Natürliche Fasern

China treibt Forschung für industrielle Hanfnutzung voran

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Bei Hanftextilien geht es nicht um billige Massenware, sondern um Qualitätstextilien mit besonderen Eigenschaften. Und genau das macht Hanf so attraktiv für die chinesische Textilindustrie, die unter starkem Druck durch Niedriglohnländer steht. Beim Hanf gibt es wenig Konkurrenz. Wissenschaftler zeigten die Vorteile der Hanffasern: Komplexe dreidimensionale Faserstruktur, sehr gute Feuchteaufnahme, schnelles Trocknen, antibakterielle Wirkung und guter UV-Schutz.

Uniformen aus Hanf

Auf der Konferenz wurden sehr feine Hanfstoffe gezeigt, die es in dieser Qualität noch nie gab. Anzüge, Jacken, Kleider, Hosen, Unterwäsche, Socken und eine große Auswahl an Handtüchern, die alle bereits von Unternehmen der chinesischen „Hemp Allianz“ am Markt eingeführt wurden. Erster Großabnehmer ist die Armee, die ihre Soldaten mit Hanfuniformen und -socken versorgt.

Gezeigt wurde auch Hanf-Viskose, die in Mischungen mit Baumwolle in Feucht- und Kosmetiktüchern zum Einsatz kommt.

Automobilindustrie

Etwas gröbere, nicht-kotonisierte Hanffasern gehen in die Autoindustrie zur Verstärkung von Innenraumteilen. Wie schon in Europa und USA seit Jahren üblich, werden nun auch in China vor allem Hanffasern in Verbundwerkstoffen für Türinnen- und Säulenverkleidungen sowie Armaturenbretter und Hutablagen verwendet. Eine umweltfreundliche Leichtbau-Alternative zu reinen Kunststoffteilen bzw. Glasfasern.

Bildergalerie

Lebensmittel und Pharmazeutika

Bei der Hanfproduktion können in Koppelproduktion zusammen mit den Fasern zusätzlich wertvolle Hanfsamen (botanisch Nüsse) mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3, GLA und SDA) und hochwertigen Proteinen gewonnen werden. Aus den Blüten und Blättern werden die Pharmazeutika Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) extrahiert. Schon vier chinesische Unternehmen stellen reines CBD her, weitere stehen in den Startlöchern.

Gerade für die Produktion und die Vermarktung von ökologischen Hanflebensmitteln suchen die Chinesen Kooperationspartner aus Europa und Nordamerika und bieten diesen eine optimale Infrastruktur und Investitionsbeihilfen.

Wissenschaft, Politik, Landwirtschaft und Industrie in der Heilongjiang-Region meinen es ernst mit dem Hanf. Und sie haben die Ressourcen, um eine moderne Hanfindustrie im großen Maßstab aus dem Boden zu stampfen. Nun muss sich zeigen, ob der Hanf tatsächlich das große Potenzial besitzt, das ihm oft zugesprochen wird und ob man eine Forschungs- und Technologielücke von 50 Jahren mit modernen Methoden rasch überwinden kann.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:44835602)