Suchen

Länderreport Vietnam Chemieindustrie in den Kinderschuhen

Autor / Redakteur: Thomas Hundt, GTAI / Wolfgang Ernhofer

Die vietnamesische Chemieindustrie befindet sich im Aufbau. Die meisten Sparten sind stark importabhängig. Die Regierung räumt der Entwicklung des Sektors daher eine hohe Priorität ein.

Firma zum Thema

(Bild: wikimedia commons)
(Bild: wikimedia commons)

Hanoi – Die erste Raffinerie des Landes nahm 2009 den Betrieb auf, weitere petrochemische Großprojekte sind geplant. Hochwertige Erzeugnisse aus dem Ausland bleiben in exportorientierten Branchen sowie im Arzneimittelsektor gefragt. Die deutsche Chemieindustrie trifft auf einen wachstumsstarken Absatzmarkt.

Marktentwicklung/-bedarf

Mittelfristig rechnet die Chemiebranche in Vietnam mit zweistelligen Zuwachsraten. Bislang muss das Schwellenland nahezu alle chemischen Rohstoffe und viele Endprodukte einführen. Für die meisten Kunden ist nur der Preis beim Kauf entscheidend. Allerdings ändert sich diese Haltung in einigen Fällen, in denen auch Qualität, Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit gefragt sind.

Bildergalerie

Abnahmepotenziale in Landwirtschaft und Fischerei

Hohe Abnahmepotenziale chemischer Erzeugnisse weisen die Landwirtschaft und Fischerei auf, die knapp die Hälfte der Erwerbsbevölkerung Vietnams beschäftigen. Nach Regierungsplänen soll der Agrarsektor wesentlich produktiver werden. Die Importe von Tierfutter und Rohsoffen für die Futtermittelproduktionen beliefen sich 2011 auf 2,4 Milliarden US-Dollar. Auch die Verbreitung von Aquakulturen treibt das Geschäft an.

Die Verkäufe von Düngemitteln weisen nach oben. Im Jahr 2011 verbrauchte die Landwirtschaft rund neun Millionen Tonnen Dünger, davon wurden 4,8 Millionen Tonnen importiert. Das Agrarministerium schätzt, dass der Markt 2012 auf 9,8 Millionen Tonnen anwächst. Die Einfuhren dürften 2012 aber auf 2,5 Millionen Tonnen schrumpfen, weil Vietnam selbst mehrere Werke in Betrieb nehmen wird.

Bauern und Agrarbetriebe kauften 2011 importierte Pflanzenschutzmittel im Wert von etwa 640 Millionen US-Dollar. Lokale Firmen mischen die Materialien für die spezifischen Bedürfnisse der Landwirte und bedienen zwei Drittel des Marktes. Bayer aus Deutschland verfügt über zwei Fabriken, in denen Wirksubstanzen zu Pflanzenschutzmitteln formuliert werden.

(ID:32905910)