US-Präsidentschaftswahl Chemie hofft trotz protektionistischer Positionen auf Zusammenarbeit

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Das amerikanische Volk hat entschieden: Donald Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Was das für die deutsche und europäische Chemieindustrie bedeutet, dazu haben sich der VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann und Cefic-Generaldirektor Marco Mensink geäußert.

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Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), sagt zur Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump: „Wir brauchen eine stabile transatlantische Zusammenarbeit bei weltweit wichtigen Zukunftsfragen […].“
Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), sagt zur Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump: „Wir brauchen eine stabile transatlantische Zusammenarbeit bei weltweit wichtigen Zukunftsfragen […].“
(Bild: links gemeinfrei und rechts VCI/René Spalek / BY 3.0)

Frankfurt am Main – Donald Trump ist neuer Präsident der Vereinigten Staaten. In Sachen Wirtschaftspolitik vertrat der Bauunternehmer und Moderator während des Wahlkampfs Positionen der Abschottung und des Protektionismus. Diese Haltung könnte für deutsche Chemieindustrie schwierig werden. Schließlich sind die USA der mit Abstand wichtigste Exportmarkt der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie: 11,4 Prozent aller Ausfuhren von chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen gingen 2015 in die Vereinigten Staaten. Knapp 20 Milliarden Euro erlösten die Unternehmen im Handel mit US-amerikanischen Kunden. Auch als Produktionsstandort im Ausland spielen die USA die erste Geige in der globalen Strategie der deutschen Chemie: Die rund 140 Tochterunternehmen in den USA, in denen 71.000 Menschen arbeiten, erwirtschafteten zuletzt einen Umsatz von über 61 Milliarden Euro.

Nun äußert sich Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), zur Wahl des neuen US-Präsidenten: „Die Verunsicherung, wohin die USA nun steuern ist groß. Wir hoffen, dass Donald Trump trotz nationalistischer und protektionistischer Positionen im Wahlkampf als Präsident der Vereinigten Staaten an die engen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und den USA anknüpfen wird. Wir brauchen eine stabile transatlantische Zusammenarbeit bei weltweit wichtigen Zukunftsfragen – zum Beispiel bei der Handels-, Klima- und Wirtschaftspolitik.“

Auch Cefic-Generaldirektor Marco Mensink hofft auf den schnellen Aufbau guter Beziehungen zum neuen US-Präsidenten. Seinen Kommentar zur Wahl lesen Sie auf der nächsten Seite.

Cefic-Generaldirektor Marco Mensink: „Die Unsicherheit ist das Hauptproblem.“
Cefic-Generaldirektor Marco Mensink: „Die Unsicherheit ist das Hauptproblem.“
(Bild: Cefic)

„Heute sind wir wieder einmal in einer Welt aufgewacht, die anders ist als die meisten Menschen erwartet hatten. Wir haben einen neuen US-Präsidenten und, was wichtig ist, eine republikanische Mehrheit sowohl im Parlament als auch im Senat. Nach der Erfahrung des Brexit ist es heute schwer zu sagen, welchen Einfluss dies haben wird. Wie wir nach dem Brexit gesehen haben, wird kurzfristig Volatilität an den Märkten und Unsicherheit herrschen, aber die längerfristige Auswirkung ist derzeit noch unklar. Die Unsicherheit ist das Hauptproblem. Was wir wissen ist, dass sowohl die Klimapolitik als auch der internationale Handel in einem veränderten Umfeld betrieben werden wird.

Um diese Unsicherheit zu reduzieren, müssen EU-Führungspersonen so schnell wie möglich eine Beziehung zu dem neuen US-Präsidenten aufbauen und sicher stellen, dass die bestehende Partnerschaft bezüglich Demokratie, Sicherheit und Ökonomie fortgeführt wird. Die amerikanische und europäische Chemieindustrie sind eng verbunden und intensive Handelspartner. Europäische Auffassungen von Energie-, Klima-, Chemie- und Handelspolitik sollten auch in dieser neuen Welt ausgeglichen sein. Die Industrie wird sich ebenfalls anpassen müssen, und sie wird es tun.“

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