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Jahresmediengespräch Chempark zieht positive Bilanz

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

„Auch nach 140 Jahren gilt: Der Chempark Krefeld-Uerdingen ist und bleibt ein starker, hoch spezialisierter Produktionsstandort“ – dieses Fazit zog Chempark-Leiter Ernst Grigat beim Jahresmediengespräch am 24. März 2017. Dort nutzte er auch die Gelegenheit seinen Nachfolger Lars Friedrich vorzustellen, der zum 1. April 2017 die Funktion des Chempark-Leiters übernimmt.

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81 Millionen Euro investierten die Unternehmen im Chempark Krefeld-Uerdingen im Jahr 2016.
81 Millionen Euro investierten die Unternehmen im Chempark Krefeld-Uerdingen im Jahr 2016.
(Bild: Currenta)

Krefeld-Uerdingen – Bereits 140 Jahre steht das Werk in Uerdingen am Rhein. Die Erfolgsgeschichte des Standorts ist und war nur durch ständige Veränderungen möglich. „Kontinuität durch Wandel ist das Stichwort. Mit einem 150-Quadradmeter-Gebäude und einem einzelnen Schornstein hat 1877 alles angefangen“, erzählte der Chempark-Leiter. In der ersten Produktionsstätte stellte Edmund ter Meer Farbstoffe und Anilin her. Seitdem hat der Standort viel erlebt: Fusionen, Ausbau der Produktion, Veränderung der Produktpalette und Neuansiedlungen.

Aus dem ersten Betrieb sind 40 verschiedene mit 2.000 Produkten geworden. Eins ist geblieben: Damals wie heute schätzen die Unternehmen die günstige Lage an Rhein und Eisenbahnlinie. Heute lebt der Chempark vom Verbund der 20 Unternehmen und ist der weltweit größte Standort für anorganische Pigmente. Diese Unternehmen investierten 2016 rund 81 Millionen Euro (2015: 153 Millionen Euro) in ihre Anlagen. „Mit Schwankungen bekommt der Standort Krefeld-Uerdingen jedes Jahr hohe Investitionen. Darin drückt sich das Vertrauen der Investoren in die Zukunft des Standorts aus“, sagte Grigat.

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Insbesondere die Zahl der Beschäftigten unterstreicht die Bedeutung des Chempark als Arbeitgeber in der Region: Derzeit arbeiten hier über 7000 Menschen, davon 4912 Mitarbeiter bei den Chempark-Firmen und weitere 2185 bei Partnerfirmen. 462 junge Menschen bildet der Standort-Betreiber Currenta derzeit in Krefeld-Uerdingen in technischen, naturwissenschaftlichen und kaufmännischen Berufen aus. Nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch für Covestro, Lanxess und weitere Unternehmen.

Grigat mahnt politische Rahmenbedingungen an

Grigat betonte, dass weitere langfristig angelegte Investitionen im Chempark keine Selbstläufer seien. In Richtung Politik kritisiert der Chempark-Leiter die unklaren Perspektiven für neue Projekte mit industrieller Nutzung von Strom und Dampf. Im Alltag sichtbarer seien jedoch die Probleme durch die mangelnde Instandhaltung öffentlicher Verkehrswege. „Eine gut funktionierende Infrastruktur ist wichtig für alle weiteren Geschäftsaktivitäten – für die Chempark-Standorte hat sie sogar existenzielle Bedeutung“, sagte Grigat.

„Dies gilt insbesondere für die Autobahn-Situation im westlichen NRW“, so der Chempark-Leiter. Als Beispiel nannte er die A40-Autobahnbrücke in Duisburg. „Der bereits vorgestellte Bundesverkehrswegeplan und der hierin vorgesehene Schwerpunkt auf unsere Region sind ein ganz wichtiges Signal. Jetzt ist es entscheidend, dass die budgetierten Milliarden mit Hochdruck ‚auf die Straße‘ gebracht werden.“

Underwriters Laboratories sorgt für Sicherheit im Alltag

UL-Prüfzeichen Hersteller Gastgeber des Mediengesprächs

Gastgeber des Jahresmediengesprächs war in diesem Jahr Underwriters Laboratories (UL). In dessen Testlabor (Thermoplastics Testing Center) im Chempark Krefeld-Uerdingen stellte Geschäftsführer Thorsten Niklas sein Unternehmen vor. Das UL-Prüfzeichen ist eines der bekanntesten Zertifizierungszeichen der Welt und vermutlich in jedem Krefelder Haushalt zu finden. Jährlich erscheint das Prüfzeichen auf über 22 Milliarden verschiedenen Produkten aus den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen, unter anderem auf Haushaltsgeräten, wie elektrischen Zahnbürsten, Laptops, Bügeleisen und Staubsaugern.

Das Thermoplastics Testing Center in Krefeld-Uerdingen ist ein weltweit führender Anbieter für Prüfung und Zertifizierung von innovativen Kunststoffen. Das akkreditierte Prüflabor bietet 500, größtenteils voll automatisierte Prüfungen von einfachen und Hochleistungskunststoffen an. Dabei ist die Brandprüfung eins der Kerngeschäfte. Deshalb werden im Testlabor Kunststoffe, aus denen zum Beispiel Gehäusen von Monitoren, Fernsehern oder Laptops hergestellt werden, in Brand gesetzt, um das Brandverhalten zu bewerten. Ziel dabei ist es, Wohn- und Arbeitsumgebungen sicherer zu machen.

In den vergangenen Jahren wurde das Prüfspektrum des Testlabors in Krefeld-Uerdingen deutlich erweitert. Schwerpunkt ist dabei die Automobilindustrie. Für deren spezifische Anforderungen wurden am Standort über eine Million Euro investiert. Dabei geht es im Besonderen um die Prüfung von Kunststoffen im Automobilbereich, welche später im Fahrzeuginnenraum oder unter der Motorhaube zu finden sind. Am Standort beschäftigt UL rund 100 Mitarbeiter.

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