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Chemie-Länderreport Indonesien

Chemieindustrie im weltgrößten Inselstaat

| Autor/ Redakteur: Necip C. Bagoglu, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

Fast wöchentlich erscheint auf process.de ein Länderreport von Germany Trade and Invest (GTAI), der sich ausführlich mit der Chemie- und Pharmaindustrie eines Landes beschäftigt. Erfahren Sie in diesem Chemie-Länderreport mehr über die stark wachsende chemische Industrie in Indonesien.

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Die Chemieindustrie in Indonesien ist auf dem Vormarsch und wächst jährlich im Durchschnitt um zehn Prozent.
Die Chemieindustrie in Indonesien ist auf dem Vormarsch und wächst jährlich im Durchschnitt um zehn Prozent.
(Bild: wikimedia commons)

Jakarta – Indonesiens Chemiemarkt wächst jährlich um rund 10%. Mehr als die Hälfte des Bedarfs an chemischen Basisstoffen muss das Land importieren. Um die steigende Nachfrage zu decken, wird kräftig in den Ausbau der lokalen Industrie investiert. Mehrere Projekte in den Bereichen Erdöl- und Gasverarbeitung sowie Düngemittel sind in der Planung. Auch Arzneimittelhersteller weiten ihre Kapazitäten aus. Deutschen Anbietern von modernen Anlagen und Technologien bieten sich interessante Geschäftschancen.

Marktentwicklung/-bedarf

Die Nachfrage Indonesiens nach Kunststoffprodukten wächst schätzungsweise um 7 bis 8% pro Jahr. Damit steigt der Bedarf an Olefinen und aromatischen Kohlenwasserstoffen. Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) sind besonders gefragte Ausgangsstoffe. Bedeutender Kunde der Kunststoffindustrie ist neben der expandierenden Bauindustrie die Verpackungsbranche. Aber auch der Kfz-Sektor und die Elektronikindustrie benötigen zunehmende Mengen an Kunststoffen. Das Marktforschungsunternehmen PT Data Consult rechnet wegen der günstigen Marktentwicklung in den Abnehmerbranchen bis 2014 mit einem Anstieg des inländischen PP-Konsums von derzeit rund 1,0 Mio. auf knapp 1,3 Mio. t pro Jahr.

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Auch die für 2011 auf rund 900.000 t geschätzte PE-Nachfrage wird laut PT Data Consult bis 2014 auf 1.067.000 t steigen. Um die Abhängigkeit von Einfuhren zu reduzieren, muss die einheimische Produktion deutlich erhöht werden. Die staatliche Ölgesellschaft PT Pertamina will mit Investitionen von 200 Mio. US$ in Balongan (West-Java) ein PE-Werk errichten. Zur Versorgung der PE-Werke muss jedoch auch die Ethylen-Erzeugung erhöht werden. Den inländischen Ethylen-Bedarf schätzt der Fachverband der Kunststoffindustrie Inaplas für 2011 auf 1,6 Mio. t. Der lokale Ausstoß des zurzeit einzigen Herstellers PT Chandra Asri beträgt dagegen nur 600.000 t, so dass hohe Mengen importiert werden müssen.

Düngemittel-Bedarf wächst

Mit dem Anstieg der landwirtschaftlichen Produktion wächst der Bedarf an chemischen Düngern, besonders im Bereich der Mischdünger (NPK; Stickstoff, Phosphat, Kalium). Nach Projektionen der Regierung wird der gesamte Düngemittelverbrauch des Landes von derzeit 14,0 Mio. t bis 2025 auf 23,2 Mio. t steigen. Der Investitionsbedarf für die notwendige Modernisierung der Düngemittelwerke wird auf 6,2 Mrd. US$ veranschlagt. Die PT Pupuk Indonesia Holding Company (PIHC) will bis 2016 auf Java drei neue Düngemittelwerke mit einer Jahreskapazität von je 1 Mio. t und Gesamtkosten von knapp 1,9 Mrd. US$ errichten.

Tabellen, Zahlen und weitere Fakten zur Chemieindustrie in Indonesien finden Sie in der Bildergalerie des Artikels.

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