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Chemieindustrie am Kap der Guten Hoffnung

| Autor / Redakteur: Heiko Stumpf, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

Die Chemieindustrie in Südafrika befindet sich auf dem Vormarsch.
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Die Chemieindustrie in Südafrika befindet sich auf dem Vormarsch. (Bild: wikimedia commons)

Südafrikas Chemiemarkt soll nach einem erfolgreichen Jahr 2011 im Jahr 2012 um etwa vier Prozent expandieren. Im Pharmasektor sorgen vor allem Generika für Wachstum.

Johannesburg - Steigende Konsumausgaben bewirken einen höheren Absatz von Kosmetikprodukten und Haushaltschemikalien in Südafrika. Eine anziehende Nachfrage löst insbesondere im Kunststoffsektor und in der Petrochemie eine Zunahme der Importe aus. Die Brancheneinfuhren legten 2011 um 17,3% auf circa 8 Mrd. Euro zu. Davon stammten rund 11% aus Deutschland.

Marktentwicklung/-bedarf

Südafrikas Chemiemarkt dürfte nach Einschätzung des Branchenverbandes Chemical & Allied Industries Association (CAIA) 2012 insgesamt um etwa 4% wachsen. Wichtige Teilsegmente könnten sich dabei nach Überwindung der Wirtschaftskrise wieder positiv entwickeln. Die Chemieindustrie erzielt einen jährlichen Gesamtumsatz von etwa 281 Mrd. Rand (R, knapp 27,7 Mrd. Euro; Devisenkurs im 1. Quartal 2012: 1 Euro = 10,15 R).

Pharmazeutika

Der Absatz von Pharmazeutika in Südafrika konnte 2011 um etwa 8% auf circa 30 Mrd. R zulegen. Auch für 2012 rechnen Branchenexperten mit einer Beibehaltung dieser Wachstumsdynamik. Besonders positiv entwickelt sich der Markt für Generika und nicht verschreibungspflichtige Medikamente mit Zuwächsen im zweistelligen Bereich. Generika machen mittlerweile mehr als 50% des Gesamtumsatzes aus.

Seit 2004 können Medikamente in Südafrika nur noch zu einem vom Staat festgelegten Preis verkauft werden. Feste Aufschläge für den Groß- und Einzelhandel sind darin bereits enthalten. Ein positiver Effekt dieses "Single Exit Price" ist eine deutlich transparentere Preisgestaltung, da individuelle Nachlässe auf den Listenpreis für bestimmte Abnehmer nicht mehr möglich sind. Einmal im Jahr genehmigt das Gesundheitsministerium eine Anhebung, die sich an der Inflationsrate sowie der Wechselkursentwicklung orientiert. Nach einer Nullrunde im Jahr 2011 wurde für 2012 eine Preiserhöhung von 2,14% genehmigt.

Farben und Lacke

Ein Umsatzwachstum von 8% wird 2012 für den Markt von Farben und Lacken prognostiziert. Eine bessere Wirtschaftlage in den wichtigsten Abnehmermärkten der Sparte sorgt dafür, dass auch die verkauften Volumina wieder deutlich steigen. Dekorfarben nehmen mit 46,5% eine dominierende Stellung ein und profitieren von anziehenden Konsumausgaben.

Auch in der Automobilindustrie und im Baubereich verstärkt sich die Nachfrage. Der Absatz von Farben und Lacken könnte 2012 nach Einschätzung des Branchenverbandes South African Paint Manufacturers Association (SAPMA) auf 274 Mio. I zunehmen, nachdem 2011 bereits 266 Mio. l verkauft werden konnten. Der Umsatz dieser Sparte dürfte von 7,9 Mrd. R auf 8,6 Mrd. R anwachsen.

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