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DOSSIER Chemiekonjunktur Chemiekonjunktur schwächt sich im dritten Quartal 2008 deutlich ab

Redakteur: Marion Henig

Die deutsche Chemiekonjunktur hat sich im dritten Quartal 2008 deutlich abgeschwächt: Die Produktion wurde gedrosselt. Die Nachfrage war ebenfalls leicht rückläufig. Wie Chemieunternehmen auf die aktuelle wirtschaftliche Lage reagieren und wie der VCI die Lage einschätzt, lesen Sie hier.

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Die Produktion wurde gedrosselt, die Nachfrage geht zurück, so die aktuellen Branchenzahlen des VCI
Die Produktion wurde gedrosselt, die Nachfrage geht zurück, so die aktuellen Branchenzahlen des VCI
( Bild: Bayer; [M] Brehl )

Frankfurt a.M. – Im dritten Quartal 2008 mussten die Chemieunternehmen in Deutschland laut Quartalsbericht des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) ihre Produktion wegen der schwachen Nachfrage sichtlich zurückfahren. Dennoch waren die Produktionskapazitäten mit durchschnittlich 84 Prozent von Juli bis September gut ausgelastet.

Erzeugerpreise deutlich gestiegen: Durch die kräftig gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten erhielt die Entwicklung der Erzeugerpreise in der chemischen Industrie im dritten Quartal 2008 zusätzliche Dynamik, wie aus dem aktuellen VCI-Bericht hervorgeht. Viele Unternehmen erhöhten die Chemikalienpreise deutlich. Insgesamt waren chemische Erzeugnisse im Durchschnitt gut vier Prozent teurer als in den drei Monaten zuvor. Das Preisniveau des entsprechenden Vorjahresquartals wurde um mehr als acht Prozent übertroffen.

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Mit einem Preis von durchschnittlich 116 Dollar pro Barrel im dritten Quartal hat sich Rohöl der Sorte Brent innerhalb eines Jahres um mehr als 50 Prozent verteuert. Dieser Preisauftrieb wirkte sich auf die Folgeprodukte aus. Naphtha, der wichtigste Rohstoff der chemischen Industrie, war im dritten Quartal 2008 vier Prozent teurer als in den vorangegangenen drei Monaten. Mit dem Ölpreis kletterten auch die Preise für die Energieträger Gas, Heizöl und Strom. Die Marktteilnehmer hatten für das dritte Quartal größtenteils mit steigenden Ölpreisen gerechnet. Den Petrochemieunternehmen ist es daher gelungen, für das dritte Quartal höhere Preise für die wichtigsten Primärchemikalien durchzusetzen. Die Kontraktpreise stiegen deutlich: Ethylen verteuerte sich gegenüber den vorangegangenen drei Monaten um fast 20 Prozent. Die Propylenpreise stiegen um knapp zehn Prozent. Auch die Aromatenpreise legten kräftig zu. Dadurch verteuerten sich die Rohstoffkosten für viele Weiterverarbeiter in der chemischen Industrie.

Die Finanzkrise und der dadurch ausgelöste Abschwung der Weltwirtschaft dürfte die Nachfrage nach Öl im vierten Quartal drosseln. Angesichts der sich abzeichnenden Entspannung auf den Rohstoffmärkten gaben die Kontraktpreise für das Jahresendquartal bei allen Primärchemikalien nach.

Nachfrage geht zurück: Sowohl das Inlands- als auch das Auslandsgeschäft entwickelten sich im dritten Quartal 2008 wenig erfreulich. Trotz der Preiserhöhungen verringerte sich der Umsatz der deutschen Chemieunternehmen. Die Verkäufe der Branche lagen mit rund 42,4 Milliarden Euro saisonbereinigt um ein Prozent niedriger als im zweiten Quartal des Jahres. Dabei ließ das Inlandsgeschäft um 1,5 Prozent nach, die Verkäufe ins Ausland gingen um 0,5 Prozent zurück.

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