschmerzen als vorübergehende Rückschläge wegen des Coronavirus. „Für das gesamte laufende Jahr und auch langfristig wird die Überkapazität das dominierende Thema der Industrie sein”, warnte Fu Xiangshen, der Vizevorsitzende von China Petroleum and Chemical Industry Federation CPCIF schon im März. Schon im vergangenen Jahr waren deswegen die Profitmargen der chinesischen Petrochemie um 13,9 Prozent gesunken, der schwerste Rückgang seit der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008.