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Reach-Verordnung

Chemiebranche legt Aktionsplan zur Verbesserung der Stoffregistrierung vor

| Redakteur: Alexander Stark

Die chemisch-pharmazeutische Industrie will die Qualität der Registrierungsdossiers für Chemikalien verbessern, die im Rahmen der europäischen Reach-Verordnung erarbeitet wurden. Die Unternehmen werden dafür ihre Dossiers auf der Grundlage eines freiwilligen mehrjährigen Aktionsplans überprüfen und, falls notwendig, an die heutigen Anforderungen anpassen.

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Die Chemiebranche hat über den europäischen Chemieverband Cefic einen Aktionsplan zur Qualität der Registrierungsdossiers vorgelegt. Der Plan wird in enger Kooperation mit der EU-Chemikalienagentur Echa umgesetzt.
Die Chemiebranche hat über den europäischen Chemieverband Cefic einen Aktionsplan zur Qualität der Registrierungsdossiers vorgelegt. Der Plan wird in enger Kooperation mit der EU-Chemikalienagentur Echa umgesetzt.
(Bild: Lauri Rotko/ European Chemicals Agency)

Brüssel/Belgien – Die Chemiebranche hat über den europäischen Chemieverband Cefic einen Aktionsplan zur Qualität der Registrierungsdossiers vorgelegt. Der Plan wird in enger Kooperation mit der EU-Chemikalienagentur Echa umgesetzt. Der Plan enthält Leitlinien, mit denen die Unternehmen ihre Dossiers systematisch überprüfen können.

Über 95.000 Dossiers für rund 22.000 Stoffe haben die europäischen Chemieunternehmen bis heute angefertigt. Vier Milliarden Euro hat die Branche dem VCI zufolge dafür investiert. Mehrere Tausend Mitarbeiter seien damit betraut gewesen, die Dossiers nach den Vorgaben der Reach-Verordnung zu erstellen. Dennoch war im vergangenen Jahr in der EU Kritik an der Umsetzung der europäischen Chemikalienverordnung aufgekommen. Auslöser war unter anderem ein Evaluierungsprojekt zur Qualität der Registrierungsdossiers, das deutsche Behörden (BfR und UBA) seit 2014 durchführen. Auch die EU-Chemikalienagentur Echa sieht Handlungsbedarf bei den Unternehmen.

Bei vielen Kritikpunkten geht es um Tierversuche. Hier bestehen Unklarheiten, was die Verwendbarkeit von alternativen Informationen betrifft, die die Verordnung grundsätzlich vorschreibt. Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), erklärte, dass die Branche begrüße, dass die EU-Kommission und die Echa Rahmenbedingungen schaffen wollen, die die Planbarkeit und Rechtssicherheit in Bezug auf die offenen Fragen zu Dossier-Updates verbessern. Auf dieser Grundlage könnten notwendige Aktualisierungen vorgenommen werden.

Mit dem Inkrafttreten der Chemikalienverordnung Reach war die europäische Chemikalienpolitik 2007 neu geordnet und für alle EU-Mitgliedstaaten harmonisiert worden. Reach steht dabei für die „Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien“. Über einen Zeitraum von 10 Jahren mussten Unternehmen bis Mai 2018 alle Chemikalien bei der Echa anmelden, die sie ab einer Tonne pro Jahr in der EU herstellen oder hierhin importieren.

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