Länderreport Japan

Chemieindustrie im Schatten des Fuji

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Ausländische Chemieunternehmen in Japan

Auch ausländische Akteure sind auf dem japanischen Chemiemarkt aktiv, darunter eine Reihe deutscher Unternehmen. Zu nennen sind unter anderem BASF, Bayer, Evonik, Beiersdorf (Nivea-Kao), Merck und Boehringer Ingelheim. Sie verkaufen zum Beispiel Kunststoffe für die Kfz-Industrie, Farben und Lacke, Agrarchemikalien, Isoliermaterial für den Haus- und Wohnungsbau, Kosmetika, Flüssigkristalle für die Bildschirmindustrie sowie Arzneimittel.

Konkurrenten sind neben japanischen Anbietern vor allem Firmen aus der VR China, den USA, Frankreich, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich.

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Außenhandel

Die japanischen Importe chemischer Produkte stiegen 2011 gegenüber dem Vorjahr um etwa 12,5% auf 6,5 Bill. Yen. Gründe waren vor allem der Ausfall heimischer Produktionskapazitäten, aber auch das große ausländische Angebot an qualitativ guten, preiswerten Chemikalien. Dies gilt zum Beispiel für Kunststoffe. Ferner musste Japan nach dem Abschalten der meisten Kernkraftwerke auf mineralische Brennstoffe zur Energieerzeugung zurückgreifen.

Prognosen zufolge ist 2012 mit etwas geringeren Importzuwächsen zu rechnen, da die Lieferketten im Inland wieder geschlossen sind. Dennoch werden heimische Unternehmen schon zur Risikodiversifizierung in beträchtlichem Umfang auf überseeische Produkte zurückgreifen. Dies gilt umso mehr, als der Yen voraussichtlich recht teuer bleiben wird. Auch wird Japan weiterhin viel Öl und Gas einführen müssen.

Deutschland war 2011 hinter der VR China (1.345,3 Mrd. Yen) und den USA (1.102,5 Mrd. Yen) drittwichtigstes Lieferland von Chemikalien. Die VR China war mit Abstand bei anorganischen Chemikalien (379,6 Mrd. Yen) sowie bei Kunststoffen (344,2 Mrd. Yen) führend. Schwerpunkte der US-Importe waren unter anderem pharmazeutische Produkte (285,9 Mrd. Yen) und organische Chemikalien (204,6 Mrd. Yen).

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